Grafschafter Schulgeschichte

Zurück zur Übersicht   l   Zurück zur Übersicht "Berufsbildendes Schulwesen"

Hauswirtschaftliche Berufsbildende Schulen

2. Von 1993 bis 2009

1993 - Frau Oberstudiendirektorin Ruth Gätcke wird im August 1993 in den Ruhestand verabschiedet. Sie war 26 Jahre an den HBS als Schulleiterin tätig. Nach kommissarischer Leitung der Schule durch Frau Studiendirektorin Erika Meier-Schinke wird im Juni 1995 Frau Oberstudiendirektorin Islind Sieking als neue Schulleiterin eingeführt.

Bei der Ausbildung zum Erzieher wird die zweijährigen Ausbildung in der Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik, dem zweijährigen Besuch der Fachschule Sozialpädagogik (Einführung 1973) vorgeschaltet.

1996 - Im Schuljahr 1996/97 werden im Fachbereich Agrarwirtschaft angeboten (in Klammern: Schülerzahlen):
1. Berufsschule
    - Berufsgrundbildungsjahr mit Vollzeitunterricht (39 Schüler)
    - Berufsgrundbildungsjahr im Rahmen eines Berufsausbildungsverhältnisses in Kooperation mit betrieblichen Ausbildungsverhältnissen (10 Schüler)
    -  Fachstufe im 2. und 3. Ausbildungsjahr (23 + 25 = 48 Schüler)
2. Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft (20 Schüler)
     Aufnahmevoraussetzung ist der Realschulabschluss, eine erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung sowie eine mindestens einjährige einschlägige Berufstätigkeit und der Berufsschulabschluss; Abschluss: "Staatlich anerkannter Wirtschafter".

Ab 1.8.1996 ändert sich die Stundentafel der Einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft - Schwerpunkt Landwirtschaft-:
-  Deutsch/ Kommunikation, Fremdsprache/ Kommunikation, Politik (4 Wchstd.)
-  Mitarbeiterführung/ Berufs- und Arbeitspädagogik, Betriebswirtschaft, Unternehmungsführung (14 Wchstd.)
-  Marketing, Angewandte Naturwissenschaften, Produktions- und Verfahrenstechnik , Naturschutz/ Landschaftspflege (12 Wochstd.).
Im Rahmen des Unterrichts werden Übungen an einer Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) durchgeführt (nach: Heinz-Jürgen Brinkmann, a.a.O.).

1997 - Die "Berufsfachschule Sozialassistenz - Schwerpunkt Haus- und Familienpflege" wird zum Schuljahrsbeginn 1997 eingerichtet. 1998 folgt die "Fachschule Heilerziehungspflege"

1999 - Zentrum des Fachbereichs Agrarwirtschaft sind die Gebäude an der Bachstraße. Das erste Gebäude wurde 1960 für die Landwirtschaftliche Berufsschule errichtet und erstmalig 1963/64 erweitert. 1978 wurde ein weiterer Umbau zur Aufnahme der neuen und neu angegliederten Schulformen fertiggestellt. 1999 erweitert der Landkreis das Schulgebäude um vier großzügige Klassenräume, einen Computerraum sowie sanitäre Anlagen. Im Zusammenhang mit dem Umbau der Räumlichkeiten der Feuerwehrtechnischen Zentrale für den Fachbereich Sozialpädagogik erhält der Fachbereich Agrarwirtschaft eine neue Werkstatt. Für die Schüler wird ein Parkplatz befestigt.

2001 - Zum 1. August 2001 wird das Fachgymnasium Gesundheit und Soziales in den Schwerpunkten Ökotrophologie und Sozialpädagogik eingerichtet. Durch die Aktivitäten des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Grafschaft Bentheim gelingt es 1996, den ersten eigenen vernetzten Computerraum in der Bachstraße einzurichten. Dieser Computerraum kann 2001 aus Mitteln der Initiative "N-21" erneuert werden.

2003 - Ab 2003 ist für Hauptschulabsolventen mit Abschluss die Ausbildung zum Altenpflegehelfer möglich. Sie dauert ein Jahr und erfolgt in enger Kooperation mit den Pflegerischen Einrichtungen in der Grafschaft (3 Tage Unterricht, 2 Tage in der Woche Praxis in einer Einrichtung).

