Grafschafter Schulgeschichte

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Grundschule Bentheim

- 1554 Schulgründung;  1968 Mittelpunktschule; 1974 Grund- und Hauptschule; seit 2009  Grundschule

Nach Angaben von B. Noordbeek gründete Graf Everwien 1554 in Bentheim eine Schule. Der erste Schuldiener in Bentheim war Johann von Corback, sein Nachfolger Johannes Norbechius Schuttorpiensis (Johann Nordbeck, um 1554 in Schüttorf geboren und am 1.8.1620 in Bentheim beerdigt). (nach B. Noordbeek, Aus der Genealogie der Nordbecks, Jahrbuch des Heimatvereins 1970, Seite 140; auch: Gretchen Schulz, Bad Bentheims alte Schulen, GN-Beilage Der Grafschafter 6/1996). Es ist nicht bekannt, ob es eine Lateinschule oder eine deutsche Schule war.

Zur Tätigkeit der Nordbecks schrieb Wilhelm Berge in den Heimatblättern 1934: "Die Nordbecks amtieren als Lehrer in Bentheim nachweislich fast ohne Unterbrechung von 1578 bis 1818, also 240 Jahre hindurch, ein Zeichen höchsten Vertrauens seitens der Schulgemeinde sowie ein solches der Liebe und Beständigkeit zum Lehramt. Da es damals Lehrerausbildungsanstalten noch nicht gab, so wurde die Praxis des Lehrers handwerksmäßig erlernt und ging in der Regel vom Vater auf den Sohn über. Nach vollbrachter Lehrzeit lehrte der Lehramtsbewerber dann bei einem tüchtigen Lehrer als Adjunkt oder Helfer, bis er endlich durch Wahl an einer Schule zur Selbständigkeit gelangte" (zitiert nach: Hagerott, Lehrerverein, Seite 18).

Der deutsche Lehrer Casparus Langenfeldt übernimmt 1626 nach dem Ausscheiden von Andreas Müntz die ganze Schule. Da er es allein nicht schafft, wird ihm 1628 ein deutscher Lehrer zur Seite gegeben.

1628 - Im Jahre 1628 wird ein neues Schulgebäude an die Küsterwohnung angebaut. Es steht an der Nord-Ost-Ecke der Kirchhofsmauer der ev. Kirche (jetzt Haus Stüvel-Schulz (B. Noordbeek, Aus der Genealogie der Nordbecks, 1971, Seite 103; auch: Gretchen Schulz, Bentheims alte Schulen, GN-Beilage Der Grafschafter 6/1996).

1789 - Am 6. Oktober 1789 verstirbt der Lehrer Wessel Nordbeck. "Er hat 46 Jahre als Schulmeister und Küster gestanden und ist dem Schuldienst mit allem Fleiß bis zum Tage seines Todes nachgekommen", schreibt der Prediger ins Totenregister. Sein Sohn Gerhard (Gerrit) Nordbeck, seit 1775 Lehrer in Uelsen, wird am 1. 3. 1790 der Nachfolger seines Vaters (siehe: Hagerott, Volksschulgeschichte, Seite 347).

1818 - Nach einem Auszug aus der Schulchronik vermittelt die einklassige Schule zu Beginn des 19. Jahrhunderts die "notdürftigsten Kenntnisse und Fähigkeiten". Da kein Schulzwang bestehe, sei der Schulbesuch schlecht, ganz besonders im Sommer. Im Winter steigen die Schülerzahlen an, aber "nach der genossenen Freiheit sind Disziplin und die wenigen Kenntnisse verschwunden". Der Lehrer unterrichtet auch abends, so dass manche Bürger ihre Hauptausbildung der "Abendschule" verdanken.
Gerhard Nordbeck ist bis 1818 als Schulmeister tätig. Dann ist er wegen "ungewöhnlicher Augenschwäche" nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben pflichtgemäß wahrzunehmen. Als Nachfolger wird Johann Gerhardt Vos gewählt. Die Bestallungsurkunde des Oberkirchenrates trägt das Datum 21. November 1818. Er ist ein Sohn des Bäckers Vos aus Gildehaus und hat seine Ausbildung zum Lehrer noch in Holland erhalten. Sein Jahresgehalt beträgt 500 Gulden (á 1,70 Mark), dazu freie Dienstwohnung. Davon muss er jedoch seinem Vorgänger 200 Gulden als Altersversorgung (bis zu seinem Tode nach etwa 10 Jahren) abtreten.

1821 - Gegenüber der alten 1628 erbauten Schule an der Nordostecke des Kirchhofes, die nach 200 Jahren baufällig geworden ist und abgerissen wird, wird ein neues Schulgebäude mit einer Dienstwohnung errichtet. Hier wird 120 Jahre lang unterrichtet. Wegen der angestiegenen Schülerzahlen  wird ein "Gehülfe" eingestellt. Der Unterricht findet in einem Raum statt. Der "Gehülfe" unterrichtet die Kleinen, Lehrer Vos  die Großen. Der "Gehülfe" wechselt häufig.

1824 - Durch eine Bekanntmachung der Landdrostei zu Osnabrück wird das Schulgeld in der Grafschaft beträchtlich angehoben. Die Eingesessenen halten das Einkommen ihres Lehrers mit 892 Gulden 10 Stübern und 4 Deuten (1832) für reichlich hoch, so dass es Mitte der dreißiger Jahre zu Auseinandersetzungen zwischen den Lehrern Vos und Wieking und den Gemeinden Bentheim und Gildehaus kommt.

1862 - Als Lehrer Simon 1853 als zweiter Lehrer und Organist eingestellt wird, teilt man den Klassenraum durch eine Wand in zwei Unterrichtsräume. 1862 wird dann im bisherigen Hausgarten des Lehrers Vos ein zweites Schulgebäude gebaut, das den Namen "Simon-Schule" bekommt. Die alte Schule wird "Vos-Schule" genannt. Die durchschnittliche Klassenstärke beträgt 110 bis 115 Schüler. Die Schulanfänger werden vierteljährlich aufgenommen; Entlassungen finden Ostern und Michaelis statt.

1864 - Nachfolger von Johann Gerhard Vos wird sein Sohn Johann Alex Vos. Er wird am 22.1. 1864 in sein Amt eingeführt. Sein Vater hilft bis zum 78. Lebensjahr (bis 1870) weiter in der Schule.

1870 - Es wird eine dritte Lehrerstelle eingerichtet, für die Johannes Arendt aus Lage zunächst als Hilfslehrer eingestellt wird. Ein Unterrichtsraum wird wieder durch eine Bretterwand geteilt. Johann Arendt lässt sich dann in der Lehrerbildungsanstalt von Herrn Fokke in Neuenhaus ausbilden und wird im Januar 1873 endgültig zum Lehrer der dritten Klasse (Unterstufe) berufen. Er hieß im Volksmund "dat kleine Mesterken" (nach Auskünften seiner Enkelin Gretchen Schulz). Die Lehrergehälter werden aufgebessert. Der 1. Lehrer Vos erhält 1.280 Mark mit freier Wohnung. Der 2. Lehrer Simon erhält 1.050 Mark und 150 Mark Wohnungsentschädigung. Der 3. Lehrer erhält 908 Mark einschließlich Wohnungsentschädigung.

1882 - Für die dritte Klasse wird ein Gebäude an der Schulstraße errichtet. Ober-, Mittel- und Unterklasse haben jetzt einen eigenen Raum und einen eigenen Lehrer. Noch heute heißen diese drei Gebäude Vos-Schule, Simon-Schule und Arendt-Schule. Die durchschnittliche Klassenstärke beträgt weiterhin etwa 110 Schüler. Schulaufnahmen erfolgen jetzt nur noch im April und Oktober, ab 1887 nur noch Ostern.

