Grafschafter Schulgeschichte

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Grundschule Hoogstede 

Geschichtliche Entwicklung der Gemeinde
Als Ausgangspunkt der geschichtlichen Entwicklung der Gemeinde Hoogstede kann das Jahr 1821 angesehen werden. In diesem Jahr wurde die ursprünglich in Arkel in unmittelbarer Nähe zur Vechte beheimatete kleine Sandsteinkapelle nach Hoogstede versetzt und zur evanglisch- reformierten Kirche ausgebaut.
Im Umkreis der versetzten Kapelle entstanden seinerzeit Bürger- und Geschäftshäuser. Nachdem im Jahre 1859 auch noch die katholische Kirche in unmittelbarer Nähe erbaut wurde, war die Keimzelle für den heutigen Ortskern von Hoogstede inmitten der umliegenden Bauernschaften gelegt.
Nach dem zweiten Weltkrieg fanden viele Vertriebene und Zugezogene Arbeit im Erdölfeld Scheerhorn und Heimat in Hoogstede. Während dieser Zeit wurden auch die evangelisch-altreformierte Kirche (1953) und die evangelisch-lutherische Kirche (1961) gebaut.
Die Gemeinde Hoogstede setzt sich zusammen aus den Bauernschaften Arkel, Bathorn, Berge, Hoogstede, Kalle, Scherhorn und Tinholt. Diese werden dargestellt durch die sieben Kugeln im Wappen (GN, 21.8.2009).


Das Wappen von Hoogstede

1826 - Das Kirchspiel Arkel bestand aus den Gemeinden Hoogstede, Kalle, Tinholt, Scheerhorn und Berge. Im Jahre 1821 wurde die Kirche von Arkel nach Hoogstede versetzt. Die Schule in Hoogstede wird erstmalig 1826 in den Kirchenbüchern erwähnt. Vorher gingen die Kinder nach Scheerhorn in die dortige Bauernschaftsschule. Der Unterricht in Hoogstede wird in der Dielenkammer eines Bauern abgehalten. Die Kinder besuchen die Schule nur im Winter. Im Sommer arbeitet der Lehrer bei den Bauern. Nach der "Rechnung über den Schulfonds zu Arkel vom 1sten Januar 1826 bis dahin 1827, geführt durch den Rendanten des Schulfonds" beträgt die Zahl der schulpflichtigen Kinder in "Hochstätte & Bathorn" 82, davon sind 78 solvent und 4 arm. Das Schulgeld beträgt 24 Reichstaler 16 Groschen im Quartal, das der Schullehrer Johann Köster erhält.

1834 - Der Oberkirchenrat hat keine Bedenken, dass dem Lehrer Johann (Jan) Köster sein Sohn Lucas Köster beigeordnet wird, falls er die erforderlichen Fähigkeiten hat. Zu seiner Prüfung am 11.12.1834 teilt der Oberkirchenrat mit: "Der Lucas Köster hat zwar die Prüfung nicht bestanden, indem seine Kenntnisse in keinem Fach hinreichend waren; da er aber viel Lust und auch wohl Anlagen für das gewählte Fach zu haben scheint, so haben wir uns, bei dem einstweiligen Mangel an tüchtigen Subjekten, bewogen gefunden, ihm den Schuldienst zu Hoogstede bis auf weitere Verfügung anzuvertrauen. Wir haben es ihm zur Strengsten Pflicht gemacht, sich mit allem möglichen Fleiße ferner auszubilden; mit der Bedeutung, daß er sonst mit keiner Anstellung zu rechnen habe.
Nordhorn d. 11.Dec.1834
Köngl. Großbrt.Hann.Oberkirchenrath der Grafschaft Bentheim  
Hoogklimmer
An den Kirchenrath zu Arkel"