2004 - Die "Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft" begeht zum Ende des Schuljahres ihr 100jähriges Jubiläum. Diese Schulform wurde erstmals 1889 als "Ländliche Fortbildungsschule" erwähnt und offiziell 1903 als "Landwirtschaftliche Winterschule" eingerichtet. Mehr als 300 ehemalige Schüler und Lehrer feiern dieses Jubiläum. Von den Rednern wird betont, dass die Erlangung von Fachwissen für den Landwirt von heute genauso wichtig sei wie für die Bauern vor 100 Jahren. 1904 beschrieb Wilhelm Grasdorf (siehe: BS3) nach Entlassung des ersten Jahrgangs: "Zweck und Ziel der landwirtschaftlichen Winterschule ist, den Söhnen der mittleren und kleineren bäuerlichen Besitzer Gelegenheit zu geben, sich das notwendige Maß von Fachkenntnissen anzueignen, um unter den schwierigen Verhältnissen, mit denen die Landwirtschaft zu kämpfen hat, mit Erfolg wirtschaften zu können". Der Unterricht erfolgte in den 100 Jahren an fünf Standorten. Die Entwicklung erfolgte zeitlich unabhängig und unterschiedlich an den früheren Landwirtschaftsschulen in Neuenhaus (siehe: BS3) und Bentheim (siehe: BS4); mehrfach wechselte der Schulträger und es gab nicht weniger als acht verschiedene  Namen für ein und dieselbe Bildungsanstalt (GN, 8. und 10.7.2004).

Aufgrund von "Hilferufen von 107 Schülerinnen und Schülern", die für das Abitur den weiteren Unterricht in Niederländisch benötigen, der durch den Wegzug einer Lehrerin auszufallen droht, gelingt es dem Kultusministerium, eine Niederländisch-Lehrkraft bereitzustellen (GN, 22.10.2004).

Im Oktober 2004 finden der Landesentscheid im Hauswirtschaftlichen Wettbewerb und der Leistungswettbewerb in der Hauswirtschaft in den HBS in Nordhorn statt. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Landjugendberatung Weser-Ems und Hannover im Verbund der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft in Niedersachsen. Unter dem Motto "Hauswirtschaft schafft Lebensqualität - Für Profis kein Problem" nehmen etwa 30 Auszubildende aus der Hauswirtschaft am Wettbewerb teil. Die Aufgaben gliedern sich in die Bereiche Nahrungszubereitung, Gestaltung, Präsentation/ Kommunikation und fachliche Fragen (GW, 27.10.2004).

Am 28. Oktober 2004 feiern die Berufsbildenden Schulen ihr 100-jähriges Bestehen in einem Festakt im Konzert- und Theatersaal und mit zwei "Tagen der offenen Tür", die ausführlich in der örtlichen Presse gewürdigt werden (GN, 12.10., 23.10.,28.10., 30.10. und 1.11.2004). Hierzu ist eine umfangreiche Chronik herausgegeben worden, die auch als Grundlage für diese Zusammenstellung verwendet wurde.

2005 - Seit April 2005 darf in den Berufsbildenden Schulen nicht mehr geraucht werden. Unterstützt wird das Rauchverbot durch Präventions- und Aufklärungsarbeit in den Klassen. Das Rauchen als Problem wird auch in den Politikklassen thematisiert. In den GBS werden die Raucherzimmer abgeschafft und künftig nach ihrer Säuberung als Besprechungsräume genutzt. Die HBS planen u.a. einen Gesundheitstag. Allerdings sind jetzt die Bürgersteige vor dem Schulgrundstück zum Rauchertreff geworden, wo ausreichend Aschenbecher aufgestellt und der Schüler-Ordnungsdienst auf diese Bereiche ausgedehnt worden ist (GN, 12.4.2005).

Im Zusammenhang mit dem Rauchverbot auf dem Schulgelände seit April 2005 hat sich eine sechsköpfige Arbeitsgruppe gebildet, die in einem Projekt durch informierende Filme, themenbezogene Stellwände und Fragebogen auf die Suchtproblematik und die Gefahren des Rauchens und des Alkoholgenusses hinweist. AOK und Caritas berichten vor Ort über Hilfsangebote bei der Suchtentwöhnung. Der Informationsbedarf der Schüler ist groß. Das Informationsmaterial findet reißenden Absatz (GN, 23.6.2005).

