Grafschafter Schulgeschichte

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Grundschule Osterwald -

1663 Bauerschaftsschule, ab 1970 Grundschule

1663 - Osterwald erkämpft sich die erste Schule, wobei es einen harten Streit mit der Kirchspielschule in Veldhausen gibt. Es soll keine Nebenschule geduldet werden, die nicht von der hohen Obrigkeit zugelassen ist. Der Oberkirchenrat räumt jedoch der Bauernschaft Osterwald einen "absonderlichen Schulmeister"  für die kleineren Schüler ein, die den weiten Weg zur Kirchspielschule noch nicht machen können, mit der Bedingung, dass der Kirchspielschule kein größerer Schaden erwachse.

Im Protokoll des Oberkirchenrates vom 20. Oktober 1663 heißt es dazu: "Demnach die Eingesessnen der Bauerschaft oster Wald, gerichts Veldhausen, gebürendt zu erkennen gegeben, welchergestalt ihre Bauerschaft vom Dorfe Veldthausen zimlich weit abgelegen undt daherr ihnen nicht möglich, Ihre Jungen Kinder ob solchen Weg sonderlich winters Zeit zu gehen nicht vermögen daselbsten zur Schule zu halten, Sie gleichwoll gehn sehn möchten, damit auch dieselben zeitlich zu der Gottesforcht, gutte sitten, auch Lesen und schreiben angeführt, undt deswegen ihnen einen absonderlichen Schulmeister führ Solche kleine Jugendt anzuordnen geuhrlaubet werden möchte, mit der versicherung, daß die größeren Kinder, welche den weg nacher Veldthausen gehen können, daselbst zur Schule gehalten undt also derselben diesetween ganz kein abgangh veranlasset werden solle, solch ihr gesinnen auch an Sich rhümblich und alles billigkeit gemääs befunden worden, als wirdt ihnen kraft dieses vergünstigt undt zugelassen von nuhn an, jedoch auf ihre eigenen kosten und mittels zuziehung der prediger daselbst einen absonderlichen Schulmeister anzunehmen. Mitt dem Beding, daferner ihrem versprechen zuwider der Schule zu Veldthausen allzugroßer Schaden veruhrsachet würde, daß Sie  derselben alsdann auf anderwärtige verantwortung wieder abzustellen gehalten sein sollen." (zitiert nach: Ludwig Sager, "Schule und Lehrer in alter Zeit", Der Grafschafter 1954, Seite 117. Siehe auch: Eberhardt/ Kip, Seite 230).

Über ein Schulgebäude ist nichts bekannt. Heinrich Hensen vermutet, dass der (freiwillige) Unterricht in einem Privatraum erfolgt. Er schließt dies daraus, dass bis zum Jahre 1753 im Ausgabenbuch der Gemeinde Osterwald keine Ausgaben für die Schule verzeichnet sind (siehe: Heinrich Hensen: Aus der Geschichte der Gemeinde Osterwald 1698 - 1853).

1753 - Am 22. Februar 1753 beschließen die 4 Bürgermeister ("Buurschulten" oder "Boermannen") von Osterwald, eine "nije Schoole te timmern". Man beschließt, selbst mitzuhelfen, so dass die entstehenden Kosten bescheiden sind. Die Schule scheint nach Angaben von Hensen (a.a.O.) an der Stelle errichtet zu sein, wo sie noch heute steht. Auf einem Stein aus Bentheimer Sandstein wird folgender Spruch eingeschlagen:

"O Heer, gij hebt ons toebreid,
om deze School te bouwen.
Segen Meester en Kindern,
op dat se op Uw vertrouwen."

Die Schule scheint, wie alle Häuser damals, mit einem offenen Feuer geheizt worden zu sein, vielleicht fehlte auch die Decke, denn es heißt 10 Jahre später im Ausgabenbuch "Kachel en Bönnen voor de  School". In der Folgezeit erscheinen dann regelmäßig Ausgaben für Reparaturen in der Schule wie Fensterscheiben, "Schrijbank", Torf, Lampen und auch Kalk, "om de School te witten".

An der Schule unterrichtet ab 1795 G. Bouwer. Er erhält für das Führen des Ausgabenbuches der Gemeinde jährlich 1 Gulden "för mijn Schrijven" und bezeichnet sich selbst als "Schoolmester." 1819 erhält der "Schoolmester Lukas Kroll" 2 Gulden, 1829 sind es 6 Gulden und 1839 werden "för dat Schoolamt 25 Gldn." verbucht. In der Schulchronik, die ab 1894 geführt wird, werden für die Zeit vor 1850 neben dem Lehrer Kroll die Lehrer Schievink und Assink genannt. Ihr Einkommen beträgt von jedem Kind wöchentlich 1 Stüber (50 Stüber = 1 Reichstaler; 20 Stüber = 1 Gulden; 1 Reichstaler = 2 1/2 Gulden). Der Unterricht findet nur im Winter statt. Die Schüler werden unterrichtet in Religion, Lesen, Schreiben und etwas Rechnen.

1821 - Die Schule Osterwald wird in einer Armenrechnung der Kirchengemeinde Veldhausen erwähnt. Im Jahre 1821 erhält der Schulmeister von Osterwald, Kroll, für die armen Kinder in der Schule an Schulgeld und für Bücher 1 Gulden und 12  Stüber (Umrechnung: 1 Gulden = 20 Stüber; 1 Stüber = 8 Deut). (Quelle: Auszug aus der Armenkasse, von Gerhard Plasger bereitgestellt).