1850 - Lehrer Köster wird aus dem Schuldienst entlassen. In einem Schreiben des Oberkirchenrates vom 1. August 1850 heißt es: "Da wir von sachkundigen Männern vernommen haben, daß dem g. Köster zu Arkel, der sich einige Zeit zum Schuldienst vorbereitet hat, nicht nur alle Anlagen und Fähigkeit zu einem tüchtigen Schullehrer, sondern auch die nötige Lust zu seiner Ausbildung fehlt, so haben wir, nachdem auch die Herren Schul-Inspectoren dieses Urteil bestätigt haben, die Überzeugung gewonnen, daß derselbe den Anforderungen, die jetzt an die Volksschullehrer mit Recht gemacht werden, nicht werde genügen können. Wie wir nun schon seit längerer Zeit Bericht darauf genommen haben, die sich als unfähig erwiesenen Schullehrer zu entlassen und durch fähige, gehörig vorgebildete und strebsame zu ersetzen: So finden wir uns um so mehr veranlaßt, dem Köster, dessen Unfähigkeit sich hinlänglich herausgestellt hat, zu bedeuten, daß er zum Schuldienst nicht zugelassen werden könne und deshalb weitere Schritte, um zu demselben zu gelangen, nicht zu machen habe. Indem wir den Kirchenrath zu Arkel von diesem Beschlusse in Kenntnis setzen, fordern wir denselben auf, aus drei von dem Herrn Schul-Inspector ihm zu bezeichnenden fähigen  Schul-Aspiranten Einen zu wählen, damit dieser den Unterricht nach Vollendung der Ferien übernehmen könne". Nach Vertretung durch den examinierten Lehrer Snieder aus Neue Piccardie (Georgsdorf) kommt der Lehrer Schiewink, der 44 Jahre in Hoogstede bleibt.

1851 - Es wird ein Schulhaus gebaut, das noch keinen Flur und keine Kleiderablage hat. Die Schule besuchen 58 Kinder. Das Schulgeld beträgt 1 Taler im Jahr. Die Schulgemeinde besteht aus den Ortschaften Hoogstede, Bathorn sowie dem Ortsteil Arkel, der zur Gemeinde Kalle gehört. Wegen der zwischen Arkel und Kalle verlaufenden Vechte werden die Kinder aus Arkel in Hoogstede eingeschult. Die Unterrichtssprache ist Holländisch.

1853 - In einer Bekanntmachung des Oberkirchenrates heißt es: "Was ferner der Unterricht in der holländischen Sprache in der Volksschule betrifft, so verfügen wir hiermit, daß derselbe, wie unser Oberschulinspector auch bereits die Lehrer angewiesen hat, erst bei den Kindern beginnen darf, welche im Lehrbuche von Zahns biblische Historien richtig deutsch lesen, das Gelesene verstanden und mündlich von dem Gelesenen Rechenschaft geben können. Auch soll der Unterricht im Holländischen kein absolut nothwendiger sein; denn wo die Eltern dem Lehrer erklären, daß sie wünschen, daß ihre Kinde im Holländischen nicht unterrichtet werden, da sollen dieselben auch nicht verpflichtet sein, diese Sprache zu erlernen." (Bekanntmachung vom 31. Juli 1853)

1856 - Die Schulgemeinde verpflichtet sich zum Bau einer Lehrerwohnung innerhalb von 10 Jahren. Die Bausumme beträgt 950 Taler, von denen die Landeskasse eine Beihilfe von 300 Talern gewährt.

1887 - Die Schule besuchen 90 Kinder. Unterrichtsfächer sind Religion, Deutsch, Rechnen, Naturkunde, Zeichnen, Singen und Handarbeit. Turnen für Jungen wird erst 1895 eingeführt. Die Ferien betragen 63 Tage. Schulfrei ist der Geburtstag des Königs und der Sedanstag am 2. September. Pro Woche sind 30 Unterrichtsstunden vorgeschrieben. 1887 wird die Halbtagsschule eingeführt, so dass der Unterricht am Nachmittag entfällt.

1895 - Der Lehrer Schievink tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger Lehrer Hoppen stammt aus Osterwald und hat vorher in Georgsdorf unterrichtet. Er bleibt etwa vier Jahre in Hoogstede.