Die HBS erweitern zum Schuljahr 2006/07 ihr Bildungsangebot um die Fachoberschule Sozialwesen. Sie vermittelt, aufbauend auf den mittleren Bildungsabschluss, allgemeine, fachtheoretische und fachpraktische Kenntnisse und Fähigkeiten und führt in zwei Jahren zur Fachhochschulreife. Für ein anschließendes Studium bieten sich die Studiengänge Sozialwesen, Gesundheitspflege, Pflegemanagement usw. an (GW, 14.12.2005).

Das Fachgymnasium Gesundheit und Soziales an den HBS wird im Schuljahr 2006/07 um den Schwerpunkt "Gesundheit und Pflege" erweitert. Besonders interessant ist dieser Schwerpunkt für Schüler, die ihre Stärken und Interessen im naturwissenschaftlichen Bereich sehen, so dass unterrichtliche  Elemente aus den Feldern der Biologie, Biochemie der Chemie, der Medizin, der Pharmazie sowie Pflege- und Gesundheitswissenschaft sie besonders motivieren (GN, 20.12. und GW, 29.12.2005).

2006 - Die HBS unterhält im Rahmen des EU-Programms "Sokrates" seit Herbst 2004 Kontakte zu entsprechenden Berufsbildenden Schulen in Finnland, Spanien und zu zwei Schulen in Frankreich. Gemeinsam wird über drei Jahre das Thema "Die Beziehung zwischen Produzenten und Verbrauchern in vier europäischen Ländern" bearbeitet. Hierbei wird das Verbraucherverhalten wie auch die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse in den verschiedenen Regionen durch Schüler beschrieben. Die Ergebnisse werden ausgetauscht und anschließend durch Schüler- und Lehrerdelegationen der Länder während eines gemeinsamen Treffens vorgetragen. Ein erstes Treffen fand in Orense, Spanien im Oktober 2004 statt. Im Mai 2005 fuhren fünf Schüler der HBS zu einem Präsentationstreffen nach Kajaani/ Finnland. Im Dezember 2005 wurden in Charolles/ Frankreich die Themen der Arbeit für das zweite Präsentationstreffen in Nordhorn vorbereitet. Vom 3. bis 9. Mai 2006 halten sich schließlich Lehrer- und Schülergruppen der Projektpartner in Nordhorn auf, um die Arbeitsergebnisse des vorangegangenen Projektjahres vorzustellen. Das Projekt wird dann nach einem abschließenden Präsentationstreffens in Figeac/ Frankreich, dem 4. Projektpartner, abgeschlossen (Informationsmappe HBS, 2006; S. 101).

Im Rahmen eines Euregio-Intereg-III-Projektes erfolgt eine Untersuchung über "Grenzüberschreitende nachhaltige Viehhaltung und Gartenbau innerhalb des Euregio-Gebietes" in der Zeit vom Januar 2005 bis April 2008, an der u.a. auch Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen beteiligt sind. Am 16. Februar 2006 erfolgt ein erstes Austauschtreffen mit gegenseitigem Vorstellen sowie thematischen und arbeitsbezogenen Absprachen mit den Schülern (Informationsmappe HBS, 2006, S. 101).

Schülerinnen und Schüler der Fachschule an den HBS erarbeiten das Theaterstück "Der Rattenfänger von Hameln" selbst und führen es fünfmal im Rahmen der Tage der offenen Tür im Berufsschulzentrum am Bölt auf. Witzige und ernste Szenen wechseln mit musikalischen Einlagen und Tanz (GN, 20.7.2006).

Nicht alltägliche Einblicke in den Schulalltag geben die drei Berufsbildenden Schulen während ihrer dritten gemeinsamen "Tage der offenen Tür" am 10. und 11. November. Während einer Projektwoche haben die Schüler und Lehrer ihre Präsentationen vorbereitet. Das Programm ist vielfältig und umfangreich. Von der Informatik bis zur Sozialpädagogik reicht die Palette der Ausbildungsgänge, die vorgestellt werden. Für Unterhaltung sorgen u.a. ein Kunstprojekt in Kooperation mit der Städtischen Galerie, ein Schwarzlichttheater, Multimedia, Kreatives, ein Internet-Café und vieles mehr (26.10., 11.11.;GW, 8.11.2006).