1828 - Im Jahre 1828 unterrichtet in der Schule Osterwald ein Lehrer Baur 50 Schulkinder (nach Angaben von Pastor Stiasny "Aus Veldhausens kirchlicher Vergangenheit und Gegenwart, unveröffentlichtes Manuskript).

1850 - Es wird eine neue Schule gebaut, in die der oben genannte Stein eingemauert wird. Er geht beim Neubau der Schule 1951 verloren. Die Schule hat nur einen Klassenraum und einen Lehrer.

1852 - Die Schülerzahlen liegen in der Zeit von 1852- 1890 zwischen 44 und 86 Kindern. Die Zahl steigt 1891 auf 127 und beträgt 1892 115 Kinder. Im Einkommen der Lehrer treten folgende Veränderungen ein: 1852: 270 Mark, 1860: 480 Mark, 1873: 540 Mark, 1876: 660 Mark, 1882: 750 Mark nebst 60 Mark Wohnungsentschädigung. Es ist jeweils das Jahreseinkommen angegeben.

Durch die Allgemeinen Bestimmungen von 1872 wird der Lehrplan bedeutend erweitert. Es werden weiterhin 26 Wochenstunden erteilt. Die Fächer sind Religion, Rechnen und Raumlehre, Deutsch, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Physik, Gesang und Zeichnen.

Die Reihenfolge der Lehrer ist Geerds von 1852 - 1889, Sohns von 1889 - 1892 und Schnieke von 1892 - 1894.

1891 - Weihnachten 1891 werden bei einer Weihnachtsfeier erstmals die Lichter eines Weihnachtsbaums entzündet, früher als in anderen Schulen der Grafschaft.     

1894 - An der Schule Osterwald wird der Lehrer Schmid eingestellt. Er beginnt mit dem Schreiben der Schulchronik. Er schreibt, dass Osterwald 551 Einwohner hat. Der Schulweg der Kinder beträgt bis zu einer Stunde, sie legen ihn zu Fuß zurück. In der Schule wird deutsch, sonst plattdeutsch gesprochen. Die Konfessionen sind reformiert und altreformiert. Der Schulbesuch ist bei günstiger Witterung regelmäßig, jedoch bei schlechtem Wetter sehr unregelmäßig; dispensiert wird nicht. Die Ferien betragen Michaelis 21 Tage, Weihnachten 10 Tage, Ostern 5 Tage, Bußtage 2, Fasten-Freitage 6, Pfingsten 3 Tage, Jakobi 16 Tage. Schulfeste liefern des Kaisers Geburtstag (27.1.) und der Sedantag (2.9.). Kaisers Geburtstag wird gefeiert unter Gesang vaterländischer Lieder. Dabei wird den Kindern ein Lebensbild des Kaisers vermittelt. Eine solche Feier dauert gewöhnlich eine Stunde. Es wird Turnunterricht für Knaben und Handarbeitsunterricht für die Mädchen erteilt.

1896 - Der Lehrer Schmid wird nach Adorf versetzt. Sein Nachfolger wird Gerhard Albrecht Folkers aus Norderney. Die Schülerzahl ist von 1891 mit 127 bis 1896 auf 94 sehr stark abgesunken.

1898 - Der Lehrer Folkers wird nach Alte Piccardie versetzt. Sein Nachfolger wird der Lehrer Jan Schnieders aus Alte Piccardie.

1900 - Nachfolger des Lehrers Schnieders, der in den Bezirk Düsseldorf entlassen wird, wird der Lehrer Wilhelm Simon aus Uelsen, der bis 1897 das Seminar zu Osnabrück besuchte. Da der Klassenraum 103 Kinder nicht fassen kann, müssen die Kinder aus Veldgar und Bischofspool nach Veldhausen umgeschult werden; dadurch sinkt die Schülerzahl auf 96 Kinder.

1901 - Am 18. Januar 1901 wird das "200-jährige Jubelfest des preußischen Königstums" festlich begangen. Im August bricht Keuchhusten aus, so dass 55 Kinder bis zu Beginn der Herbstferien ausfallen.

1903 - Mehrere Schüler und auch der Lehrer erkranken an Diphterie. Die Schule wird vom 14. März bis 20. April geschlossen. Zwei Schüler sterben. Wegen Hochwassers kann der Unterricht nicht planmäßig erteilt werden. Die Schüler, die jenseits der Lee und am Kanal wohnen, können die Schule nicht besuchen. Ab 1903 wird an den Fasten- Freitagen unterrichtet, die Schüler haben nur Gelegenheit, den Gottesdienst von 10 bis 12 Uhr zu besuchen.

1904 - Der Lehrer Simon wird nach Osterberg bei Westerkappeln (Westfalen) entlassen. Dem Lehrer Wilhelm Lange aus dem Kreis Wittlage wird die Verwaltung der Schulstelle übertragen.

1905 - Wegen einer Masernepidemie muss die Schule für 14 Tage geschlossen werden. Ein Schüler stirbt an Lungenentzündung. An den Weihnachtsfeiern nehmen auch die meisten altreformierten Kinder teil, was in den Vorjahren nicht der Fall war.

1909 - Während des Winterhalbjahres werden am Mittwoch nachmittags 2 Stunden Klassenlektüre gegeben. Der Verein für Verbreitung der Volksbildung leiht der Schule mehrere Bände. Mit Interesse gelesen werden: Robinson, Pole Poppenspäler, Als ich noch der Waldbauernbub war, Tiermärchen, Fabeln, Sagen, Märchen von Grimm. Am 1. Oktober 1909 übernimmt Lehrer Lange eine Schulstelle in Nordhorn-Altendorf. Im August 1945 wird er Rektor der Ernst-Moritz-Arendt-Schule in Nordhorn. Nachfolger von Lehrer Lange in Osterwald wird Lehrer Knapp aus Veldhausen.

1910-1911 - Lehrer Knapp erkrankt an einer Rippenfellentzündung, so dass der Unterricht verkürzt von 3 Lehrkräften aus Veldhausen durchgeführt werden muss (Ober- und Mittelstufe 12 Wchstd., Unterstufe 8 Wchstd.). Zum 1. Oktober geht er nach Brackwede bei Bielefeld. Es kommt Lehrer Heemann aus Bentheim, der jedoch nur bis zum 1. April 1911 bleibt. Sein Nachfolger wird Lehrer Nynhuis aus Kalle, der 21 Jahre in Osterwald bleibt.

Im September 1911 nimmt Lehrer Nynhuis an einem 4-Wochenkurs zur Ausbildung der Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen in Verden teil. Während dieser Zeit wird die alte Schulklasse umgebaut und der Neubau einer zweiten Klasse und der Lehrerwohnung darüber in Angriff genommen. Während der ursprüngliche Klassenraum nicht mehr existiert, dient der Erweiterungsraum seit 1951 als Wäscherei.

Zum Oktober 1911 wird die 2. Lehrerstelle besetzt. Die Schule besuchen 105 Schüler. In den folgenden Jahren liegt die Schülerzahl immer zwischen 100 und 120 Kinder. Wie im Vorjahr wird ab Oktober 1911 wieder eine ländliche Fortbildungsschule für schulentlassene Jugendliche eingerichtet. Der Unterricht findet in den Wintermonaten am Dienstag und Freitag von 18.30 bis 20.30 Uhr statt. Auf Beschluss der Kirchengemeinde nehmen die altreformierten Kinder nicht mehr an den Weihnachtsfeiern der Schule teil.

1914 - Zum Kriegsbeginn wird der 2. Lehrer am 10. August 1914 eingezogen. Lehrer Nynhuis übernimmt beide Klassen, die 1. Klasse mit 18 Wchstd. und die 2. Klasse mit 12 Wchstd. Aus Osterwald werden 83 Männer eingezogen.

1915- 1917 - Für die Oberstufen sämtlicher Volksschulen des Bezirks werden die Osterferien 1915 wegen dringender Arbeiten bei der Frühjahrsbestellung um 14 Tage verlängert. Die Einstellung einer katholischen Lehrerin als Hilfskraft wird vom Schulvorstand abgelehnt. Auch viele Eltern sind nicht bereit, ihre Kinder zu einer katholischen Lehrerin zu schicken.

Am 8. Dezember 1915 wird auch Lehrer Nynhuis zum Kriegsdienst einberufen. Bis Weihnachten bleibt die Schule verwaist. Ab 4. Januar 1916 unterrichtet Lehrer Karl Lilienthal aus Osnabrück vertretungsweise an der Volksschule Osterwald. In der Schulchronik berichtet er ausführlich und sehr anschaulich über die Kriegsereignisse, die politischen Veränderungen und die Verhältnisse in Osterwald und Umgebung. Über seine Osterwalder Zeit schreibt er in den Grafschafter Jahrbüchern 1954, 1956 und 1957 ("O, du mein Osterwald", "Aus meinem Grafschafter Tagebuch anno 1917 - 1918") und im Grafschafter des Jahrgangs 1954 ("Wie der kleine Bernd Kasper starb", "Es gibt noch eine Zukunft", "Der Rabenhofbauer"). Karl Lilienthal ist später als Heimatdichter in Niedersachsen bekannt geworden.

Der Schulunterricht wird durch die kriegerischen Verhältnisse stark beeinflusst: Die älteren Schüler müssen häufig in der Landwirtschaft mithelfen. In den Wintermonaten herrscht Brennmaterialknappheit. Es ergeht die Weisung im Amtsblatt, Wollgras (Moosplüschken) für die Garnisons- Militärverwaltung zu sammeln. Damit sollen Schlafsäcke gefüllt werden. Die Schüler aus Osterwald sind mit ihrem Lehrer mit großem Eifer dabei. In einem offiziellen Dankschreiben erfolgt dann der Hinweis, dass Wollgras sich nicht zur Füllung von Schlafsäcken eignet, so dass auf die Zusendung der Säcke mit dem Wollgras verzichtet wird. Die Empörung unter den Schülern ist groß. Das Sammeln von Brennnesseln für die Zeugfabrikation und von Weißdornfrüchten als Kaffeeersatz wird deshalb nicht mehr durchgeführt. Die Osterwalder Schule sendet zu Weihnachten 1917 etwa 65- 70 Pakete an die Osterwalder Krieger ins Feld und in die Garnison. Während des Sommers besuchen 26 Oberhausener Schulkinder Osterwald zur Erholung.  

1918 - Zur neuen Zeit nach Kriegsende schreibt Lilienthal im November 1918: "Neue Reformen sind im Werden, besonders auch in Bezug auf die Schule. Ich begrüße die Einheitsschule, die eine Bresche in unseren abscheulichen Klassendünkel reißen wird, ich begrüße die Befreiung der Schule von jeder kirchlichen Bevormundung, die Befreiung von der geistlichen Schulaufsicht, die des Lehrers Stand zweifellos heben wird; ich begrüße endlich die dem Lehrer zugestandene Glaubens- und Gewissensfreiheit. Rechtes Tun gebiert nur die Freiheit. Zwang ist Tod".

1919 - Nach Rückkehr von Lehrer Nynhuis am 13. Dezember 1918 wird der Lehrer Lilienthal zum 1. Januar 1919 in den Kreis Melle versetzt. Zum weiteren Verbleib schreiben die Grafschafter Nachrichten in einem Artikel zum 100. Geburtstag Lilienthals: "Die Erinnerung an die Grafschaft und die Grafschafter nahm er mit nach Heidberg, das zwischen Bremen und Worpswede liegt, wo er anschließend 25 Jahre als Lehrer wirkte. Seine wissenschaftlichen Arbeiten galten nun der Landschaft an Wümme und Hamme. Am bekanntesten wurde er durch sein umfangreiches Werk "Jürgen Christian Findorffs Erbe" (1931), das die Geschichte der Kolonisierung des Teufelsmoores bei Worpswede beschreibt und 1982 bereits in der dritten Auflage erschien. 1942 berief ihn seine Vaterstadt an die Mittelschule in Osnabrück, wo er bis kurz vor seinem Tode am 24. Dezember 1956 unterrichtete". Die 2. Lehrerstelle an der Volksschule Osterwald wird wieder besetzt. Die Schule wird dreiklassig. Die 1. Klasse (Oberstufe) mit 35 Schülern erhält 28 Wchstd., die 2. Klasse (Mittelstufe) mit 49 Schülern 24 Wchstd. und die 3. KLasse (Unterstufe) mit 45 Schülern 12 Wchstd.

1920 - Angeregt durch einen Vortrag "Warum fordern wir die evangelische Bekenntnisschule?" wird ein Evangelischer Schulverein gegründet, dem fast alle Bewohner Osterwalds beitreten.

1923 - Während der Ruhrbesetzung durch Frankreich und Belgien werden 7 Kinder in Osterwald aufgenommen und verpflegt. Die Schülerzahl verringert sich von 116 auf 102.

1925 - Unter der Bevölkerung zeigt sich ein Drang nach Bildung. Aus Osterwald besuchen 2 Jungen die Rektoratsschule in Neuenhaus, um dann in die Oberrealschule in Aufbauform nach Nordhorn zu gehen. Das Gesundheitsamt Nordhorn führt erstmalig eine Untersuchung aller Kinder durch. Der Gesundheitszustand der Kinder ist normal. Von einer Heilstättenbehandlung der Kinder kann abgesehen werden.

1932 - Lehrer Nynhuis wird zum 1. April 1932 auf eigenen Wunsch nach 21 Jahren nach Quendorf versetzt. Nach kurzer Vertretungszeit wird Lehrer Wallis am 1. Juni 1932 mit der Verwaltung der 1. Lehrerstelle beauftragt. Am 23. Dezember findet zum ersten Mal nach längerer Zeit eine gemeinsame Weihnachtsfeier statt. Der hell erleuchtete Tannenbaum bereitet den Kindern, die zum Teil noch keinen Tannenbaum gesehen haben, große Freude.

1933 - Die Machtübernahme Hitlers hat auch auf die Schule Auswirkungen. Aufgrund seines Wahlsieges in ganz Deutschland am 5.3.1933 (Osterwald 288 von 353 Stimmen für die NSDAP = 81,6 %) gibt es am 8.3. schulfrei. Die Schule wird geflaggt. Am 1. Mai, dem "Tag der nationalen Arbeit" nehmen sämtliche Schulen des Kirchspiels an einem Festzug in Veldhausen teil. Auch die Schule Osterwald ist von außen und von innen mit Birkengrün und kleinen Fahnen geschmückt.

Im Februar 1933 stellt die Regierung der Schule Geld für ein Rundfunkgerät zur Verfügung. Vom September bis November fahren 5 Kinder zur Erholung nach Bad Mergentheim. 4 weitere Kinder erhalten keine Erlaubnis von den Eltern.

1934 - Da der Schulplatz bei Regenwetter kaum zu benutzen ist, beschließt der Schulvorstand, den Platz im Gemeindedienst auffahren zu lassen. Dies erfolgt Ende Januar 1934. Es sind fast 1000 Fuhren Sand, wie die Neuenhäuser Zeitung am 29. Januar 1934 berichtet.

Es erfolgt die Einstellung einer technischen Lehrerin, die an mehreren Schulen Handarbeitsunterricht erteilt. Ostern 1934 besteht der erste Schüler aus Osterwald, Hindrik Jan Hensen, an der Aufbauschule in Nordhorn seine Reifeprüfung. Heinrich Hensen, wie er sich später nennt, wird Lehrer und ist dann Schulleiter in Vorwald und an der Blankeschule in Nordhorn. Außerdem wird er als Heimatschriftsteller bekannt (siehe: L-C-Hensen).

Im Sommer fällt Lehrer Wallis längere Zeit  aus und wird von Veldhausen und Neuenhaus aus vertreten. Am 28. August 1934 werden die Grafschafter Lehrer auf den "Führer" Adolf Hitler vereidigt. Im Laufe des Jahres werden Sammlungen für das Winterhilfswerk des VDA (30,15 Mark), die Kriegsgräberfürsorge (31,80 Mark), die Winterhilfe (Sachspenden) und das WHW (Winterhilfswerk, Sachspenden). An den Sammlungen sind die Schüler beteiligt. Dies setzt sich auch 1935 fort, bis eine Pause angeordnet wird. An die Stelle der Elternbeiräte werden Jugendwalter eingesetzt.

1935 - Das Ergebnis der Saarabstimmung wird in der Schule durch eine gefeiert. Zum 1. August wird der Schulleiter, Lehrer Wallis, in den Kreis Bersenbrück versetzt. Sein Nachfolger als 1. Lehrer wird Lehrer Stemberg.

1936 - Die Chronik geht auf folgende Ereignisse ein: Tag der nationalen Arbeit, Fest der deutschen Jugend, Sammlung für den VDA, Volksfest in Veldhausen, Weihnachtsfeier.

1939-1945 - In der Chronik wird der Kriegsausbruch ausführlich dargestellt. Der 2. Lehrer wird eingezogen, so dass Lehrer Stemberg den Unterricht mit 113 Schülern allein erteilen muss. Nachdem er Anfang 1941 ebenfalls eingezogen wird, übernimmt Lehrer Rotmann aus Neuenhaus die Vertretung. Im weiteren Kriegsverlauf wird von Altstoff- und Heilkräutersammlungen berichtet. Es wird auf die gefallenen Osterwalder eingegangen. Im weiteren Kriegsverlauf wird die Schularbeit öfter durch Fliegeralarm und Feindeinflüge unterbrochen. Der Unterricht endet Ostern 1945 mit dem Einmarsch der alliierten Truppen. Er beginnt wieder am 29. August (für die Grundschule) bzw. am 25 Oktober (für die oberen Jahrgänge). Eine Schulhelferin übernimmt den Unterricht für die 3 unteren Jahrgänge. Die Schule besuchen 127 Schüler. Der Unterricht leidet unter dem Mangel an Büchern, Heften, Schiefertafeln, Kreide u.a.

1947 - Nachdem die Schulhelferin ihren Dienst am 1. April 1947 niedergelegt hat, unterrichtet Lehrer Rotmann die Kinder bis Dezember 1947 allein. Dann wird der Schulamtsbewerber Dietrich Behmenburg aus Duisburg-Meiderich nach seiner Ausbildung in einem Sonderkurs eingestellt.   

1949- 1951 - Die Schülerzahl ist auf 139 Kinder angestiegen. Deshalb wird nach den Herbstferien eine 3. Lehrerinnenstelle eingerichtet. Es werden 4 Klassen gebildet. Da nur 2 Klassenräume zur Verfügung stehen, muss an 5 Nachmittagen bis halb fünf unterrichtet werden. Es wird in Erwägung gezogen, einen Neubau auf dem Sportplatz bei der Schule zu errichten. Hierfür werden der Gemeinde 25000 DM aus der Emslandhilfe zugesprochen. Der erforderliche Schulneubau beginnt nach den Sommerferien 1950 und ist im August 1951 bezugsfertig. Nach Fertigstellung der Außenanlagen erfolgt die feierliche Übernahme am ersten Tag nach den Herbstferien, am 11.Oktober 1951. 

Volksschule Osterwald 1951 - Bild: Landkreis Grafschaft Bentheim

1953- 1954 - Häufiger Lehrerwechsel (fünfmal in einem Jahr) macht sich in den unteren drei Jahrgängen nachteilig bemerkbar.
Der Gemeinderat beschließt 1954 den Anbau eines dritten Klassenraumes und den Bau einer Lehrerwohnung. Über dem 3. Klassenraum soll eine weitere Lehrerwohnung entstehen. Die Fertigstellung erfolgt 1955. Die Schülerzahlen liegen bei etwa 120 Kindern. In dem 1911 errichteten Schulgebäude wird eine Wäscherei eingerichtet. Die 1850 erbaute alte Klasse wird abgerissen. Zum 1.8.1955 wird Hauptlehrer Rotmann in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird ab 1.10.1955 der Lehrer Behmenburg, der schon seit 1947 an der Schule tätig ist.

  

Das neue Schulgebäude mit 3 Klassenräumen. - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

1958 - Ab 1958 absolvieren Studenten der Pädagogischen Hochschule Osnabrück jeweils im August/September für 6 Wochen ein Landschulpraktikum.

1961 - Aufgrund der Einnahmen aus der Erdölförderung erfolgen in den nächsten Jahren zahlreiche Baumaßnahmen in der Gemeinde. In der Schule entsteht eine Pausenhalle, der Bau einer zweiten Lehrerwohnung wird beschlossen. Die Toilettenanlage wird umgebaut und erweitert. Der Schulhof erhält eine Asphaltdecke. Auf einem 8750 qm großen Grundstück entsteht ein Sportplatz mit befestigter Laufbahn am Rande, der von einem Drahtzaun umgeben ist. Es werden eine Turnhalle in der Größe 12 x 24 m und ein Lehrschwimmbecken mit versenkbarem Boden und eine Schwimmmeisterwohnung gebaut, die 1967 ihrer Bestimmung übergeben werden.

1962 - Die Schüler aus Osterwald gehen nach dem 8. Schuljahr in die 9. Klasse der Mittelpunktschule Veldhausen über.

1966 - Nach Ablehnung durch den Gemeinderat stimmt eine Elternversammlung zu, dass das 7. und 8. Schuljahr zur Mittelpunktschule Veldhausen abgeschult wird.

1969 - Es wird ein Verkehrsübungsplatz eingerichtet. Die Kreisverkehrswacht Nordhorn spendet 2 Kettcars. Die Verkehrserziehung soll durch praktische Übungsmöglichkeiten intensiviert werden.

1970-1971 - In Neuenhaus wird die Kooperative Eingangs- und Förderstufe (KEF) als Vorläufer der Orientierungsstufe eingeführt. Die Schüler des 5. und 6. Schuljahres werden nach Neuenhaus überwiesen und gehen ab Klasse 7 nach Veldhausen. In Osterwald bleibt nur die Grundschule, die nach Zusage des Schulrates auch dort bleiben soll. Die Zahl der Schüler sinkt auf unter 50 (im Jahre 1973).

1975 - Hauptlehrer Behmenburg wird am 1.8.1975 in den Ruhestand versetzt. Er stirbt am 13. Mai 1981. Die Leitung der Grundschule Osterwald übernimmt vertretungsweise Frau Crispin, die schon seit 1959 an der Schule tätig ist.

1976 - Der Leiter der Grundschule wird mit Beginn des Schuljahres 1976/77 Herr Northolt, nachdem die Grundschule Hohenkörben, die er bisher geleitet hat, aufgelöst wurde.

1981 - An der Grundschule Osterwald wird die dritte Planstelle eingerichtet. Die Schule besuchen jetzt 65 Schüler.

1988 - Nach gründlicher Renovierung wird das Hallenbad im Dezember 1988 neu eröffnet.

1989 - Zum 1.2.1989 tritt Herr Northolt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Herr Gerd Schulz aus Veldhausen. Erstmalig fährt eine 4. Klasse der Grundschule Osterwald zu einem Schullandheimaufenthalt für eine Woche nach Uelsen. Durch Umbaumaßnahmen wird an der Schule ein Verwaltungsraum geschaffen. Außerdem beginnen die Planungen für den Ausbau eines 4. Klassenraumes im Obergeschoss, der im August 1990 fertig gestellt ist und bezogen werden kann. Die Turnhalle wird renoviert. Vor Weihnachten veranstalten die Schüler einen Weihnachtsmarkt.

1991 - Die Grundschule Osterwald erhält erstmalig eine Schreibkraft mit 3 Wchstd. Bisher musste der Schulleiter alle Verwaltungs- und Schreibarbeiten allein durchführen.

1993- 1994 - Die Decke des Hallenbades stürzt ein. Es wird niemand verletzt. Der Elternrat der Grundschule Osterwald setzt sich durch eine Unterschriftensammlung mit 1229 Unterschriften für die Reparatur ein. Aus finanziellen Gründen bleibt das Schwimmbad jedoch bis heute geschlossen (GN, 7.12.1993, 7.1.1994, 22.1.1994, 25.5.1994, 9.7.1994, 14.7.1994, 23.7.1997, 23.9.1994). Mit Beginn des Schuljahres 1994/95 wird an der Grundschule Osterwald die 5-Tage-Woche eingeführt.

1995 - Da zwei Lehrkräfte ausfallen und Ersatz nicht gestellt wird, gehen die Klassen 1 und 2 vorzeitig in die Sommerferien. Eine seit einem Jahr leer stehende Wohnung wird in den Herbstferien zu einem Werk-/Kunstraum, einem Gruppenraum, einer Küche und einem Lehrer-WC umgebaut. Der 4. Klassenraum soll vergrößert werden. Bei der Aktion "Sicheres Fahrrad" stellt die Polizei bei einer Überprüfung fest, dass die Osterwalder Schüler die sichersten Fahrräder in der Samtgemeinde haben (GN, 15.11.1995)

1998 - Da sich die Samtgemeinde  finanziell nicht in der Lage sieht, hat sich eine Elterninitiative gebildet, die die Vergrößerung eines Klassenraumes, der für die steigende Schülerzahl nicht mehr ausreicht, selbst durchführt. In drei Wochen werden von 35 Personen 250 Arbeitsstunden geleistet (GN, 9.2. und 11.3.1998). Durch eine Spende von 5000 DM von einem BEB-Mitarbeiter entsteht an der Grundschule Osterwald eine Jugendverkehrsschule, durch die die Schule ihren Kindern mehr Sicherheit im Straßenverkehr vermitteln will (GN, 23.5.1998). Der Rat der Samtgemeinde Neuenhaus beschließt, dass an der Grundschule Osterwald eine Sonnenschutzanlage gebaut wird (GN, 17.6.1998). Die Grundschule Osterwald übernimmt den renovierten Tennisplatz vom TC Rot-Weiss Neuenhaus. Der Schulleiter ist vom September 1998 bis Juli 1999 erkrankt.  

1999 - Ab August 1999 wird der Schulversuch "Lernen unter einem Dach" durchgeführt. Für den Schulversuch stehen von der Sonderschule Neuenhaus 4 Lehrerstunden zur Verfügung. Von der Sparkassenstiftung erhält die Schule 4 PC´s für die Gestaltung des Unterrichts. Der Samtgemeinderat beschließt die Umwandlung der Grundschule Osterwald in eine "Verlässliche Grundschule" (GN, 20.12.1999).

2000 - Die Erstklässler der Grundschule Osterwald erhalten von einem Nordhorner Möbelhaus 30 Sicherheitswesten geschenkt, damit der Schulweg mit dem Fahrrad etwas sicherer wird (GN, 5.10.2000).

2001 - Die Eltern gründen einen Förderverein. Er will zusätzliche Lernmittel anschaffen, schulische Veranstaltungen und Einrichtungen fördern, bedürftige Schüler und Schülerinnen unterstützen, zusätzliche Spielgeräte für Schule und Schulhof anschaffen, die Beziehungen zum Schulträger (Samtgemeinde Neuenhaus) pflegen und die Interessen der Schule gegenüber der Schulaufsicht in der Öffentlichkeit vertreten. In einem Malwettbewerb soll ein Logo für die Schule Osterwald gefunden werden (GN, 17.4.2001).

2002 - Die Samtgemeinde legt am 8.4.2002 für die Grundschulen im Samtgemeindebereich einen gemeinsamen Schulbezirk fest. Die Schüler haben die Wahl zwischen den Grundschulen des Samtgemeindebereichs, wobei bestimmte Kapazitätsgrenzen beachtet werden müssen. Dieser Beschluss ist für die Kinder aus Wolthaar von Belang, die zum Schuleinzugsbereich von Veldhausen gehören, in der Nähe der Schule Osterwald wohnen und schon den Kindergarten  Osterwald besucht haben.     

2003 - Die Gemeinde blickt auf das 250jährige Bestehen der Schule zurück. In einer Festveranstaltung im überfüllten Dorfgemeinschaftshaus berichtet der ehemalige Schulrat Heinz Ragnitz über die Entwicklung der Schule, der jetzige Schulrat Udo Tiemann über die gegenwärtige Situation (GN, 10.11.2003)

2005 - Die Anmeldezahlen für die Grundschule Osterwald sind alarmierend. Aufgrund des Rückgangs der Geburtenzahlen werden zum 1.8.2005 nur noch 10, im Jahre 2006 nur noch 6 Schüler eingeschult werden. Dies würde dazu führen, dass in zwei Jahren nur noch kombinierte Klassen gebildet werden können, die jeweils 2 Schuljahrgänge umfassen (1/2 und 3/4).
Traditionell schicken die Eltern aus Alte Piccardie und Hohenkörben, die zur Gemeinde Osterwald gehören, ihre Kinder nach Georgsdorf zur Schule. Dort herrscht jedoch Raumnot, so dass Fachräume in Klassenräume umfunktioniert werden müssen. Ein Ausgleich könnte geschaffen werden, wenn Kinder von Alte Piccardie nach Osterwald eingeschult werden. Der Elternrat startet deshalb eine Initiative: Die Kinder werden bis 14.45 Uhr betreut. Nach dem Unterricht und der Randstundenbetreuung können sie ab 13 Uhr im benachbarten Kindergarten spielen. Ein Lehrerin bietet dann von 14.00 - 14.45 Uhr Hausaufgabenbetreuung an. Die Schule setzt einen Schwerpunkt auf den Sportunterricht mit durchgehend drei Wochenstunden Sport. Dazu gehören ab dem 2. Schuljahr zwei Studen Schwimmen. Die Eltern wollen auch in Esche und im benachbarten Veldhausen für den Besuch der Grundschule Osterwald werben. Da für die Grundschulen im Samtgemeindebereich ein gemeinsamer Schulbezirk besteht, gibt es für die Anmeldung in Osterwald von außerhalb keine Schwierigkeiten (GN, 22. 2. und 31.12.2005).

2006 - Die Grundschule Osterwald startet mit Beginn des Schuljahres 2006/07 das Projekt "Helm ist cool". Ziel der Aktion, die finanziell von knapp 30 Osterwalder Firmen unterstützt wird, ist es, möglichst viele Kinder zum Tragen eines Helmes beim Fahrrad fahren zu animieren. Die Initiative zu der Aktion geht vom Elternrat aus. Für jeden Schüler, der eine Woche lang jeden Tag einen Helm trägt, werden als Belohnung 25 Cent in die Klassenkasse eingezahlt. Jede Klasse entscheidet selbst, wofür das Geld am Ende ausgegeben wird (GN, 15.7.2006)


So sieht die Schule 2007 aus - Das Foto wurde der Homepage der Schule entnommen

2007 - Am 31. Januar wird der Rektor Gerd Schulz im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus dem Schuldienst verabschiedet. Er begann seinen Schuldienst 1970 in Veldhausen, war von 1973 bis 1983 stellvertretender Stufenleiter der Orientierungsstufe Neuenhaus, wechselte dann wieder nach Veldhausen und leitete die Grundschule Osterwald ab 1989 (GN, 6.2.2007). Nach längerer Vakanzzeit, in der die Schule von den Lehrkräften gemeinsam verwaltet wurde, wird die Lehrerin Dagmar Gravemeier offiziell als Schulleiterin und Rektorin in ihr Amt eingeführt. Gravemeier ist im westfälischen Mettingen geboren, ihre Schullaufbahn führte sie von der Ev. Blankeschule in Nordhorn (1973), die Grund- und Hauptschulen in Bad Essen (1978), Neuenkirchen-Vörden (1979) und Georgsdorf (1984) schließlich 1990 nach Osterwald (GN, 13.12.2007).

2008 - Die Grundschule Osterwald führt seit zwei Jahren eine Kombiklasse, in der zwei benachbarte Schuljahrgänge zusammengefasst sind. Aufgrund des Geburtenrückgangs ist auch in den kommenden Jahren mit Kombiklassen zu rechnen. In einem Gutachten wird aus schulrechtlichen und schulfachlichen Gründen empfohlen, die Grundschule Osterwald aufzulösen und mit der Grundschule Veldhausen zu vereinigen, evtl. eine Kombiklasse 1./2. als Außenstelle in Osterwald einzurichten. Politik und Verwaltung wollen jedoch weiterhin Osterwald als kleine Grundschule erhalten, "wenn die Eltern es wollen und es möglich ist" (GN, 13.11.2008).

2009 - Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 erhalten alle Schüler des dritten Schuljahrgangs jede Woche Musikunterricht mit Blockflöten während des regulären Unterricht von einer Lehrkraft der Musikschule Niedergrafschaft. Ermöglich wird dies durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Osterwald, die alle anfallenden Kosten für das Personal, die Noten und Instrumente übernimmt. Schulleiterin Dagmar Gravemeier und Musikschulleiter Heinz-Josef Bausen sind sich einig, dass durch gemeinsames Musizieren der Teamgeist gefördert und die Einstellung zur Schule und zum Lernen positiv beeinflusst werden kann (GN, 15.8.2009).

Dagmar Gravemeier, Rektorin der Grundschule Osterwald, feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Schulrat Udo Tiemann würdigt ihre Verdienste und ihr Engagement im Rahmen ihres schulischen Wirkens. Frau Gravemeier begann ihren Dienst 1973 an der Ev. Blankeschule Nordhorn. Seit 1990 ist sie an der Grundschule Osterwald tätig, die sie seit 2007 leitet (GN, 4.12.2009).

2010 - Neujahrsempfang
Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Osterwald stellen Bürgermeister Johann Diekjakobs und Erster Samtgemeindrat Günter Oldekamp die Projekte für das Jahr 2010 vor. Nach den Worten von Herrn Oldekamp ist die Entscheidung über die Zusammenlegung der beiden bislang selbstständigen Hauptschulen Veldhausen und Neuenhaus von großer Bedeutung. Dabei gehe es darum, im Interesse der Schüler ein zukunftsfähiges Schulsystem aufzubauen. Gerüchten, der Bestand der Grundschule Osterwald sei gefährdet, widersprach er. (GN, 14.1.2010)

Schulhofgestaltung
Im Rahmen des Aktionstages "Osterwalder packen mit an", bei dem 184 Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligt sind, werden auch auf dem Schulhof die Spielbereiche mit neuen Kunststoffplatten eingefasst. Davon überzeugen sich Vertreter des Rates und der Verwaltung vor Ort (GN, 16.3.2010)

Sponsorenlauf
Mit einem Sponsorenlauf haben die Schüler der Grundschule Osterwald rund 4100 Euro für die Hilfsaktion "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" erlaufen. Etwa 60 Kinder hatten sich Sponsoren im privaten Umfeld gesucht, die die Runden auf dem Sportplatz mit einem festen Beitrag belohnten. Der Sponsorenlauf fand ebenso wie eine Projektausstellung zum Thema Haiti im Rahmen eines Schulfestes statt (GN, 24.6.2010).

2011 - Steinvogel ziert Schulhof
55 Grundschüler haben mithilfe von drei Künstlern im Laufe einer Woche eine rund einen Meter hohe Sandsteinskulptur gebaut. Sie thront nun auf einen kleinen Hügel neben dem Pausenhof. Dorothea Berwe, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Grundschule, ist es zu verdanken, dass eine Kunstwoche stattfinden konnte. Beteiligt war auch die pensionierte Hauptschullehrerin Antje Köller. Die Kinder erkundeten auch die Geschichte des Sandsteins. Dazu machten sie einen Ausflug  in einen ehemaligen Sandsteinbruch im Bentheimer Wald. "Dort durften die Kinder mit dem Hammer Sandstein heraushauen", berichtet die Schulleiterin Dagmar Gravemeyer. (GN, 22.10.2011)

Quellen:

  • Schulchronik der Volksschule Osterwald, Band I (1894 - 1955)

  • Schulchronik der Schule Osterwald, Band II (ab 1955)

  • Ludwig Sager, Schule und Lehrer in alter Zeit, Der Grafschafter 1954, Seite 117

  • Heinrich Specht, Die Bauerschafts- oder Nebenschulen in der Grafschaft Bentheim, Jahrbuch des Heimatvereins 1936, Seiten 88 - 91

  • Dr. Ernst Kühle, Osterwald, Jahrbuch des Heimatvereins 1975, Seite 120

  • Heinrich Hensen, Aus der Geschichte der Gemeinde Osterwald 1698 - 1853. In: Der Grafschafter, Jahrgang 1986

  • Heinrich Eberhardt und Jan Harm Kip, Einführung des reformierten Bekenntnisses in der Grafschaft Bentheim im Jahre 1588 und ihr Einfluss auf die Entwicklung des Volksschulwesens. In: Reformiertes Bekenntnis in der Grafschaft Bentheim, Das Bentheimer Land, Band 114, 1988, Seite 215  bis 244

  • GN am Wochenende, "Eine neue Schule für Osterwald zimmern" Ein kurzer Abriss einer jetzt 250-jährigen Schulgeschichte in der Niedergrafschafter Gemeinde. von Friedrich Gerlach, 1.11.2003

  • Artikel aus der örtlichen Presse, Fundstellen im Text angegeben.