1902 - Nachdem Lehrer Fenner zwei Jahre lang in Hoogstede tätig war, kommt Lehrer Johannes Schievink von Bookholt nach Hoogstede. Es wird eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet. Der Unterricht findet im Winterhalbjahr zweimal in der Woche von 7- 9 Uhr abends statt. Es werden die Fächer Rechnen, Natur- und Berufskunde, Deutsch und Bürgerkunde erteilt. Zunächst wird sie von 7 Schülern besucht. 1926/27 sind es 20 junge Männer.

1908 - Nach dem neuen Schulunterhaltungsgesetz werden die reformierte und die katholische Schulgemeinde zum Schulverband Hoogstede- Bathorn vereinigt.

1910 - Im Herbst erfolgt ein größerer Umbau an dem Schulgebäude. Es werden 17 vier- und 3 dreisitzige Bänke, außerdem ein neues Pult angeschafft.

1913 - Zum 1. April wird Lehrer Schievink nach Höcklenkamp versetzt. Es folgen mehrere Lehrer, die nur kurze Zeit bleiben.

1919 - Lehrer Voltmer kommt von Scheerhorn nach Hoogstede. Er heiratet die Tochter eines einheimischen Bäckermeisters.

1921 - Die Schülerzahl ist auf 81 angewachsen. Es wird die zweite Lehrerstelle eingerichtet. Es muss eine Wohnung für einen unverheirateten Lehrer gebaut werden. Der Unterricht findet vor- und nachmittags statt, da nur ein Klassenraum vorhanden ist.

1923 - Mit der Lehrerstelle war bisher das Amt des Küsters und Organisten verbunden. Auf Antrag des Schulvorstandes stimmt die Regierung in Osnabrück einer Trennung zu.

1924 - Auf Anordnung der Reichsregierung finden in ganz Deutschland erstmals Jugendwettkämpfe im Dreikampf (100 m-Lauf, Weitsprung, Schlagball- Weitwurf) statt. In Hoogstede nehmen daran die Schulen Hoogstede-Bathorn, Kalle-Tinholt und Scheerhorn-Berge mit insgesamt 61 Kindern teil.

1927 - Die Schule und die beiden Lehrerwohnungen werden an die elektrische Stromleitung angeschlossen. Die Kosten betragen 254,70 Mark.

1929 - Der Winter ist äußerst streng. Im Februar werden Temperaturen von minus 20 bis 22 Grad gemessen. Trotz starken Heizens beträgt die Temperatur in der Klasse nicht mehr als 2 bis 5 Grad, so dass der Unterricht gekürzt werden muss.

1930 - Es wird ein zweiter Klassenraum an die Schule quer zum alten Klassenraum angebaut und im Obergeschoss eine Wohnung für den zweiten Lehrer eingerichtet, weil die bisherige Wohnung unzureichend und sehr feucht ist. Die Schule wird zum gleichen Zeitpunkt dreiklassig.

1935 - Lehrer Voltmer verlässt nach 16-jähriger Tätigkeit Hoogstede und übernimmt eine Stelle in Osnabrück. Danach erfolgt ein häufiger Lehrerwechsel.

1938 - Die Gemeinschaftsschule wird zwangsweise eingeführt. Sie wird sofort nach Kriegsende 1946 auf Wunsch der Elternschaft wieder in die zwei Bekenntnisschulen geteilt.

1939-1945 - Während des Krieges ist ein geordneter Unterricht nicht möglich; 1945 fällt er für ein halbes Jahr ganz aus.

1947 - Die Schulleiterstelle wird mit dem Lehrer Friedrich Wüppen besetzt. Die zweiten Lehrer wechseln nach dem Kriege sehr häufig.