Die Koordinatoren der drei Fachgymnasien an den Berufsbildenden Schulen besuchen vornehmlich die Realschulen und stellen den Schülern der abgehenden Klassen und deren Eltern sowie den Lehrern die Angebote und Möglichkeiten der Fachgymnasien vor, an denen die allgemeine Hochschulreife vermittelt wird. In ihnen werden die gleichen Leistungen abverlangt wie an den allgemeinbildenden Gymnasien und (sie)unterliegen denselben Prüfungen zum Zentralabitur. Der Unterschied liegt in erster Linie im Zusatzangebot der berufsbezogenen Schwerpunktfächer wie Informationstechnik und Betriebs- und Volkswirtschaft am Fachgymnasium Technik, Betriebswirtschaft mit Rechnungswesen/ Controlling am Fachgymnasium Wirtschaft und Ökotrophologie, Sozialpädagogik sowie Gesundheit/ Pflege am Fachgymnasium Gesundheit und Soziales. Voraussetzung für die Aufnahme ist der Erweiterte Sekundar-I-Abschluss (GN, 13.12.2006).

Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 gibt es neue Bildungs- und Ausbildungswege in den Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen, wie die stellvertretende Schulleiterin Katharina Bölle und der neu ernannte Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, Heiko Seifert, berichten. Hauptschüler können es bis zur Fachhochschulreife bringen. Realschülern steht das Abitur offen und damit der Weg in jeden Studiengang. Das sogenannte "Puddingabitur" gehört der Vergangenheit an (GN, 28.12.2006). Die einzelnen Bildungsangebote der HBS sind ausführlich im Internet dargestellt unter: www.hbs-nordhorn.de (link)

2007 - Die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) "Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik" erhalten als neu gegründete Schülerfirma den Auftrag, für die Bewohner des Annaheimes in Schüttorf Malkittel für die Kunstkurse herzustellen. Die Schülerfirma hofft, im nächsten Jahr weitere Aufträge zu erhalten, da auch Dienstleistungen im Bereich der Wäschepflege angeboten werden sollen (GN, 3.7.2007).

Aufgrund steigender Schülerzahlen im HBS sieht sich der Landkreis als Schulträger gezwungen, zwei Raumcontainer auf dem Rasenstück an der Wilhelm-Raabe-Straße aufzustellen. Die Hoffnung, dass GBS und KBS mit Räumen aushelfen können, erfüllt sich nicht. Geplant ist jetzt, in einem Jahr dafür einen weiteren Klassenraum zu erstellen. Außerdem muss der Verwaltungstrakt erweitert werden, da sich die Zahl der Lehrer erhöht und ein zusätzlicher Koordinator zugewiesen wird. Die Gesamtzahl der Schüler im Berufsschulzentrum liegt bei 4800 mit weiter steigender Tendenz (GN, 15.8.2007).

Nach der Novemberstatistik besuchen 1201 Schülerinnen und Schüler die HBS. Davon sind 282 männlich und 590 (passt nicht zu 1201 Sch))weiblich, 611 sind jünger als 18 Jahre und 590 älter als 18 Jahre. Es gibt 55 Klassen und die Lehrkräfte der HBS unterrichten zusätzlich 5 Klassen der Werkstatt für Behinderte. 77 Voll- oder Teilzeitlehrkräfte zählen zum Kollegium, dazu kommen noch 37 stundenweise beschäftigte und 11 stundenweise abgeordnete Lehrkräfte (HBS-Newsletter, 12/2007).

Am Vortragswettbewerb der Landjugend am 4.12.07 in der HBS nehmen 18 Auszubildende der Hauswirtschaft teil. Die Auszubildenden müssen einen ca. 5 Minuten langen Vortrag über ein Thema aus ihrer Ausbildung halten. Die höchste Punktzahl erreichen Svenja Jonker und Sina Krispin mit je 85 Punkten. Jenny Ekenhorst kommt mit 84 Punkten auf Platz 2. Die Siegerinnen werden am 29.3.2008 am Gebietsentscheid in Stapelfeld teilnehmen (HBS-Newsletter, 12/2007).