1885 - Am 1. April 1885 wird aus den Ämtern Bentheim und Neuenhaus der Landkreis Grafschaft Bentheim. Bisher unterstanden die reformierten Schulen in der Grafschaft dem Königlichen Oberkirchenrat mit Sitz in Nordhorn, der dem Ministerium direkt unterstellt war. Jetzt übernimmt die Königliche Regierung in Osnabrück die Schulangelegenheiten.

1888 - Das Schulgeld, zuletzt 2,50 Mark im Jahr für jedes Kind, wird aufgehoben.

1889 - Ab 1889 bis zum 1. Weltkrieg findet jährlich eine Kreislehrerkonferenz für die Obergrafschaft auf dem Isterberg, in Bentheim oder Schüttorf statt. Die Leitung hat der Kreisschulinspektor. Vertreter der Königlichen Regierung in Osnabrück sind fast regelmäßig anwesend. Zu den Teilnehmern gehören auch die Prediger der Obergrafschaft. Die Tagesordnung ist fast immer gleich:

  1. Auslegung eines Bibelwortes durch den Kreisschulinspektor,

  2. Ausführlicher Bericht des Kreisschulinspektors über die Schulverhältnisse in der Obergrafschaft,

  3. Vorträge von Lehrern mit anschließender Aussprache,

  4. Gemütliches Beisammensein

Die Vorträge befassen sich besonders mit Fragen der Unterrichtsgestaltung in den einzelnen Fächern, aber auch mit allgemeinen schulischen Fragen.
( Das Beispiel einer Tagesordnung ist unter: Volksschule Gildehaus abgedruckt.; siehe: C01  im Jahre 1902).

1887 - Lehrer Simon geht in den Ruhestand. Dafür kommen  die Lehrer Janssen und Schulte dazu.

1890 - An der Schulstraße wird ein weiterer Klassenraum angebaut (heute das schön renovierte Jugendhaus).  Die Oberstufe hat folgenden Stundenplan:
Religion: 4 Stunden; Deutsch: 8 Stunden; Rechnen: 4 Stunden; Raumlehre: 2 Stunden; Zeichnen: 2 Stunden; Realien: 8 Stunden; Singen: 2 Stunden;
Turnen (Jungen): 2 Stunden; Handarbeit (Mädchen): 2 Stunden; zusammen: 32 Stunden.

Das Kollegium der Volksschule 1890: sitzend: Hauptlehrer Johann Alex Vos, rechts: Lehrer Johann Arends, dahinter die Lehrer Janssen und Schulte.

 

1895 - Bisher war der Kirchenrat zugleich der Schulvorstand der reformierten Volksschule. Da jetzt auch Kinder lutherischen Bekenntnisses die Schule besuchen, wird ein Schulvorstand gewählt. Ihm gehören der 1. Prediger, der 1. Lehrer und vier weitere Mitglieder an.
Am 2.12.1895 werden alle Lehrer bei der Volkszählung eingesetzt. Bentheim ist mit 2.448 Einwohnern (nach Schüttorf mit 3.839 und vor Nordhorn mit 2041 Einwohnern) die zweitgrößte Stadt der Grafschaft.

1899-1901 - Die Schule weitet sich aus. 1899 wird eine fünfte Klasse durch Aufstockung der "Vos-Schule" eingerichtet. Johann Alex Vos wird Hauptlehrer.
Ab 1. April 1900 hat die Volksschule in Bentheim 6 Klassen, 5 Klassenräume und 5 Lehrer.
1901 kommt die sechste Lehrerstelle. Eine Klasse an der Schulstraße ( "Hochschule" genannt) wird aufgestockt. Die Schülerzahl in den sechs Klassen beträgt 349 Schüler.

1904 - Die Schule wird siebenklassig. Wegen der unterschiedlichen Bezahlung wechseln die Lehrer häufig. Bei sechs Stellen wechseln von Herbst 1902 bis Februar 1905 siebenmal die Stelleninhaber. Hauptlehrer Vos tritt nach 44 Jahren, davon 40 in Bentheim, in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Peter Buß aus Emden, der am 16. April 1904 in sein Amt eingeführt wird.

1905 - Das alte Krankenhaus in der Kirchstraße wird gekauft und in drei Lehrerdienstwohnungen umgewandelt (1976 abgerissen, heute Parkplätze). Auf Veranlassung von Kreisschulinspektor Stockmann wird im Herbst 1905 Nachhilfeunterricht für schwer bildungsfähige Schüler mit 6 Stunden in der Woche eingeführt, der von zwei Lehrern erteilt wird, die für eine Stunde 1,50 Mark erhalten. Die Kinder zahlen für eine Stunde 10 Pfennig. Insgesamt nehmen 18 Kinder teil.

1909 - Im Krankenhausgarten wird 1909 ein neues Schulgebäude mit vier Klassenräumen und eine Turnhalle gebaut. Die bisher von der Volksschule gebrauchten Räume werden jetzt von der Rektorschule und der Fortbildungsschule genutzt. Dadurch wird die Schule zentriert, da die Arendt-Schule mit drei Klassenräumen in der Nähe liegt.
Mit Beginn des Schuljahres 1909/10 wird in Bentheim die Schulsparkasse eingeführt. Im Sommer 1909 findet ein Zeichenkursus statt, an dem etwa 40 Lehrkräfte der Obergrafschaft an 25 Nachmittagen mit je 4 Zeichenstunden in der unterrichtsfreien Zeit (Mi und Sa nachmittags) teilnehmen.

1913 - Hauptlehrer Buß tritt in den Ruhestand. Lehrer Lukas Wedewen, der seit 1893 in Bentheim tätig war, übernimmt ab Oktober 1913 die vertretungsweise Leitung der Schule. Die Ernennung zum Rektor erfolgt nach Ablegung der Rektorprüfung am 1. 10. 1919.

1914-1918 - Mehrere Lehrer werden zum Kriegsdienst eingezogen, so dass der Unterricht gekürzt werden muss und Vertretungen den Unterricht übernehmen. Im Januar 1916 muss das neue Schulgebäude mit der Turnhalle und der daneben liegende Kindergarten als Massenquartier für militärische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Der Unterricht findet in Ausweichräumen statt.
Da die Kartoffelernte nicht in den Herbstferien geborgen werden kann, werden in der Zeit vom 11. bis 28 Oktober 1916  275 Kinder für einen oder mehrere Tage zum Kartoffelnsammeln beurlaubt. Vom 9. bis 17. Februar 1917 fällt der Unterricht wegen Kohlenmangels aus.
Am 22.11.1918 werden alle Schulen in Bentheim geschlossen. Die Klassenräume werden von Truppen belegt, die von der Front heimkehren. Im vollen Umfang beginnt der Unterricht wieder am 13.1.1919.

1920 - Die "geistliche Schulaufsicht" endet. Pastor Stokmann beendet seine Tätigkeit als Kreisschulinspektor für die Obergrafschaft. Nach vertretungsweise Wahrnehmung durch Rektor Südhoff, Frensdorf, ab 1.1.1920 wird dann ab 1.7.1920 Rektor Hans Valentin aus Osnabrück  Schulrat für die evangelischen Schulen in den Kreisen Bentheim, Lingen und Meppen.

1927 - Die Schule wird am 1.5.1927 von 303 Kindern (140 Jungen, 163 Mädchen) in 7 Klassen besucht. 249 Kinder kommen aus der Stadt, 46 aus der Bauernschaft, 7 aus der Schlossgemeinde und 1 Kind aus Sieringhoek. 251 Kinder sind reformiert, 17 altreformiert, 32 lutherisch; 2 Kinder gehören einer christlichen Sekte an und 1 Kind ist jüdischen Glaubens.

1933 - Im Schuljahr 1932/33 wird das Schulgebäude in der Gartenstraße aufgestockt. Für 9 Klassen stehen jetzt 9 Räume zur Verfügung. 426 Kinder werden von 9 Lehrkräften unterrichtet. Am 31.3.1933 tritt Rektor Wedewen in den Ruhestand. Er war 42 1/2 Jahre im Schuldienst, davon 40 Jahre in Bentheim, tätig. Er war Mitbegründer des Heimatvereins und schrieb die erste Heimatkunde der Grafschaft für den Schulgebrauch. Vor dem 1. Weltkrieg führte er den Lehrerverein der Obergrafschaft. Nachfolger von Rektor Wedewen wird Mittelschullehrer Hermann Arends, Sohn des Lehrers Johannes Arends aus Bentheim.

1936 - Verkehrsunterricht wird eingeführt. Einmal in der Woche soll in allen Klassen eine Verkehrsunterrichtsstunde erteilt werden.

1938 - Die evangelische und die katholische Volksschule werden zur Volksschule Bentheim zusammengelegt. Die beiden untersten Jahrgänge werden in der "Schule Nord" (Gebäude der Katholischen Volksschule) unterrichtet. Von den 524 Schulkindern sind 151 katholisch.

1939 - Am 24. August 1939 wird Rektor Arendt trotz seines fortgeschrittenen Alters als Oberleutnant zur Wehrmacht eingezogen. Möglicherweise spielt dabei eine Rolle, dass Rektor Arendt sich gegenüber der NSDAP provozierend verhalten hat. Konrektor Ribbink übernimmt die Vertretung.

1941 - Herrn Rektor Arendt, der sich im Kriegsdienst befindet, wird zum 1.1.1941 eine Rektorstelle im Schulverband Nordhorn übertragen. Wie es im Versetzungsschreiben heißt, muss er wegen seiner "judenfreundlichen Gesinnung" aus Bentheim weg. Er sei nicht bereit gewesen, in der Kristallnacht bei Zerstörungen mitzuwirken. Außerdem sei ihm übel vermerkt worden, dass er sich mit Kaufmann Neter, dem letzten Vorsteher der jüdischen Gemeinde, auf der Straße unterhalten und ihm die Hand gegeben habe. Nach dem Kriege wird er zur Rehabilitation als Mittelschulrektor in Nordhorn eingesetzt. Die kommissarische Verwaltung der Rektorstelle der Volksschule Bentheim wird zum 1.8.1941 dem Mittelschullehrer Hans Götker übertragen.

1944 - Die Durchführung eines ordnungsgemäßen Unterrichts ist wegen der dauernden Fliegeralarme nicht mehr möglich, so dass die Schüler ständig nach Hause geschickt werden müssen. Mit Einwilligung der Eltern unterrichtet Konrektor Ribbink seine Abschlussklasse zu Hause, Mädchen und Jungen im täglichen Wechsel. Mehrere Klassenräume der Schule werden zweckentfremdet mit Volkssturmmännern belegt, die rund um Bentheim Schanzarbeiten durchführen müssen.

1945 - Die Schule wird geschlossen und von Russen und Polen belegt. Drei Kinder werden durch die Kriegsereignisse getötet (Granatsplitter, Spielen mit einer Handgranate, von einem britischen Militärfahrzeug überfahren).
Der Unterricht beginnt für die Grundschule im September 1945, für die oberen Klassen im Oktober 1945. Der bisherige Schulleiter wird seines Postens enthoben.  Der langjährige Konrektor Conrad Ribbink wird mit der Schulleitung beauftragt. Für die acht Grundschulklassen stehen nur die drei Klassenräume der "Schule Nord" zur Verfügung.

Aus Berlin kommen 60 bis 70 Schulkinder zur Erholung nach Bentheim und werden auf die Klassen verteilt. Wegen des Lehrermangels sind die zwei Lehrer, die die Kinder begleiten, eine große Hilfe für die Schule. Die Berliner bleiben bis Ostern 1946.

1946 - Nach dem Zuzug weiterer Flüchtlingskinder zählt die Volksschule Bentheim 764 Kinder. 13 Klassen werden von 7 Lehrern unterrichtet. Neben dem Lehrermangel entstehen weiter große Schwierigkeiten durch den Kohlenmangel, das Fehlen von Lehr- und Lernmitteln sowie Schulbüchern, den Mangel an Heften, Tafeln, Griffeln usw.

Aufgrund eines Aufrufes von Staatsminister a.D. Grimme zur Unterstützung von stellenlosen Flüchtlingslehrern - aber auch von Frauen der noch nicht heimgekehrten Lehrer - spendet jede Lehrkraft 7 - 8 % des Nettolohnes.
Im März 1946 erfolgt die Abstimmung der Eltern über den künftigen Status der Schule. 443 evangelische und 179 katholische Eltern stimmen für die Bekenntnisschule, 151 Eltern für die Gemeinschaftsschule. Die Teilung des Schulsystems erfolgt im September 1946. Es gehen 188 Kinder und 3 Lehrkräfte zur katholischen Volksschule.

1947 - In Würdigung seines Einsatzes nach dem Kriege wird Herr Ribbink noch ein Jahr vor seiner Pensionierung zum Rektor ernannt.

1948 - Die Hoover-Schulspeisung beginnt am 11.2.1948. Eine ärztliche Untersuchung ergibt, dass von 616 Schulkindern 508 unterernährt sind. Vom 6. April bis zum 24. Mai 1948 bleibt die Schule wegen Paratyphus geschlossen. Im Gebäude der Mittelschule wird ein Seuchenkrankenhaus eingerichtet.
Am 1.10.1948 tritt Rektor Ribbink in den Ruhestand. Er hat 43 Jahre in Bentheim unterrichtet. Er hatte die schwere Aufgabe, nach 1945 die vielen Flüchtlingskinder einzuschulen und mit zahlenmäßig unzureichenden Lehrkräften den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Während der anschließenden langen Vakanzzeit übernimmt Gewerbelehrer Walter Hermann, der auch eine Volksschullehrerausbildung hat und aus Sachsen an die Schule gekommen ist, die kommissarische Leitung der Schule.

1949 - Am 1.7.1949 wird die Rektorstelle - zunächst kommissarisch,  ab 1.1.1950 hauptamtlich - durch den Lehrer Jan-Harm Kip besetzt, der vorher als Schulleiter in Alte Piccardie tätig war. Im Sommer 1949 besuchen nach weiteren Zugängen von Flüchtlingskindern 701 Schüler die Schule. Sie werden in 8 Klassenräumen und einem Behelfsraum unterrichtet. In den Jahrgängen 3 und 4 erfolgt eine Differenzierung. Damit sollen die Begabten gefördert werden. Den Schwächeren soll besonders in Deutsch und Rechnen geholfen werden.

1953-1954 - Rektor Jan-Harm Kip übernimmt Ostern 1953 die Leitung der Städtischen Mittelschule in Neuenhaus. Sein Nachfolger wird ab 1.7.1953 Johannes Schuelper, der vorher in Neerlage tätig war. Zu 1.1.1954 wird er zum Rektor ernannt. Ostern 1954 kann das neue Schulgebäude an der Brennereistraße mit drei Klassenräumen bezogen werden. Damit ist die Schulraumnot beseitigt. Die Anlagen sind nach dem Prinzip der "Schule im Grünen" nach Schulrat Portheine gestaltet.

Südschule
Blick von der offenen Pausenhalle des Nebengebäudes auf den geschlossenen Pausengang des Klassentraktes mit anschließender Pausenhalle - Quelle: T. Portheine, Wie die Nachkriegsforderung nach allseitiger Schulumgrünung  bei Grafschafter Schulen verwirklicht wurde,  Jahrbuch 1959, Seite 121.

1961 - Die Erweiterung der neuen Schule an der Brennereistraße wird abgeschlossen. Dort stehen neben Werkraum und Küche noch weitere zwei Klassenräume (zusammen 5) zur Verfügung.

Evangelische Volksschule Bentheim 1961 - Bild: Landkreis Grafschaft Bentheim

1962 - Das 9. Schuljahr wird eingeführt. Am 1. Oktober geht Rektor Schuelper als Schulrat nach Osterholz-Scharmbeck. Die kommissarische Leitung der Schule übernimmt Konrektor Karl-Heinz Kersting.

1964 - Erst am 1.4.1964 wird die Rektorstelle mit Hermann Olthuis wieder besetzt, der vorher an der einklassigen Volksschule in Holt und Haar tätig war. Die Schule besuchen Ostern 1964 468 Schüler, die in 15 Klassen von 14 Lehrkräften unterrichtet werden.

1966-1967 - Die Verlegung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Sommer und die hierdurch verordneten zwei Kurzschuljahre vom 1.4.1966 bis 30.11.1966 und vom 1.12.1966 bis 31.7.1967 bringen viel Unruhe in den Schulbetrieb, da der Unterrichtsstoff nicht in den Kurzschuljahren geleistet und der Schulbuchwechsel erst später vorgenommen werden kann. Am 1. Dezember 1966 besuchen auch die kath. Schüler die Klasse 9 der Ev. Volksschule.

1968 - Die Oberstufe der Kath. Volksschule mit 58 Schülern wird zur Ev. Volksschule abgeschult, die den Status einer Volksschule für Schüler aller Bekenntnisse erhält. Sie hat damit 567 Schüler , die von 20 Lehrkräften in 19 Klassen unterrichtet werden.

1969-1971 - Aufgrund der bestehenden Raumnot müssen beide Schulgebäude erweitert werden. Der Altbau an der Gartenstraße erhält durch einen zweigeschossigen Anbau vier Klassenräume und vier technische Räume mit den erforderlichen Nebenräumen. Dazu wird eine Verbindung zwischen Altbau und Erweiterungsbau durch einen überdachten Pausenhof geschaffen. Hier wird die Hauptschule untergebracht. Die Schule an der Brennereistraße wird in Flachbauweise um drei Klassenräume erweitert. Diese Gebäude sind für die Grundschule vorgesehen (GN, 12.3. und 22.11.1969).

1974 - Rektor Hermann Olthuis geht am 1. Februar 1974 als Schulrat nach Osnabrück - Land. Die kommissarische Wahrnehmung der Schulleitergeschäfte erfolgt zunächst durch die Konrektorin Frau Auguste Ribbink, die am 31.7.1974 pensioniert wird, anschließend durch Helmut Bolsen, der am 1.8.1974 Konrektor und am 1.8.1976 zum Rektor der Grund- und Hauptschule Bentheim, wie die Schule jetzt heißt, ernannt wird.

1979 - Mit der Einführung der Orientierungsstufe ab 1.8.1979 verliert die Schule die Schuljahrgänge 5 und 6. Gleichzeitig gibt es Umzüge. Die Grund- und Hauptschule zieht in das Gebäude der Realschule an der Marktstraße. Orientierungsstufe und Realschule werden in den Gebäuden an der Garten- und Brennereistraße untergebracht, wo zum 31.8.1979 ein neues Schulgebäude errichtet wird. Die Grund- und Hauptschule ist jetzt in diesem Gebäude an der Marktstraße untergebracht.

1989 - Nach langen Diskussionen  stimmt der Verwaltungsausschuss der Stadt zu, dass ab Schuljahr 1990/91 an den Grund- und Hauptschulen und der Orientierungsstufe ein zweiter unterrichtsfreier Sonnabend eingeführt wird (GN, 8.7.1989).

1995-1998 - In einem Gutachten im Auftrage der Stadt wird empfohlen, die Grund- und Hauptschulen an den Standorten Bad Bentheim und Gildehaus zu belassen (GN, 24.5.1995).. Vom Rat der Stadt wird daraufhin die Erweiterung der Grund- und Hauptschule in Bad Bentheim um 9 Klassenräume und eine Pausenhalle und der Abriss der Pavillonklassen beschlossen (GN, 22.9. und 23.11.1995). Aus finanziellen Gründen treten jedoch Verzögerungen ein (GN, 18.5. und 14.6.1996). Der Baubeginn von letztendlich 6 Klassenräumen als Ausgleich für 5 abgängige Pavillonklassen erfolgt im Oktober 1997 (GN, 2.7. und 17.9.1997). Nach dem Richtfest im Dezember 1997 (GN, 22.12.1997). können die neuen Räume Ostern 1998 bezogen werden.

1998 - Der Schulelternrat stellt an die Stadt einen Antrag auf Randstundenbetreuung. Eine Umfrage unter den Eltern der Grundschulen und der Kindergärten hatte ergeben, dass deutlicher Bedarf  besteht. Randstundenbetreuung bedeutet, dass die Kinder durch eine pädagogisch geschulte Kraft in der Schule auch außerhalb der Schulstunden von 8 bis 13 Uhr betreut werden. Die Mehrheit im Schulausschuss lehnt jedoch den Antrag des Schulelternrates wegen der finanziellen Risiken ab (GN, 22.7.1998).

2003 - Im Rahmen der bevorstehenden Schulreform mit Abschaffung der OS fordern die Elternschaft der Schule und auch die Hauptschüler selbst in einer Unterschriftenaktion, die Hauptschule in den Räumen der OS (bei der Realschule) unterzubringen und sie der Realschule anzugliedern, so dass eine Haupt- und Realschule entsteht (GN, 1.11.2003). Dies wird vom Schulausschuss einstimmig abgelehnt. Er bleibt bei seiner  von ihm favorisierten Lösung, nach der alle Bentheimer Schulen an ihren Standorten bleiben. Das bisherige OS-Gebäude soll vielmehr der Fachschule für Ergotherapie angeboten werden. Durch den Umzug der Fachschule soll zusätzlicher Raum an der Funkenstiege für das Gymnasium geschaffen werden. Der fehlende Raum an der Hauptschule soll durch den Aufbau von Mobilklassen geschaffen werden (GN, 14.11.2003).

2004 - Die Schülerschaft unternimmt im Schlosspark einen Sponsorenlauf. Mit den Spenden von 6.500 €  soll der vor sechs Jahren von Eltern, Schülern und Lehrern gemeinsam zu einem naturnahen Schulhof nach dem Vorbild der "Hollunderschule" umgestaltete Schulhof  weiter ausgestaltet werden. Vorgesehen ist, Aufbauten und Spielgeräte anzuschaffen. Weil dafür die Spenden der Eltern nicht ausreichen, kam die Idee für einen Sponsorenlauf (GN, 18.5.2004)
Im November können dann von den Kindern die lang ersehnten Spielgeräte in Besitz genommen werden. Da der Schulhof auch nachmittags öffentlich genutzt werden darf, hat sich die Stadt bereit gefunden, die Instandsetzungskosten zu tragen, während die Pflege der Anlage weiterhin von der Eltern-Lehrer-Initiative übernommen wird (GN, 8.11.2004).
Mit dem Projekt "Lesemütter, Sprachförderung und Nachmittagsbetreuung" sollen mögliche Lerndefizite bei Kindern, deren Eltern beide berufstätig sind oder die aus einer ausländischen Familie kommen, aufgefangen werden. Außerdem gibt es gezielte Sprachförderung und eine Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag, die von mehreren Frauen ehrenamtlich geleistet werden (GN, 21.6.2004).

2005 - Zum Ende des Schuljahres 2004/05 wird der Schuleiter, Rektor Helmut Bolsen, in den Ruhetand versetzt. Einen großen Teil seines Lebens hat er in dieser Schule verbracht, zunächst als Schüler von 1947 bis 1951, dann als Lehrer ab 1965, als Konrektor ab 1974 und ab 1976 als einer der damals jüngsten Rektoren in der Grafschaft Bentheim. Von allen Rednern bei seiner Verabschiedung wird ihm nicht nur Kompetenz und Engagement, sondern auch Menschlichkeit und Warmherzigkeit bescheinigt (GN, 13.7.2005).
Bereits mit Beginn des neuen Schuljahres werden der neue Rektor Dieter Bönnen und die neue Konrektorin Hanna Vos in ihren Ämtern tätig. Anfang November erhalten sie ihre Ernennungsurkunden.

2006 - Schüler der G/H Bad Bentheim beeindrucken mit einer Musical-Aufführung "Lampenfieber" ein breites Publikum. Es ist das erste Mal, dass solch ein Projekt gestartet wird. Vor allem für Hauptschüler ist es eine große Herausforderung, an solch einer Aufführung teilzunehmen (GN, 28.6. und 4.7.2006). Im folgenden Schuljahr wird erneut im Rahmen des Ganztagsangebotes ein Musical eingeübt. Es wird das Stück "Zickenterror" inszeniert, das die 30 Schülerinnen dann im Schüttorfer "Komplex" aufführen (GN, 5.5.2007)
Das DRK-Seniorenzentrum "Am Schlosspark" will in einem Projekt "Jung und alt - voneinander lernen, miteinander leben" Begegnungen zwischen den Generationen ermöglichen. Heimbewohner und Schüler aus Bad Bentheim sollen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Ein erstes Gespräch findet zwischen Heimbewohnern und der Klasse 8 der Hauptschule Bad Bentheim über Weihnachten in früherer Zeit statt. Auch in der Realschule und im Gymnasium ist man an einer Teilnahme interessiert (GN, 22.12.2006).
Für Ganztagsangebote erhält die Schule vom Kultusministerium für das kommende Schuljahr 25 Lehrerstunden pro Woche (15 in der GS, 10 in der HS) zusätzlich (GN, 23.12.2006).
In einem Projekt zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule lesen Grundschüler im Kindergarten in Kleingruppen vor, nachdem sie unter Anleitung im Deutschunterricht auf ihren Einsatz vorbereitet wurden (GN, 29.12.2006).

2007 - Die Schullandschaft in Bad Bentheim soll umfassend neu geordnet werden. Es wird folgendes Modell diskutiert:

  • Die G/H Bad Bentheim gibt ihren Hauptschulzweig an die G/H Gildehaus ab. Danach gäbe es nur eine Hauptschule im Stadtgebiet.

  • Die kath. Johannesschule wird aufgelöst. Für die künftige einzige Grundschule im Ortsteil Bentheim könnte entweder der Standort Marktstraße saniert und ausgebaut werden, oder es entsteht ein Neubau, z.B. auf dem Gelände des jetzigen Freibades.

Auslöser der Diskussion ist ein Positionspapier der G/H Bad Bentheim zum baulichen Zustand der Schule. Das Gebäude sei dringend sanierungsbedürftig und müsste außerdem zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Es sei die Frage, ob es sinnvoll ist, in beide Hauptschulen zu investieren, die beide angesichts der sinkenden Geburtenzahlen künftig nur einzügig sein werden. In Gildehaus sind die Voraussetzungen für einen zweizügigen Ganztagsschulbetrieb der Hauptschule dagegen bereits vorhanden. Wegen der Entwicklung der Schülerzahlen sei der Bestand der kath. Johannesschule auf Dauer nicht mehr gewährleistet, so dass sie in die verbleibende Grundschule überführt werden müsste (GN, 30.05.2007; Kommentar: GN, 2.6.2007). Nach den Beratungen im Schulausschuss zeichnet sich für die vorgeschlagene Lösung "eine Hauptschule in Gildehaus, eine Realschule in Bentheim" eine breite Mehrheit ab. Unklar ist jedoch noch, ob die Bentheimer Grundschule einen Neubau bekommen kann (GN, 9. und 16. 6. 2007).
Die von den Schulleitern angeregte Zusammenfassung der Hauptschulen in Gildehaus sowie der Grundschule in Bad Bentheim mit der Johannesschule soll frühestens im Spätsommer 2008 entschieden werden. Dies wird im Schulausschuss deutlich. Grund ist die weiterhin offene Frage der Kosten und der Finanzierung (GN,22.9. und 15.11.2007). Die Grundschulen drängen auf eine Entscheidung. Sie sind nur dann bereit, sich zusammenzuschließen, wenn sie dadurch ein neues Schulgebäude bekommen, da die jetzigen Gebäude in einem sehr schlechten Zustand sind (GN, 27.12.2007).
Die Klassen 3 und 4 der beiden Bad Bentheimer Grundschulen üben Kunststücke mit den Zirkuspädagogen eines Oldenburger Zirkus ein und geben öffentlich Kostproben ihres Könnens ab. Weitere Vorführungen erfolgen für die Grundschulkinder der 1. und 2. Klassen und für alle Bentheimer Kindergärten in zwei Galavorstellungen (GN, 26.6.2007).

In Absprache zwischen Förderverein und Schulleitung wurde ein Medienkonzept entwickelt, das auf die besonderen Belange der Grundschule abgestimmt ist. Es berücksichtigt dabei die großen sozialen Unterschiede der Schüler, die einen erheblichen Unterschied in der medialen Kompetenz mit sich bringen. Im Stundenplan sind feste Stunden für die "Informationstechnische Grundbildung (ITG)" vorgesehen. Die Schüler können schon eine "Kiddy-Lizenz" erwerben, die Bausteine vorsieht wie Hardware, Textverarbeitung, Paint, Lernprogramme und Internet. Der Förderverein unterstützt diese Ansätze und will insgesamt 40.000 € an Spenden einwerben, um alle Ziele im Rahmen des Medienprojektes zu verwirklichen. Es soll ein weiterer Computerraum eingerichtet werden, jede Klasse soll vier Computer zur Verfügung haben (GN, 21.9. 2007).

Im Rahmen des Ganztagsangebotes bearbeiten 26 Schüler das klassenübergreifende Projekt der G/H-Schulen Gildehaus und Bad Bentheim  "Afrikanische Kunst" unter der Leitung der Künstlerin Ingrid Berkemeyer. Die Präsentation der Ergebnisse anlässlich des "Tages der offenen Tür" in der Schule Gildehaus findet viel Beifall. In das Projekt wird die "Esel-Initiative" des Vereins zur Förderung allein erziehender Frauen in entlegenen Weltregionen mit einbezogen. Dieser Verein gibt an Witwen weibliche Esel, die den Frauen und Mädchen die Lasten abnehmen, damit sie mobiler werden, teilweise die Ernährung gewährleisten und neue Einkommensmöglichkeiten eröffnen (GN, 11.10.2007).

Durch eine großzügige Spende der Familie Deilmann in Höhe von 11.000 € erhält die Schule eine neue und größere Schulbücherei. Auf vielfältige Weise bemüht man sich in der Schule um die Leseförderung: Schüler werden zu "Lesefüchsen" ausgebildet. Leseschwache werden unterrichtsbegleitend von Lesementoren und Lesemüttern unterstützt. Die Bücherei wird für den Unterricht genutzt, aber auch für das Betreuungsangebot an den Nachmittagen (GN, 19.11.2007).
Das Ganztagsangebot am Hauptschulzweig, das im vergangenen Jahr genehmigt wurde, erhält gemäß Zusage des Kultusministers ab 1.September 2008 fünf zusätzliche Lehrerstunden (GN, 22.12.2007).

2008 - Die "Esel-Initiative" von 2007 wird fortgesetzt. Die Ergebnisse sind in einer Ausstellung im Rathaus zu sehen und können dort gegen einen Spendenbeitrag erworben werden (GN, 8.7.2008).
Schüler der Grundschule berichten auf der Kinderseite der Zeitung von einem Spendenlauf. Das gespendete Geld ist für die SOS-Kinderdörfer in Afrika bestimmt (GN, 14.10.2008).
Die Grund- und Hauptschulen Gildehaus und Bad Bentheim sind als NTC-Schulen anerkannt worden. NTC bedeutet: "Nederlands Taal en Cultuur in Nedersachsen". An den NTC-Schulen wird niederländischer Sprach- und Kulturunterricht erteilt. Es ist ein Angebot für Kinder, die in Deutschland wohnen und von denen mindestens ein Elternteil die niederländische Nationalität besitzt. Derzeit gibt es dieses Angebot neben Gildehaus und Bad Bentheim  auch in Nordhorn, Uelsen,  Laar, Ringe und Emlichheim sowie im emsländischen Rhede. Der Unterricht wird vom niederländischen Staat bezahlt (GN, 8.11.2008).

2009 - Im GN-Jahresgespräch  erläutert Bürgermeister Dr. Volker Pannen bezüglich der weiteren Entwicklung der Schullandschaft im Jahre 2009 folgende Planungsüberlegungen:
- Reduzierung des Schulstandortes Marktstraße auf die Grundschule und damit einhergehend eine Zusammenfassung der Hauptschulen in Gildehaus sowie eine Auflösung der Schulbezirke - gültig ab Sommer 2009.
- Auf Grundlage des Elternvotums werden die Grundschulen am Standort Marktstraße vereinigt.
- Beginn der Planungen eines Schulneubaus, aller Voraussicht nach am Standort Schürkamp (GN, 6.1.2009)

Nach Information der Eltern in einem gemeinsamen Brief des Bürgermeisters, der Schulleiter und Schulelternvertreter stimmen die Eltern von Kindern der beiden Grundschulen in Bad Bentheim mit großer Wahlbeteiligung und deutlicher Mehrheit der Vereinigung ihrer Schulen am Standort Marktstraße zu (GN, 16. und 28.1.2009).
Der Schulausschuss spricht sich einstimmig für die Vorschläge der Verwaltung aus (GN, 6.2.2009).

Ohne Gegenstimmen macht der Rat der Stadt Bentheim den Weg für die seit langem diskutierte Reform der städtischen Schulstruktur frei: An der Marktstraße wird die dortige Grundschule mit der Johannesschule zusammengefasst. Der Hauptschulzweig wird aufgelöst, die Schüler fahren künftig zur Hauptschule nach Gildehaus. Damit konzentriert die Stadt ihre Schule in Bentheim auf zwei Standorte. Für die neue Grundschule wird der Status einer Ganztagsschule beantragt. Die Schulbezirke werden entsprechend angepasst (GN, 31.3.2009).

Für den Neubau einer Grundschule am Schürkamp sprechen sich alle Parteien aus, lediglich die FDP spricht sich wegen der hohen Kosten für die Sanierung der alten Schule aus (GN, 31.3., 16.4. und 23.4.2009). Durch den Verkauf u.a. der Schulgebäude und der Turnhalle mit gut 2 Millionen Euro und knapp 400.000 Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes wird somit der Schulneubau auf dem Gelände Schürkamp/ Brennereistraße möglich, wo dann in Anbindung an die Realschule bis zum Schuljahrsbeginn 2012 ein Schulzentrum entstehen soll. Der Gesamtbeitrag der Kosten für die neue Schule soll fünf Millionen Euro nicht überschreiten (GN, 25.5. und 27.5.2009).

Das neue Musical der Grund- und Hauptschule Bad Bentheim "Lisa und der Mutmachzirkus", an dem 35 Kinder - hauptsächlich Mädchen - aus den Klassen 3 bis 7 beteiligt sind, bereitet den Mitspielern und dem Publikum sehr viel Freude. Gekonnt stellt die Musicalgruppe ihre Sicht des Schulalltags dar und lässt die anwesenden Eltern und Lehrer nicht nur schmunzeln, sondern offen in einen ihnen vorgehaltenen Spiegel blicken. Ein letztes Mal stellt die Schule in dieser Zusammensetzung ihre Arbeit vor (GN, 26.5. und 3.6.2009).

Mit einem Schulfest werden die Hauptschüler verabschiedet, die nach den Sommerferien die Hauptschule in Gildehaus besuchen werden. Ab August entsteht eine eigenständige dreizügige Grundschule mit Dieter Bönnen als Rektor und Johanna Vos als Konrektorin und 20 Lehrern, die dann einen anderen Namen erhalten soll. Die Schule nimmt auch die 50 Schüler der 2. bis 4. Klassen der katholischen Johannesschule auf. Der Schulleiter der Johannesschule, Leonhard Dortelmann, tritt eine neue Stelle in der Schulleitung einer Grundschule im Landkreis Osnabrück an. Von acht Lehrern wechseln fünf nach Gildehaus, zwei an Grundschulen in Nordhorn bzw. Schüttorf und einer zur Realschule Bad Bentheim (GN, 24.6.2009)

Die Realschule, die Grund- und Hauptschulen Bad Bentheim und Gildehaus werden zusammen mit 43.200 Euro bei der Verbesserung der Medienausstattung aus dem Konjunkturpaket II gefördert. "Gefördert wird  mit diesen Mitteln die Infrastruktur für mobiles Lernen, bestehend aus der erforderlichen Hard- und Software (z.B. Schulserver, Whiteboards, mobile Rechner, USB-Sticks), dem Strom- und Datennetz und dem notwendigen Mobilar", erklärt der Landtagsabgeordnete Hilbers in diesem Zusammenhang. (GW,22.7.2009).

Grundschule Bad Bentheim

Zusammenlegung mit der Johannesschule
"Durch die Zusammenlegung mit der Johannesschule wird der nächste Schritt in der Schulentwicklungsplanung in Bad Bentheim vollzogen", sagt Bürgermeister Dr. Volker Pannen. An der Grundschule Bad Bentheim werden jetzt 321 Schüler in 15 Klassen von 21 Lehrern und 10 pädagogischen Mitarbeitern für die Ganztagsbetreuung und den Vertretungsunterricht unterrichtet. Die Schule hat einen neuen Anstrich erhalten. Sie ist das letzte Mal vor 30 Jahren gestrichen worden. Die Klassenräume sind zum Teil mit neuem Mobilar versehen worden. Es gibt auch feste Räume für die Sprachförderung und das "Brückenjahr" zur Vorbereitung der künftigen Schulanfänger auf die Schule (GN, 5.8.2009).

2010 - Beschluss des Rates
Nach dem Beschluss des Bad Bentheimer Rates kann nun unverzüglich mit den Vorarbeiten für den möglichen Neubau einer Grundschule am Schürkamp begonnen werden. Die Stadt sichert sich jedoch Ausstiegsklauseln für den Fall, dass die Schule doch nicht gebaut wird. Der Neubau soll bis zum Jahre 2012 fertig gestellt sein. (GN, 10.2., 13.3. und 17.3.2010)

Aktion für die Erdbebenopfer in Haiti
Lehrer und Schüler entschließen sich spontan, eine Aktion für die Erdbebenopfer in Haiti zu starten. Sie planen ein Sponsorenschwimmen und laufen für die SOS-Kinderdörfer auf Haiti. Sie finden viele Sponsoren, die sie bei der Spendenaktion unterstützen, und sammeln mehr als 10.000 Euro. (GN, 20.2.2010)

Zauberer in Bad Bentheim
Unter dem Motto "umsonst und draußen" sind Zauberer aus fünf Ländern  im niederländischen Losser und in Bad Bentheim zu sehen. "Lachen und Spaß haben ist dabei das Wichtigste" betont Georg Lauer, der mit Frank Slink von der Touristikinformation Bad Bentheim das Festival auf deutscher Seite organisiert. (GN, 29.5.2010)

Zum Neubau der Grundschule
Nach kontroversen Diskussionen über viele Monate - auch in der örtlichen Presse - beschließt der Rat am 21.Juni mit breiter Mehrheit den Neubau der Grundschule an den Brennereistraße. Die Kosten sollen maximal 5,2 Mill. Euro betragen. Der Neubau soll unmittelbar südlich des Realschul-Erweiterungsgebäudes entstehen. Die ursprüngliche Idee, diesen Neubau auf dem Sandplatz nahe der Sporthalle zu bauen, ist noch einmal verändert worden - u.a. um den Schulhof abseits der Straßen zu erhalten. (GN, 5.5.; 14.5.; 15.5.; 18.5.; 26.5.; 31.5.; 1.6.; 9.6.; 16.6.; 23.6.2010)

Unterrichtsausfall wegen Überschwemmung
"Land unter"
gestern in Bad Bentheim und Schüttorf: Die Feuerwehren aus der Obergrafschaft und Nordhorn waren vom späten Nachmittag an mit allen Fahrzeugen zu Hilfseinsätzen unterwegs. In den Straßen stand das Wasser bis zu 20 cm hoch.  An der Grundschule Bad Bentheim fällt der Unterricht heute aus. Das teilte der Schulleiter Dieter Bönnen gestern Abend mit. Keller und Toiletten stünden dort unter Wasser. Eltern werden gebeten, Kinder nur zur Betreuung in die Schule zu schicken, wenn es keine andere Möglichkeit gebe. (GN, 27.8.2010)

Wiedersehensfeier nach 60 Jahren
Eine zweitägige Wiedersehensfeier gibt es in Bad Bentheim, wo sich ehemalige Volksschüler 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung am 15. März 1950 treffen. Eingeschult wurden sie 1941 mit insgesamt 48 Mädchen und 58 Jungen verschiedener Konfessionen in zwei Klassen. Klassenlehrerinnen waren damals Frau Gastvogel und Frau Busche. Nach der Wiedereinführung der Konfessionsschulen im Jahre 1946 wurden die beiden Klassen zusammengelegt. 34 Schüler wechselten damals zu einer höheren Schule, 21 gingen zur katholischen und die übrigen zur evangelischen Schule. Durch die vielen Vertriebenen und Flüchtlinge aus den Ostgebieten erhöhten sich die Schülerzahlen laufend. Nach Angaben eines Mitgliedes des Organisationsteams gab es im Schuljahr 1944/45 nur wenige Tage, an denen voller Unterricht erteilt werden konnte, denn Tag für Tag gab es Fliegeralarm. Im Jahre 1945 fiel der Unterricht längere Zeit aus. Nach dem Einmarsch der Engländer am 3. April  wurde die Schule mit Engländern und Russen belegt. Am 1. September konnte der Unterricht vorerst in der Nordschule mit den Grundschulklassen beginnen. Man unterrichtete in Mäntel gehüllt in ungeheizten Klassenräumen. Zur Wiedersehensfeier konnten nur ein Drittel der damaligen Schüler kommen. Inzwischen ist ein Drittel der damals Eingeschulten verstorben, ein weiteres Drittel konnte zumeist aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. (GN, 22.9.2010)

Grundschüer als Streitschlichter
Streitschlichter aus der Grundschule übernehmen gut ausgebildet die Aufgaben der nach Gildehaus abgewanderten Hauptschüler. Das gemeinsame Erkennungszeichen ist die schwarze Mütze, die für alle, die Hilfe suchen, schon auf dem Schulhof weithin sichtbar ist. (GN, 21.10.2010)

Entwurf der neuen Grundschule
Die neue Grundschule wird nach Entwürfen des Nordhorner Architekturbüros Pena gebaut. Aus 28 eingereichten Plänen waren vier in die engere Auswahl gekommen. Die Schule soll nach einer Bauzeit von einem Jahr zum Schuljahrsbeginn 2012 fertig sein. Es bleibt bei der Deckelung von 5,2 Millionen Euro. Nach einer einstimmigen Empfehlung des Schulausschusses am 1. Dezember traf der Rat der Stadt Bad Bentheim die endgültige Entscheidung in seiner Sitzung am 20. Dezember. (GN, 23.10., 3.12. und 22. 12.2010)

2011 - Zur Erinnerung!
 Eine große Widersehensfeier begingen nach 60 Jahren nach ihrer Schulentlassung im Jahre 1951 ehemalige Schüler der damaligen Volksschule Bentheim. Standorte der Schule waren an der Brennereistraße und Hofstiege. Klassenlehrer in den beiden letzten Jahren waren Hans Goetker und Siegfried Schulz. "Diese beiden Lehrer haben uns", so die Organisatoren, "sehr viel Wissen auf den Weg gegeben. Dafür sind alle Ehemaligen den beiden Lehrern heute noch sehr dankbar". (GN, 16.5.2011)

Lesenacht
Zahlreiche Grundschüler haben in diesem Schuljahr an dem Projekt KLASSE-KIDS teilgenommen. Sie haben einige Wochen die GN gelesen und im Unterricht viel über die Tageszeitung gelernt. Die Klasse 4 c  der Grundschule Bad Bentheim hat sogar eine Lesenacht zum Thema "Grafschafter Nachrichten" in der Turnhalle veranstaltet.  (siehe GN, 5.7.2011)

Grundsteinlegung der neuen Grundschule
Im Beisein zahlreicher Schüler hat die Stadt Bad Bentheim das Startsignal für den Bau der neuen Grundschule  am Schürkamp gegeben.  Es gehe zur Zeit um  Baukosten in Höhe von knapp 4,9 Mill. Euro. Für die Außenanlagen stünden damit weitere 300.000 Euro zur Verfügung.  Es ist ein Komplettabriss der Ergotherapieschule (105.000 Euro) vorgesehen. Sie kann jedoch  ihr Gebäude bis  zum kommenden Sommer nutzen. Ihr künftiger Verbleib soll in den nächsten Wochen gesichert werden. Im Gespräch ist weiterhin ein Umzug  ins alte Amtsgericht.
Die Schüler,  die das Lied  von den "fleißigen Handwerkern" einstudiert haben, fiebern der neuen Schule  schon genauso entgegen wie Schulleiter Dieter Bönnen, der die kleine Feier dazu nutzte, den vielen Beteiligten zu danken. (GN, 3. und 6. 7. 2011)

Grundsteinlegung
Bei der Grundsteinlegung sind die 318 Schüler der Klassen 1 bis 3 dabei, die ab Sommer 2012 hier ihr neues "Zuhause" beziehen werden. In einer Kupferrolle werden Briefe von Schulleiter Dieter Bönnen  mit den Namen aller Schüler und von Bürgermeister Volker Pannen, ein Foto von der aktuellen Baustelle, eine GN und einige Münzen sowie die Baupläne eingemauert. Vorgetragen werden auch die vielen Wünsche der Kinder: ein großer Spielplatz mit Schaukel und Rutsche, schöne und helle Klassenräume, viele neue Spiele für die Klassen, ein großer Schulhof mit Klettergerüst und Hängematte, saubere Toiletten, ein Aquarium, Tischkicker und Tischtennisplatte in einer großen Pausenhalle - vor allem aber ganz viele Freunde in der neuen Schule. Nach Angaben von Dieter Bönnen biete die große Turnhalle viel Platz. Die Dritt- und Viertklässler sitzen im obersten Stockwerk: die Erst- und Zweitklässler sind in de ersten Etage untergebracht. Im Erdgeschoss sind Mensa und Veranstaltungsraum, Bücherei, Küche und Musikraum sowie ein Raum für den Hausmeister und auch eine Behindertentoilette vorgesehen.(GN, 10.9.2011)

NTC-Schule "De Brug"  auch an der GS Bad Bentheim
Nach der offiziellen Eröffnung der Niederländisch-Schule "De Brug"  der
"Stichting NTC-Obergrafschaft" (NTC-O) im November 2011 in Gildehaus erfolgt jetzt der Start an der GS Bad Bentheim durch Hans-Dieter Hardt vom Vorstand der Stiftung NTC-Obergrafschaft. Bürgermeister Dr. Volker Pannen lobte das Projekt und betonte, wie wichtig es sei, dass die Kinder im Grenzraum von klein auf beide Sprachen erlernten. Neben 94 Kinder in Gildehaus werdenzukünftig 19 weitere Kinder in Bad Bentheim unterrichtet. (GN, 30.9.2011)

Richtfest
Der Bürgermeister Volker Pannen nennt beim Richtfest beeindruckende Zahlen: 1100 qm Fläche, 2200 Kubikmeter Erdreich bewegt, 3300 Tonnen Beton verarbeitet und 16000 Steine verbaut. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die Schule im September 2012 in Besitz genommen werden. Dann soll ab Juli/ August nach dem Abriss der restlichen Ergotherapieschule der Freiraum entstehen, auf dem in den Herbstferien der Schulhof mit dem entsprechenden Garten angelegt wird. (GN, 10.12.2011)

2012 - Namenloser Neubau im Kostenrahmen
Der Schulneubau in Bad Bentheim wird den vom Rat gesetzten Kostenrahmen einhalten. Davon geht die Verwaltung aus. Aktuell anfallende Mehrkosten werden durch insgesamt günstige Ausschreibungsergebnisse ausgeglichen. Offen ist noch, wie die neue Schule künftig heißen soll. Die Schule selbst hatte sich, nicht zuletzt auf Anregung ihrer Schüler, mit der Namensgebung befasst und nach einer längeren Diskussion "Löwenzahnschule Bad Bentheim" vorgeschlagen. Dieser Vorschlag stieß jedoch bei den Politikern im Bildungsausschuss auf Vorbehalte. (GN, 1.3.2012)

Schulentlassung vor 60 Jahren
Am 8. März 1952 wurden ehemalige Bentheimer Volksschüler ins Berufsleben entlassen. Sie feierten nun ihre Wiedersehensfeier nach 60 Jahren. Die Einschulung erfolgte am 4. August 1943. Klassenlehrerin war Änne Leverkinck, die 59 Kinder in der Klasse hatte. Durch Kriegseinwirkungen wie Fliegeralarm, fehlende Klassenräume, fehlende Lehrer, häufiger Lehrerwechsel, fehlendes Heizmaterial und durch Flüchtlingselend kam es zu häufigen Unterrichtsausfällen. Dass Rektor Jan Harm Kip dann ihr Klassenlehrer wurde, war von entscheidender Bedeutung für den Rest der Schulzeit. Gerade ihm hätten sie enorm viel zu verdanken. Auch die Junglehrerin Elfriede Müller unterrichtete mit großem Engagement rund 50 Schüler. Entlassen wurde man aus der ev. Volksschule mit 48 Schülern, von denen heute bereits 15 verstorben sind. (GN, 15.3.2012)

Seilchenspringen für ein Klettergerüst
Lehrer und Schüler der Grundschule üben in dieser Woche eine besondere Sportdisziplin: Seilchenspringen. Hintergrund ist eine gemeinsame Spendenaktion der Grundschule und RWE. Die Aktion ist Teil des RWE-Familienfestes. Mit jedem Überschlag unterstützen die Springer den Kauf eines Spielgerätes für den Schulhof der neuen Grundschule. (GW, 9.5.; GN, 11. und 15.5.2012)

Spende von Dr. Deilmann
Mit einer sechsstelligen Spende von Dr. Jürgen Deilmann wurde ein Kleinspielfeld am neuen Schulzentrum in Bad Bentheim finanziert. Es blieb auch noch Geld übrig für ein Spielgerät und die Sanierung der Sitzstufen. "Damit haben die Schüler der neuen Grundschule und auch der Realschule einen tollen Ort, wo sie Sport treiben können", sagte Grundschulleiter Dieter Bönnen. Die turnerischen Übungen und ein Staffellauf der Grundschüler der Klassen eins bis drei erfreuten Schüler, Lehrer und die Ratsvertreter sowie den Spender ebenso wie ein Basketballmatsch der Realschüler. (GN,10.5.2012)

Ein lustiger und schlauer Vogel
Die Dohle ist der "Vogel des Jahres 2012". 13 Schulkinder aus den vierten Klassen haben sich gründlich mit dem Rabenvogel  beschäftigt und eine Informationstafel sowie einen Nistkasten angefertigt. (GN, 12.6.2012)

Abschied von der alten Grundschule
Nur noch wenige Tage wird die bisherige Grundschule in Bad Bentheim  mit Leben gefüllt sein. Dann steht der Umzug in den Neubau am Schulzentrum an. Bis dahin steht für Kinder, Eltern  und Lehrer noch einiges auf dem Programm.

Musical
"Schulgeflüster und das Rätsel um den Bauzaun"
, so lautet der Titel eines Musicals zum Abschied vom Grundschulgebäude. Aufgeführt wird das Musical von 100 Kindern an zwei Aufführungen im Schüttorfer Theater der Obergrafschaft.

Flohmarkt
Die Klassenräume werden leer geräumt. Die Sachen werden auf einem großen Flohmarkt angeboten. Gleichzeitig lädt die Grundschule  zum großen Abschlussfest  mit Spielen für die Kinder, Grillen und gemütlichem Beisammensein ein.

Die letzte Woche
Für die letzte Woche vor den Sommerferien steht kein Unterricht mehr an. Vorgesehen sind ein Sponsorenlauf, Chaosspieltage u.s.w.. Die ersten bis dritten Klassen bringen die ersten Schulsachen in das neue Gebäude.

Einzug
Mehr als 1000 Kartons werden in der Grundschule mit all den Unterrichtsmaterialien gepackt und vom Servicebetrieb der Stadt Bentheim und der Bauaufsicht nach Anleitung durch den Hausmeister zur neuen Schule transportiert. In der letzten Woche der Sommerferien kommt dann das Bad Bentheimer Grundschulkollegium zusammen und packt die Kartons in den neuen Räumen wieder aus . So soll pünktlich zum Start des neuen Schuljahres alles für den Unterricht bereit sein. (GN, 6.7. und 12.7.2012)

Grundschulneubau nicht teurer als geplant
Der Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt Bad Bentheim hat beschlossen, das Investionsbudget der Grundschule um maximal 30.000 Euro für die Anschaffung digitaler Tafeln zu erhöhen. Die Finanzierung soll im Rahmen des Kostendeckels für den Grundschulneubau oder über den Nachtragshaushalt sichergestellt sichergestellt werden. Anfang Juli lagen die Kosten für den Grundschulneubau noch unter den veranschlagten 5,2 Millionen Euro. Darin enthalten seien auch schon die Kosten für den Komplettabriss der Ergotherapieschule. Der VA hat inzwischen auch den Auftrag für die Außenanlagengestaltung der neuen Grundschule an eine Firma in Osnabrück vergeben. Diese umfangreiche Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Die Arbeiten sollen mit den Sommerferien beginnen. Während der Ferien sind dabei alle Arbeiten auszuführen, die für den Betrieb der Grundschule unbedingt nötig sind. Das sind zum Beispiel: Das Verlegen der Schmutzwasserleitung, das Herstellen der Fahrradabstellanlage und die Zuwegung bzw. das Herstellen der Bushaltestelle am Schürkamp. Mit den Herbstferien beginnt dann der zweite große Bauabschnitt. Nach dem Abriss der Ergotherapieschule  können die Freiflächen hergestellt werden. Für diese Arbeiten sind weitere acht Wochen eingeplant, so dass die Fertigstellung der Außenanlagen zu Weihnachten erfolgen könnte, heißt es im Rathaus. (GN, 19.7.2012)

 

Quellen:

  • Johannes Schuelper, Auszüge aus der Schulchronik der Volksschule Bentheim, 1962.

  • Wilhelm Hagerott, 200 Jahre Bentheimer Volksschulgeschichte. In: Bad Bentheim - Aspekte einer Stadtgeschichte, Band 21 der Schriftenreihe der VHS, 1996, Seite 347.

  • Wilhelm Hagerott , Der Lehrerverein der Obergrafschaft Bentheim - von der freien Konferenz zur Lehrergewerkschaft - , o.J.

  • W. Hagerott, Die Lateinschulen in der Obergrafschaft. In: Reformiertes Bekenntnis in der Grafschaft Bentheim 1588 - 1988, Das Bentheimer Land, Band 114, 1988, Seite 245

  • Gretchen Schulz, Bentheims alte Schulen, GN-Beilage Der Grafschafter, 6 und 7/1996

  • Mündliche Auskünfte von Frau Auguste Ribbink, ehemalige Konrektorin der Schule

  • Artikel in der örtlichen Presse, im Text angegeben