Grafschafter Schulgeschichte

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Wilhelm Horstmeyer 

1922 - 2008

Er war Lehrer, Schulleiter und Kommunalpolitiker mit Leidenschaft. Der ehemalige Landrat und Nordhorner Bürgermeister Wilhelm Hostmeyer starb am 25. Juni 2008.

Horstmeyer stammte nicht aus der Grafschaft. Er wurde 1922 in Aurich geboren. Sein berufliches Ziel sah er ursprünglich im Schiffbau oder auf dem Meer. Er wollte Schiffsingenieur werden. Doch dann kam der Weltkrieg. Wilhelm Horstmeyer leistete vier Jahre lang Militärdienst. 1945 schlug er sich als Landhelfer durch, absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt und unterzog sich einer Prüfung zum Lehrer an Landwirtschaftlichen Berufsschulen.

Am 1. Mai 1956 übernahm er die Schulleitung der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen des Landkreises Grafschaft Bentheim in Nordhorn. Dieses Amt übte er bis zu seiner Pensionierung am 1. April 1981 aus. Er gehörte zu den Gründern der Landjugend und engagierte sich im Stadtjugendring, in der reformierten Kirche und im Heimatverein.

Seit 1968 wirkte er als CDU-Kreistagsabgeordneter auf kommunalpolitischer Ebene. Dem Kreistag gehörte der 24 Jahre lang an. Von 1971 bis 1976 war er damals noch ehrenamtlicher Landrat. Bei seinem Ausscheiden aus dem Kreistag wurde er zum "Ehrenlandrat" ernannt.

Von 1972 bis 1996 gehörte der dem Nordhorner Stadtrat an. Von 1981 bis 1986 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters.

Die Zusammenarbeit mit den niederländischen Grenzregionen lag ihm besonders am Herzen. Er setzte sich in der Euregio, in der Euregio-Mozer-Kommission und im Euregio-Rat dafür ein, dass die Grenze ihre trennende Wirkung verlor. 2006 erhielt er für seine Verdienste den niederländische Orden "Ritter von Oranje-Nassau". Der Bundespräsident verlieh ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande.

In den Grafschafter Nachrichten hieß es in einem Nachruf:

"Hinter den Kulissen blieb er bis zuletzt ein aktiver Streiter für Ausgleich und Menschlichkeit, für Grafschafter Interessen und grenzüberschreitende Freundschaft. ... Die Grafschaft verliert einen engagierten „Ritter der Menschlichkeit“, einen der letzten großen Repräsentanten der Nachkriegs-Ära."

 

Quelle: Grafschafter Nachrichten,  27.6.2008