Im Rahmen ihres Unterrichts führen die Schüler der Fachschule Sozialpädagogik (Klasse 2) im Landkreis etliche Projekte durch:
- Jugendzentrum Neuenhaus: Fotostory,
- Eulennest Nordhorn: Weihnachtswerkstatt,
- GS Neuenhaus: Freunde gibt es überall- schauen wir doch mal über die Grenze,
- CVJM Nordhorn: Zeit der Lichter und Farben,
- RS Deegfeld, Nordhorn: SOS im Kleiderschrank Rechtsextremismus
- Jochen-Klepper-Haus, Nordhorn: Lounge for girls,
- GS Pestalozzi,Nordhorn: Lesen macht Spass (Förderplan)
(HBS-Newsletter, 12/2007).

2008 - Im Januar 2008 hat die HBS die Genehmigung erhalten, eine Leitstelle „Region des Lernens“ einzurichten. Ziel der Leitstelle ist es, die Kooperation von allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen nachhaltig zu intensivieren. Arbeitsschwerpunkte sind:

  • Verbesserung der Lernkompetenz und der Lernergebnisse von Schüler/innen der allgemein bildenden Schule im Hinblick auf Ausbildungsfähigkeit,

  • Aufbau von Förder- u. Kooperationskonzepten als Bausteine eines zu entwickelnden Schulprogramms,

  • Bündelung der vorhandenen regionalen Ressourcen zu einem regionalen Bildungsangebot und Aufbau eines Netzwerks

(HBS-Newsletter, 3/2008)

In den nächsten 2 Schuljahren wird die HBS wieder am europäischen Leonardo-Programm teilnehmen. Mit landwirtschaftlichen Berufsschulen aus Finnland, Frankreich und Polen sollen gemeinsam Techniken und Erfahrungen mit erneuerbaren Energien an den verschiedenen Standorten gesammelt und beschrieben werden. Das erste Treffen aller Projektpartner ist für Oktober 2008 in Nordhorn geplant (HBS-Newsletter, 3/2008).

Durch die finanzielle Unterstützung der Agentur für Arbeit und des Landkreises Grafschaft Bentheim konnten die HBS ihren Schülerinnen und Schülern 3 Projekte zur vertieften Berufsorientierung anbieten. Die Projekte fanden außerhalb der Unterrichtszeit statt. Themen waren:

  • Rhetorik-Selbstsicherheitstraining

  • ProfilPASS für junge Menschen

  • Überdachung der Übungsfläche für landschaftsgärtnerische Arbeiten

Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Kompetenzen erweitern, so dass sie eine größere Chance auf einen Ausbildungsplatz haben.

Die Maßnahmen erfolgten in Kooperation mit der VHS, dem BTZ und der Firma Brüna (HBS-Newsletter, 3/2008).

Zum 1.8.2008 wird für SchülerInnen mit Hauptschulabschluss die neue Berufsausbildung angeboten. Die Ausbildung dauert 2 Jahre und qualifiziert zur Assistenzkraft, die im Bereich der Betreuung, Versorgung und Pflege von Menschen aller Altersstufen tätig sind. Dieser Bildungsgang wird ab 1.8.2009 die Berufsfachschule Sozialpflege sowie die Berufsfachschule Altenpflegehilfe ersetzen (HBS-Newsletter, 3/2008, GN,26.1.2008).

Das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) wird abgeschafft. Stattdessen haben sich in der Grafschaft Betriebe und Schulen auf die Einrichtung von Berufsfachschulklassen mit höheren Anforderungen verständigt. Jugendliche ohne oder mit einem schwachen Hauptschulabschluss sollen in Berufseinstiegklassen die Möglichkeit erhalten, den Hauptschulabschluss zu machen (GN, 6.6.2008).

In den nächsten Tagen wird mit dem Erweiterungsbau am Bölt begonnen. Die steigenden Schüler- und Lehrerzahlen machen es erforderlich, dass 4 Klassenräume, ein neues Lehrerzimmer und Verwaltungsräume gebaut werden müssen (HBS-Newsletter, 3/2008). Wie die GN am 21. 8.2008 berichten, verzögert sich die geplante Erweiterung des HBS- Gebäudes  durch den Konkurs des Bauunternehmens. Das Bauvorhaben wird erneut ausgeschrieben. Es bestehen jedoch Chancen, die Schulerweiterung bis zum Schuljahresbeginn 2009/10 abzuschließen.

Die drei Berufsbildenden Schulen mit rund 5000 Schülern laden am 14. und 15. November 2008 wieder zu den "Tagen der offenen Tür" ein. Für den ersten Tag werden über 30 allgemeinbildende Schulen aus dem Landkreis mit rund 1000 Schülern und Lehrern zum Besuch eingeladen, um verstärkt Kontakte zu knüpfen und über die vielfältigen Möglichkeiten (an der Schule) zu informieren.

Die HBS - Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik - informieren etwa über die Berufseinstiegsklasse Hauswirtschaft/ Pflege oder Agrarwirtschaft, die Berufsfachschulen Sozial- oder Pflegeassistenz, Sozialpädagogik, Gartenbau, die Fachschulen Heilerziehung, Pflege, Sozialwesen und Landwirtschaft, die Fachoberschule Sozialwesen oder das Fachgymnasium Gesundheit und Soziales mit den Schwerpunkten Sozialpädagogik, Ökothrophologie und Gesundheit und Pflege (GN, 10.11., 15.11.; GW 12.11.2008).

Die Schule ist seit einigen Jahren ebenfalls im Internet unter www.hbs-nordhorn.de präsent. Es besteht somit für jeden die Möglichkeit, sich über die Schule zu informieren.

Für Schüler eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft bauen, den Einstieg in die Praxis erleichtern und Orientierung im Berufsleben geben: Das ist das Ziel der vom Landkreis und der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim initiierten Schulpartnerschaften. Ihre nunmehr dritte Schulpartnerschaft hat jetzt die Kreissparkasse mit der Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schule (HBS) Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik besiegelt. (GN, 19.12.2008, auch in der Hompage unter Aktuell).

2009 - Androhung eines Amoklaufs
Die anonyme Androhung eines angeblich bevorstehenden Amoklaufs durch den Anruf einer jungen Frau bei den HBS löst an den Berufsbildenden Schulen einen Großeinsatz der Polizei aus. 60 Beamte sichern das Schulzentrum am Bölt, in dem Lehrer und Schüler versuchen, trotz der Drohung einen einigermaßen geregelten Unterricht aufrecht zu erhalten. Die Polizei geht nach den Ereignissen an der Realschule in Winnenden mit dem dortigen Amoklauf von einer "Trittbrettfahrerin" aus
(GN, 17.3.2009). Die Ermittlungen der Polizei ergeben dann, dass es sich um den Scherz einer Schülerin handelte. Die Personalkosten für den Polizeieinsatz belaufen sich auf rund 15.000 Euro, die der Anruferin in Rechnung gestellt werden.

"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
In einer Feierstunde wird der Schule der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. Als weithin sichtbares Zeichen gegen Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt lassen die Schüler zahlreiche Luftballons in den Himmel steigen. Landrat Kethorn überreicht die Auszeichnung und überbringt die Glückwünsche der Kultusministerin. Die HBS ist damit die 85. "Schule ohne Rassismus" in Niedersachsen und gehört zu einem Netzwerk von 500 Schulen in ganz Deutschland (GN, 21.3.2009).

SPD-Forderung
Die Nordhorner SPD-Fraktion fordert nach Schließung des Instituts für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) die Einrichtug einer schulgeldfreien Berufsfachschule für Altenpflege an den HBS, damit junge Menschen, die sich für einen Beruf in der Altenpflege entscheiden, eine gute Ausbildungsperspektive vor Ort erhalten
(GN, 21.3.2009).

Verabschiedung von Frau Meyer-Schinke in den Ruhestand
Die Studiendirektorin Erika Meier-Schinke wird in einer Feierstunde aus dem aktiven Schuldienst entlassen. Die gebürtige Bündenerin absolvierte ein Studium der Trophologie in Bonn. Es folgten Tätigkeiten bei der Landwirtschaftskammer Westfaken-Lippe und an der Universität Münster. 1983 begann sie als Oberlandwirtschaftsrätin ihre Tätigkeit an den HBS in den Bereichen Ernährung und Hauswirtschaft. Am 1. Februar 1985 wurde sie Studiendirektorin und im September 1986 stellvertretende Schulleiterin. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit war sie u.a. an der Strukturierung und Umsetzung neuer Rahmenrichtlinien beteiligt. Sie war Mitglied des Prüfungsausschusses der Landwirtschaftskammer und Beauftragte für Arbeitssicheheit
(GN, 27.6.2009).

Projekte zum Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“
Die Berufsbildenden Schulen GBS und HBS haben in den letzten beiden Jahren den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ verliehen bekommen. Diese Ehrung ist für die Schulgemeinschaft allerdings auch eine Verpflichtung, da dieser Titel jedes Jahr durch Projekte bestätigt werden muss. Auch in diesem Schuljahr 2009/2010 setzen sich die Schülerinnen und Schüler der GBS und HBS deshalb gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Gewalt und Intoleranz ein, indem sie kleine und große Projekte starten, die die Gesinnung (s. vorher) der Schülerschaft zum Ausdruck bringen.

Bauarbeiten abgeschlossen
Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen (HBS)  sind abgeschlossen. Nach einer Bauzeit von einem Jahr werden zum Schuljahrsbeginn vier moderne Unterrichtsräume und ein geräumiges Lehrerzimmer bezogen.  Diese Baumaßnahmen sind notwendig geworden, weil die Schülerzahlen in den vergangenen sechs Jahren von rund 800 auf 1150 gestiegen sind, - und damit auch die Zahl der Lehrer. Damit ist das Ende der Container-Klassenräume an der Wilhelm-Raabe-Straße gekommen, wo inzwischen schon Fahrradständer stehen (GN, 3.8.2009). Die offizielle Sclüsselübergabe findet dann Ende November statt (GN, 21.11.; GW, 25.11.2009).

Berufsorientierende Praxistage
In der letzten Schulwoche vor den Herbstferien absolvieren 370 Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen des Landkreises berufsorientierende Praxistage an den drei Berufsbildenden Schulen der Grafschaft Bentheim. Zum ersten Mal bieten nun alle drei Schulen diese Möglichkeit der Berufsorientierung an. Dieses Angebot wir von den teilnehmenden Schulen: Hauptschule Schüttorf, Hauptschule Emlichheim, Hautpschule Neuenhaus, Freiherr-vom-Stein-Realschule Nordhorn, Sünte-Marien-Schule Wietmarschen (Hauptschule), Frensdorfer Schule (Hauptschule) Nordhorn, Realschule Bad Bentheim und Realschule Schüttorf gerne wahrgenommen (E-mail, 12.10.2009)

Anschaffung eines Sozialmobils
Die Kreislandjugend Grafschaft Bentheim  und die Grafschafter Volksbank übergeben eine Zuwendung in Höhe von 3.000 Euro an den Förderverein der Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen - Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik - in Nordhorn. Die Geldmittel sind in Abstimmung mit dem Projekt Schülerfirma und in Verbindung mit dem Leitbild der Schule für die Anschaffung eines Sozialmobils bestimmt (GW, 16.12.2009).

"Leornado"-Projekt
Im Rahmen des EU-weiten "Leornado"-Projektes treffen sich Lehrer aus Finnland, Spanien, Frankreich und Fachkräfte  der HBS zu einer Art kleinem "Klimagipfel". Arbeitsgrundlage dieses Treffens ist die Erarbeitung der Projektschwerpunkte im Bereich der regenerativen Energien (GN, 30.12.2009).

Quellen:

  • Wilhelm Horstmeyer, Von der Ländlichen Fortbildungsschule zur Landwirtschaftlichen Berufs-, Berufsfach- und Fachschule , 2003

  • 100 Jahre Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft im Landkreis Grafschaft Bentheim, 2004,
    hier:   Heinrich-Jürgen Brinkmann, Die einjährige Fachschule Landbau bzw. Landwirtschaft

  • Chronik der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Grafschaft Bentheim in Nordhorn, 2004

  • Informationsmappe HBS, 2006

  • HBS-Newsletter, ab 12/2007

  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben.