Grafschafter Schulgeschichte

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Erich Maria Remarque

1898 - 1970

Wirkliche Spuren hat er nicht hinterlassen. Als er in der Grafschaft wirkte, war sein Name nur wenigen geläufig: Erich Maria Remark, der sich später Remarque nannte und eine international beachtete Schriftstellerkarriere erlebte. Lange bevor er durch den Roman "Im Westen nichts Neues" bekannt wurde, unterrichtete der gelernte Lehrer in den Jahren 1919/20 für einige Monate als Aushilfslehrer in Lohne bei Lingen.

In der Schulgeschichte zur Katholischen Volksschule Lohne zum Jahr 1919 heißt es:
Aufgrund der Schülerzunahme beschließt der Schulvorstand der Gemeinde Lohne 1919 die Einrichtung einer 3. Lehrerstelle, die mit der Vertretungslehrerin des 2. Lehrers Wulfern besetzt wird. Als Vertretung für den weiterhin in Kriegsgefangenschaft befindlichen 2. Lehrer Wulfern wird am 1. August 1919 der Schulamtsbewerber Erich Maria Remark (später: Remarque) aus Osnabrück eingestellt. Am 1. April 1920 tritt Lehrer Wulfern seinen Dienst in Lohne wieder an. Schulamtsbewerber Remark kehrt nach Osnabrück zurück und hat zunächst keine Stelle.

Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren. Sein erstes Buch "Im Westen nichts Neues" erschien 1929 und wurde ein Bestseller. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP im Jahre 1933 wurden seine Bücher verbrannt. Seiner bevorstehenden Verhaftung entging er durch die Flucht in die Schweiz, später fand er in den USA Asyl.

Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt, einige davon auch verfilmt. Am 31. Oktober 1964 ehrte ihn seine Vaterstadt Osnabrück mit der Justus-Möser-Medaille. Zu seinem 70. Geburtstag 1968 verlieh ihm der Bundespräsident das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Erich Maria Remarque starb am 25. September 1970  bei Lucarno in der Schweiz.

Es ist nicht wirklich sicher, dass Remarque später seine alte Wirkungsstätte in Lohne noch einmal wiedergesehen hat. Um 1960 soll er bei der Sägerei Beck, in der Gaststätte Lüken und an seiner alten Schule gesehen worden sein. Es gibt jedoch bisher keine eindeutigen Belege. 1968 allerdings schrieb er aus Porto Ronco in der Schweiz an Dr. Gerhard Wöste, einen Sohn des damaligen Schulleiters.

Remarque bezeichnet sich darin als "alten Freund", erinnert an vergangene "schöne Tage" in Lohne und berichtet weiter: "Ich war einmal, vor vielen, vielen Jahren noch einmal in Lohne, habe es aber nicht wieder erkannt - und man mich auch wohl kaum".

Quelle: GN, 31.12.2009