1961 - Die für Ostern 1961 vorgesehene Einführung des 9. Schuljahres sieht zunächst die Zusammenfassung der Schüler aus den Schulen Hoogstede, Kalle, Scheerhorn, Haftenkamp, Großringe, Neugnadenfeld, Neuringe und Bathorn vor. Aufgrund eines Einspruches der Gemeinde Großringe wird auch in Neugnadenfeld eine 9. Klasse eingeführt. Für Hoogstede verbleiben die Kinder aus den Schulen Hoogstede, Kalle, Scheerhorn und Bathorn. Die Einstellung der bäuerlichen Bevölkerung ist zunächst negativ. Man hält das 9. Schuljahr für unnötig und überflüssig. Hauptsächlich die Eltern der Kinder aus Scheerhorn und Berge behalten ihre Kinder zunächst ganz nach Belieben zu Hause, bis allen Eltern ein aufklärendes Schreiben des Schulleiters zugeschickt wird.

1962 - Da das 9. Schuljahr nur von drei Schülern besucht wird, muss es mit dem 8. Schuljahr zusammengelegt werden. Der Unterricht findet zunächst im Lehrsaal der ev. Kirche statt. Die Gesamtschülerzahl beträgt im Schuljahr 1962/63  98 Kinder. Es erfolgt die Einstellung einer dritten Lehrkraft.

1963 - Nach einer Bauzeit von zwei Jahren wird am 19. September 1963 das neue Schulgebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben. Das Schulgebäude umfasst 4 Klassenräume für die Evangelische Schule und zwei Klassenräume für die Kath. Schule. Physik- und Werkraum sind für die gemeinsame Nutzung beider Schulen vorgesehen. In der alten Schule wird ein Klassenraum zum Lehrerzimmer der Ev. Schule umgebaut. Beide Schulen sind durch einen Pausengang verbunden, so dass die Kinder in den Pausen gemeinsam spielen können. Nach dem Bau der Mauer in Berlin hat man hier auf eine von einzelnen Eltern geforderte Mauer verzichtet. Beim Schulneubau wird eine ganz neue Schulbücherei im Lehrerzimmer eingerichtet. Die Bücherei wird danach von den Kindern sehr fleißig genutzt. (GN und GT, 20.9.1963)

1966 - Im Schuljahr 1966/67 besuchen 162 ev. Schüler die Schule in Hoogstede. Aus Scheerhorn kommen die Kinder aus dem 7. und 8. Schuljahrgang; 4 Schüler aus dem 6. Schuljahrgang kommen freiwillig.

1967 - Die Eltern der Kinder aus Großringe, Kleinringe und Neugnadenfeld sind nicht bereit, ihre Kinder in die 7. Klassen der Mittelpunktschule Hoogstede zu schicken, da auch dort die Einzügigkeit gewährleistet sei. Die Bezirksregierung gibt nach und schickt einen Lehrer nach Neugnadenfeld (GN und GT, 21.8.1967)

1968 - Aus Neuringe wird das 5. - 9. Schuljahr nach Hoogstede abgeschult. Die Schülerzahl beträgt jetzt 232 Kinder. Dazu ist die Einstellung einer 7. Lehrkraft erforderlich.

1969 - Mit Wirkung vom 1.1.1969 wird der bisherige Hauptlehrer Friedrich Wüppen zum Rektor ernannt.

1970 - Bei der Elternversammlung am 23.9.1970 wird ein Förderverein gegründet, der die Schule durch Geldspenden bei der Beschaffung von Lehrmitteln unterstützt. Das Ergebnis der ersten Sammlung beträgt 2830 DM.

1973 - Zum 1.8.1973 wird in der Niedergrafschaft die Orientierungsstufe eingeführt. Der 5. Schuljahrgang wird zur OS nach Emlichheim umgeschult.
Nach 44-jähriger Tätigkeit im Schuldienst, davon 26 Jahre als Schulleiter in Hoogstede, tritt Rektor Friedrich Wüppen in den Ruhestand. Er ist nach seiner Pensionierung weiterhin nebenamtlich an der Schule tätig. Sein Nachfolger wird Hans Dieter Guse, der schon seit 13 Jahren als Lehrer und später als Konrektor an der Schule tätig ist. Die Schule bekommt eine neue Turnhalle. Drei Jahre später, am 16.10.1976, wird der neue Sportplatz hinter der Turnhalle seiner Bestimmung übergeben.

1977 - Da die Schule keine Oberstufenklassen mehr hat, ist die neue Bezeichnung der Schule "Grundschule Hoogstede".

1982 - Als eine der ersten Schulen im Landkreis führt die Grundschule Hoogstede zwei unterrichtsfreie Sonnabende im Monat ein.

1985 - Nach jahrelangen Bemühungen und großem Widerstand der kath. Elternschaft in den 60er und 70er Jahren werden die evangelische und die katholische Grundschule im Einvernehmen mit allen Betroffenen zu einer Gemeinschaftsschule zusammengefasst. Es erfolgt die Zusage, dass der Kath. Religionsunterricht gewährleistet wird.

1986 - Zum 31.3.1986 tritt Rektor Hans Dieter Guse vorzeitig in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Johann Kemkers, der schon seit 1967 in Hoogstede tätig ist, ab 1980 die Schule kommissarisch leitet und am 29.8.1986 in sein Amt eingeführt wird.

1989 - Im Rahmen der Aktion "Dorferneuerung" erfolgt in den Sommerferien 1989 die Neugestaltung des Schulhofes der Grundschule Hoogstede, der 1990 offiziell abgenommen wird.


Der Schulhof, im Hintergrund die alte Schule, heute Verwaltung - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

1990 - Es findet der erste ökumenische Schulgottesdienst zum Erntedankfest für alle Kinder statt. Ausrichter sind im jährlichen Wechsel die vier Kirchengemeinden im Ort. Der Gottesdienst wird von dem jeweiligen Pastor mit den Lehrkräften geplant.

1992 - In der Schule wird ein Werkraum eingerichtet.

2000 - Die Schule wird "Verlässliche Grundschule". Prinzipien sind Verlässlichkeit des Unterrichts, Betreuung der Kinder innerhalb fester Zeiten, Einführung des Englischunterrichtes

2001 - Zum ersten Mal wird eine Schreibkraft zur Unterstützung des Schulleiters eingestellt.

2002 - Die Schule nimmt am Projekt N 21 der Landesregierung teil. Es wird ein Computerraum mit 13 Arbeitsplätzen, mindestens drei Arbeitsplätze in jeder Klasse, eingerichtet. Die ganze Schule wird vernetzt. Der Internetzugang ist von jedem PC aus möglich. Die Ausstattung der Klassen mit neuem Gestühl wird in diesem Jahr zum Abschluss gebracht. Mit dem Einbau neuer Fenster im eingeschossigen Schulbau ist die Erneuerung aller Fensteranlagen abgeschlossen.

2003 - Die letzten beiden Klassenräume werden mit Teppichboden ausgelegt. Der Samtgemeinderat in Emlichheim beschließt, die Planungen für den Bau einer neuen Turnhalle im Haushaltsjahr 2004 zu beginnen. Der eigentliche Bau, bei dem mit Kosten in Höhe von mehr als 1,6 Mill. Euro gerechnet wird, ist für die Jahre 2005 und 2006 geplant (GN, 24.12.2003).

2006 - Der Schulleiter der Grundschule Hoogstede, Johann Kemkers, wird zum 1. Februar 2006 in den Ruhestand verabschiedet. Er kam 1967 als Lehrer nach Hoogstede und unterrichtete zunächst an der Volksschule im Hauptschulzweig. Nach der Umwandlung der Schule in eine Grundschule 1977 wechselte er in diesen Schulzweig. Von 1980 bis 1986 leitete er die Schule kommissarisch, bis ihm durch Beförderung zum Hauptlehrer auch offiziell die Leitung übertragen wurde. 1999 erfolgte seine Beförderung zum Rektor. Von 1977 bis 1980 war er Kreisvorsitzender des Lehrerpersonalrates. Bei seiner Verabschiedung wird er als der "ruhende Pol" der Grundschule bezeichnet. Er sei ein gradliniger und menschlicher, ein verlässlicher und tatkräftiger Schulleiter gewesen. Er habe sich eine kritische Distanz zu Neuerungen bewahrt und sei trotzdem stets loyal geblieben (GN, 27.1.2006).

Nachfolger von Johann Kemkers als Grundschulrektor wird Dieter Schowe, der 1973 nach Hoogstede kam. Er ist seit Anbeginn in der Gemeinde- und Samtgemeindepolitik aktiv. Seine Einführung findet am 12. Mai statt. GN, 13.5.2006).

Am 13. Juni erfolgt endlich der erste Spatenstich zum Bau der neuen Turnhalle in Hoogstede. Die alte Turnhalle wurde 1973 errichtet und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen für den Sport. Sie soll für andere Nutzungen umgebaut werden. Die neue Halle soll 44 x 22 Meter umfassen und im oberen Bereich großzügig verglast werden. Die Gesamtkosten sollen 1,857 Mill. € betragen (GN, 14.6.2006). Das Richtfest wird im Oktober gefeiert. Samtgemeindebürgermeister Stegemann zeigt sich während seiner Ansprache glücklich, diesen offiziellen Akt  noch während seiner Amtszeit vornehmen zu können (GN, 21.10.2006).

2007 - Am 26. September 2007 wird die neue Sporthalle für die Sportvereine und die Grundschule in Hoogstede nach einer Bauzeit von gut einem Jahr offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Zum Raumprogramm des Neubaus gehören auch vier Umkleideräume und dazwischen liegende Duschräume.Die Halle ist teilbar in zwei knapp 25 mal 22 Meter große Einheiten und kann so von mehreren Sportgruppen gleichzeitig genutzt werden (GN, 17.8., 26. und 28.9.2007).

An jedem Montagmorgen in der Vorweihnachtszeit treffen sich die Schüler aller Klassen zu einer gemeinsamen Adventsfeier von rund 20 Minuten. Die Gestaltung wird jeweils von einer anderen Klasse übernommen. Die kleine Feier hat in der Schule bereits eine lange Tradition (GN, Dezember 2007).

2008 - Vom 10.-12. September fahren die Schüler der vierten Klassen mit dem Fahrrad zur Jugendbildungsstätte nach Emlichheim. Workshops zum Thema „Mittelalter“, eine Fahrradtour nach Coevorden und ein Diskoabend begeistern die Kinder.

In der Gesamtkonferenz am 4.12.2008 werden Frau Karin Schomakers vom Schulleiter, den Kollegen und den Elternvertretern Glückwünsche zum 40-jährigen Dienstjubiläum ausgesprochen.

2009 - Die Lehrerin Ingeborg Pohlmann feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Nach dem Examen in Münster unterrichtete sie in Rheine und Emlichheim, bevor sie zum 1. August 1983 nach Hoogstede kam. Zwischenzeitlich war sie zwei Jahre in Ringe und ist zur Zeit für zwei Jahre in Laar tätig (GN, 23.6.2009).

Am 7.3.2009 wurde mit Hilfe engagierter Väter der bisherige Spielplatz abgebaut. An dieser Stelle soll die neue Pausenhalle gebaut werden.

Für den Spielplatz ist eine neue Fläche in Vorbereitung.
Anfang 2010 soll dann die neue Pausenhalle der Grundschule Hoogstede fertiggestellt sein. Genau zwischen dem ein- und zweigeschossigen Gebäudetrakt gelegen, bietet sie künftig auf 240 qm Raum für diverse Nutzungen. 200 Stühle können gestellt werden. Eine Wand zum neuen Verwaltungstrakt ist für eine Leinwand reserviert.Der Entwurf sieht Fenster  zu allen vier Seiten vor. Um eine Nutzung im Rahmen einer möglichen Ganztagsbetreuung  zu ermöglichen, ist eine Wand zum eingeschossigen Trakt durchbrochen worden.

Der Klassenraum dahinter ist als Speiseraum vorgesehen. An der Rückseite der Pausenhalle entsteht ein neuer Verwaltungstrakt mit Lehrer-, Schulleiter- und Elternsprechzimmer. Zusammen mit Teeküche, Garderobe, Kopierraum und Toilettenräumen hat der Trakt eine Größe von 120 qm. Das älteste Schulgebäude, das bislang als Verwaltungstrakt diente, hat die Samtgemeinde an die Gemeinde Hoogstede zurückgegeben. Die Finanzierung des Neubaus in Höhe von 700 000 Euro übernimmt die Samtgemeinde allein (GN, 6.8.2009).

Seit kurzem können die Schüler der Grundschule Hoogstede ihren neuen Spielplatz im Eingangsbereich der Schule nutzen und ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Durch den Bau der Pausenhalle war die Verlegung des Spielplatzes erforderlich geworden. Ein neuer Standort wurde im Eingangsbereich zum Schulgebäude gefunden. Um die Kosten bei der Verlegung des Spielplatzes so gering wie möglich zu halten, wurde seitens der Schule zugesagt, die notwendigen Arbeiten in Eigenleistung der Eltern zu verrichten. Neben Schulleiter und Hausmeister beteiligten sich etwa 30 Väter an der Aktion und verrichteten rund 150 Arbeitsstunden.

Die Finanzierung der neuen Spielgeräte erfolgte aus Haushaltsmitteln, durch Gelder aus der Elternkasse und durch Spenden der NVB und der Volksbank Niedergrafschaft. Den Beton für die Fundamente der Spielgeräte stellten die Betonwerke Hoogstede kostenlos zur Verfügung (GN, 9.11.2009).

Vor 158 Jahren öffnete in Hoogstede die erste Volksschule. 1930 erhielt der schlichte Bau einen Anbau mit einem zweiten Klassenraum. Seit der Eröffnung der Schule 1963 diente die alte Schule als Verwaltungstrakt und Lehrerzimmer. Nun soll dieses zweitälteste Gebäude Hoogstedes erneut einer anderen Nutzung zugeführt werden. Nach Beschluss des Gemeinderates soll dieses Gebäude jetzt saniert und als Gemeindebüro und Sitzungssaal genutzt werden. Für die ehemalige Lehrerwohnung im Obergeschoss, die zwischenzeitlich zur Unterbringung von Asylsuchenden diente und jetzt seit gut zehn Jahren leer steht, wird noch nach einer sinnvollen Nutzung gesucht. Die alte 1963 errichtete Turnhalle geht wieder in den Besitz der Gemeinde zurück und wird weiterhin für den Vereinssport benötigt (GN, 13.1.2009).

Die Schule, das künftige Gemeindebüro in der alten Schule, die beiden Sporthallen und der neuen Kindergarten sollen nach den Worten von Bürgermeister Jan Ensing an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen werden. Das Kleinkraftwerk soll neben der alten Turnhalle errichtet werden. Der Generator wird mit Biogas befeuert, das ein Landwirt aus dem Ortsteil Scheerhorn in einer neuen Biogasanlage erzeugt. Die Gemeinde und die Samtgemeinde investieren 72000 Euro in eine Ringleitung und rechnen mit jährlichen Einsparungen von etwa 12000 Euro (GN, 2.12.2009).

Dieter Schowe, der Leiter der Grundschule Hoogstede, feierte sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Schulrat Udo Tiemann überreichte ihm die Dankesurkunde der Landesschulbehörde. Dieter Schowe ist seit 1973 in Hoogstede tätig. Seit dem 1.Februar 2006 leitet er die Grundschule Hoogstede (GN, 10.12.2009).

2010 - Multifunktionsraum
Die neue Pausenhalle an der Grundschule Hoogstede ist ein Raum der vielen Möglichkeiten. Die 240 qm große Halle ist nämlich ein Multifunktionsraum für Veranstaltungen aller Art. Er kann von der Schule und der Gemeinde Hoogstede genutzt werden. Angegliedert ist ein neuer Verwaltungstrakt mit Lehrer-, Schulleiter- und Eltersprechzimmer sowie Teeküche, Garderobe, Kopierraum und Toiletten. Zum eingeschossigen Schultrakt besteht eine Verbindungstür, hinter der ein Klassenzimmer in einen Speiseraum für eine zukünftige Ganztagsbetreuung umgewandelt werden kann. Ein mit Biogas gespeistes Blockheizkraftwerk versorgt über ein Nahwärmenetz die Pausenhalle und weitere Gebäude mit Energie. Für Schulleiter Dieter Schowe ist mit der Fertigstellung der Pausenhalle ein Traum Wirklichkeit geworden. So sei die Grundschule "von der baulichen Seite für die Zukunft gut aufgestellt" und könne "den kommenden Anforderungen gelassen entgegensehen". Nach den Worten der Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters sei erfreulich, dass die ursprünglichen Kosten in Höhe von 739 000 Euro auf 695 000 Euro gesenkt werden konnten (GN, 23.4.; GW, 28.4.2010).

Wiedersehen
Nur drei Kinder sind 1960 aus der Ev. Volksschule Hoogstede entlassen worden. Deshalb beschlossen 50 Jahre später die Organisatoren eines Klassentreffens, auch die Jahrgänge 1959 und 1961 einzuladen. So kamen 19 Personen zusammen, von denen 13 an der Wiedersehensfeier teilnahmen. Vor dem alten Schulgebäude wurden auch die ehemaligen Lehrkräfte Hillegonda Buitkamp und Hans-Dieter Guse mit seiner Ehefrau begrüßt. Der Organisator Jan Ensink erinnerte daran, dass die früheren Schülerzahlen mit den heutigen nicht direkt vergleichbar seien, da es seinerzeit in Hoogstede noch die katholische Volksschule und die Schulen in Scheerhorn, Kalle und im Lager Bathorn gegeben habe (GN, 24.4.2010).

2011 - Wiedersehen
Nach dem Osterfest 1936 sind in Hoogstede von Lehrer Haverkamp 22 Kinder eingeschult worden. Nach nunmehr 75 Jahren hat sich die Hälfte von ihnen wieder getroffen. Gemeinsam erinnerten sie an das Lernen, das Nachsitzen, das Stöckchen des Lehrers und andere unvergessliche Ereignisse aus der Schulzeit, aus der sie 1944 von Lehrer Richelmann entlassen wurden (GN, 19.10.2011)

Auf Holzstelzen die Heimat erkunden
Der Heimatverein Hoogstede-Arkel kümmert sich um die "Gegenstände, Sitten, Geschehnisse und Gebräuche" des heimatlichen Raumes - so steht es in seiner Satzung. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, luden die Mitglieder Kinder der Grundschule ein, um mit ihnen zu basteln. Am letzten Tag vor den Herbstferien kamen mehr als 80 Jungen und Mädchen in die ehemaligen Kaller Spielkreis- Räume. Sechs altgediente Handwerker des Heimatvereins kümmerten sich an diesem Nachmittag um die Bastler. Sie hatten Holz vorbereitet, so dass die Mädchen und Jungen sich daraus ein Paar Stelzen basteln konnten. Acht Mütter versorgten die Kinder zwischendurch mit Kuchen und Erfrischungsgetränken. Am Ende nahmen alle Kinder ein Paar Stelzen mit nach Hause, auf die sie mithilfe einer Schlabone den Schriftzug "Heimatverein Hoogstede-Arkel" gesprüht hatten. (GN, 22.10.2011)

Renovierungs- und Bauarbeiten
Die Samtgemeinde Emlichheim plant auch im kommenden Jahr größere Renovierungs- und Bauarbeiten an den Schulen. Dafür will die Kommune etwa 565 000 Euro ausgeben. Weitere 130.000 Euro sind für Anschaffungen vorgesehen.
Die GS Hoogstede möchte für ihr Lehrerzimmer neue Schränke, Stühle und einen Tisch anschaffen. (GN, 14.12.2011)

Quellen:

  • Informationen aus den Kirchenbüchern der Kirchengemeinde Hoogstede

  • Schulchronik der Volksschule Hoogstede

  • Friedrich Wüppen, Auszüge aus der Schulchronik, 1962

  • Jan Jeurink: „Hoogstede. Aus den Schulchroniken der Schulen des Kirchspiels Arkel“, 1992, Seiten  1 - 37

  • Mündliche Aussagen von Herrn Johann Kemkers, 2003

  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben