Grafschafter Schulgeschichte

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Volksschule Esche

1821 - Über die Entstehung der Volksschule Esche ist nichts bekannt. Die Schule Esche wird erstmals in einer Armenrechnung der Kirchengemeinde Veldhausen erwähnt. Im Jahre 1821 erhält der Schulmeister von Esche, H. Hölter, für die armen Kinder in der Schule an Schulgeld  und für Bücher 2 Gulden und 17 Stüber  (Umrechnung: 1 Gulden = 20 Stüber; 1 Stüber = 8 Deut). (Quelle: Auszug aus der Armenkasse, von Gerhard Plasger bereitgestellt).

1828 - Im Jahre 1828 unterrichtet in der Schule Esche ein Lehrer Dobben 40 Schulkinder (nach Angaben von Pastor Stiasny "Aus Veldhausens kirchlicher Vergangenheit und Gegenwart, unveröffentlichtes Manuskript).

1851 - Als das aus früheren Zeiten vorhandene Schulhaus alt und baufällig ist, wird es abgebrochen. 1851 wird am selben Platz eine neue Schule gebaut. Die Schule liegt ungefähr in der Mitte der Bauernschaft, etwas abseits von der Straße. Die meisten Kinder wohnen in der Nähe der Schule. Nur wenige Kinder haben einen weiten Schulweg von einer dreiviertel Stunde. In früheren Jahren wurden für jedes Kind, das die Schule besuchte, wöchentlich acht Pfennig bezahlt. Unterricht war nur im Winter. Später betrug das Gehalt des Lehrers 90 Thaler oder 270 Mark. Das Schulgeld betrug für jedes Kind im Vierteljahr 63 Pfennig. Das übrige Geld kam von der Schulgemeinde.

1869 - Am  1. Oktober 1869 tritt Lehrer Kwade die Stelle in Esche an. Davor waren in Esche die Lehrer Timmer, Hartger und Geerling tätig.  Die Schule besuchen 36 Kinder. Früher sollen es wesentlich mehr gewesen sein, weil auch die Kinder aus den umliegenden Bauernschaften dazukamen. Die Schule ist einklassig. Wöchentlich werden 26 Unterrichtsstunden erteilt.

1872 - Nach den allgemeinen Bestimmungen wird die Wochenstundenzahl auf 30 erhöht. Die Lehrer werden von der Schulgemeinde gewählt. Die Wahl muss vom Königlichen Oberkirchenrat bestätigt werden. Die Aufsicht über die Schulen führt der Kreisschulinspektor der Niedergrafschaft.

1882 - Die Schülerzahl wächst bis 1882 von 36 auf 48, später auf 52 Kinder. Das Diensteinkommen des Lehrers beträgt im Jahr 750 Mark nebst Wohnung. Besondere Ferien gibt es nicht. Schulfreie Tage sind des Kaisers Geburtstag (27. Januar) und der Sedantag (2. September).

1888 - Am 14. Februar 1888 fällt der Schornstein der Schule nach unten auf den Fußboden. Er wird durch einen "russischen Schornstein"  ersetzt. Die Mädchen der Mittel- und Oberstufe erhalten jetzt im Sommer und Winter wöchentlich zwei Stunden Handarbeit.

1894 - Lehrer Kwade beginnt mit dem Schreiben der Schulchronik und gibt zunächst einen Rückblick auf die Vergangenheit der Schule, wie sie oben dargestellt ist. Das Brennmaterial der Schule, der Torf, der bisher von den Kindern mitgebracht wurde, wird jetzt von der Schulgemeinde gekauft.

1898 - Auf  Drängen der Regierung in Osnabrück wird in Esche im Frühjahr 1898 eine neue, geräumige Lehrerwohnung gebaut, die in der Nähe der Schule in einem Schulgarten liegt.

Lehrer Kwade stirbt jedoch vorher an Schlagfuß, so dass er die Erfüllung seines lang gehegten Wunsches nach einer neuen Lehrerwohnung nicht mehr erlebt. Er war fast 29 Jahre in Esche tätig. Nach Vertretung aus Haftenkamp, Scheerhorn und Hoogstede wird die Stelle am 1. November 1898 mit dem Lehrer Nonno de Vries wieder besetzt.

1901 - Bei der Revision der Schule 1899 wird - wie schon früher auch - auf die Mangelhaftigkeit des Schullokals hingewiesen. Besonders ist die Decke morsch und die Dachkappe sehr reparaturbedürftig. Die alte Lehrerwohnung wird auf Abbruch verkauft. Die Reparatur erfolgt in den Sommerferien 1901. Es entsteht ein schönes, freundliches Schulzimmer.

Die finanzielle Kraft der Schulgemeinde Esche ist sehr angespannt. Von der Gemeinde werden 75 % der Staatssteuern als Schulsteuer (800 Mark) aufgebracht. Sie erhält von der Regierung widerrufliche "Staatsbeihülfen", so 1902 und 1904 jeweils 300 Mark (für die Erneuerung des Schulmobiliars).

1906 - Das Grundgehalt des Lehrers wird von 1000 auf 1100 Mark jährlich erhöht. Die Regierung gewährt der Schulgemeinde zur Deckung dieser Mehrkosten jährlich 100 Mark zusätzlich, insgesamt 400 Mark. Zur Reparatur der Giebelwand der Lehrerwohnung bewilligt die Regierung eine weitere "Beihülfe" von 200 Mark.

1907 - Esche wird Bahnstation. Durch den Eisenbahnbau gehen der Schule 20 Ar (= 2000 qm) Schulland verloren. Der Eisenbahnbetrieb zwischen Neuenhaus und Emlichheim wird im Dezember 1909 eröffnet.

1908 - Nach dem Inkrafttreten des neuen Volksschulunterhaltungsgesetzes bildet Esche einen Einzelschulverband. Für die katholischen Schüler, die die kath. Schule in Neuenhaus besuchen, ist für jedes Kind jährlich ein Betrag von 26 Mark an den Gesamtschulverband Neuenhaus zu zahlen. Der Staatszuschuss beträgt 625 Mark.

Nach dem Lehrerbesoldungsgesetz, das am 1. April 1908 in Kraft tritt, beträgt das Grundgehalt der Lehrer 1400 Mark; die Alterszulagen steigen bis auf 1900 Mark an. Dadurch werden die bisherigen großen Unterschiede in den Gehältern zwischen Stadt- und Landlehrern beseitigt. Erstmalig erfolgt am 14. August ein Schulausflug mit der Eisenbahn von Neuenhaus nach Bentheim, an dem auch mehrere Erwachsene teilnehmen.

1910 - Nach Teilnahme des Lehrers an Spielkursen werden für die Schule ein Faustball und ein Schlagball angeschafft, so dass Korbball und Hetzball, aber auch Tauziehen, Wettlauf u.a. Spiele in den Turnunterricht Eingang finden. Die dritte Turnstunde und das tägliche Pausenturnen werden eingeführt.

Am 19. Juli wird eine Gedächtnisfeier zum 100. Todestages der Königin Luise veranstaltet. Am 7. November wird des 100. Geburtstages von Fritz Reuter gedacht, indem u.a. Gedichte aus "Läuschen und Riemels" vorgelesen werden. Weitere Gedächtnisfeiern werden für die Kaiserin Auguste am 23.9.1911 und für Friedrich den Großen anlässlich seines 200. Geburtstages am 24.1.1912 abgehalten. Das Jahr 1913 ist geprägt durch die vielen Gedenktage zur Erinnerung an das jahr 1813 und mehrere Jubiläumstage des Kaiserhauses.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Regierungszeit des Kaisers heißt es in der Schulchronik: "

Der 16. Juni war nun auch für die Escher Jugend ein wahrer Festtag. Schon am vorhergegangenen Sonnabend war der Karl Büssemakersche Garten, der zum Festplatz ausersehen war, festlich eingerichtet. In der Schule war das Fest durch Einüben patriotischer Lieder und Gedichte hinreichend vorbereitet. Um die Mittagszeit des 16. Juni trat die mit Eichenlaub geschmückte Schuljugend auf dem Schulplatze bei der Kaisereiche, die im Frühjahr dieses Jahres hier zum Andenken gepflanzt wurde, zum Abmarsche an. Unter kräftigem Marschgesang, mit fliegenden Fahnen wurden die Hauptteile der Bauerschaft durchzogen. Darauf gings zum Festplatz, wo die Kinder, denen der Schweiß von der Stirn triefte (denn es war ein heißer Junitag), mit Limonade und Kuchen hinreichend bewirtet wurden. Nachdem sich die Kinder, denen helle Freude auf dem Angesicht leuchtete, sich erquickt und gelabt hatten, entstand bald ein fröhliches Leben und Treiben auf dem Festplatz. Knaben und Mädchen maßen sich im fröhlichen Wettkampf, hier die Knaben im "Sacklaufen", und dort vergnügten sich die Mädchen, mit verbundenen Augen mittelst der Scheren Zuckerwaren, die mit Bindfaden an einem ausgespannten Seil hingen, abzuschneiden. Überall Freude, munteres Lachen und Jauchzen.

Dann hielt der Lehrer eine Ansprache, worin er der großen Verdienste unseres lieben "Friedenskaisers" gedachte. Darauf sprachen Knaben und Mädchen patriotische Gedichte, die in wohldurchdachter Anordnung uns die hehre Zeit von 1813 lebhaft vor Augen führten. Dann ertönte wiederum fröhlicher Gesang der in sichtlicher Begeisterung lodernden Jugend. So brach der Abend eher herein, als die jugendliche Schar es vermutete. Unter fröhlichem Gesang verließen sie in einzelnen Gruppen den Festplatz, um der elterlichen Wohnung zuzueilen mit dem erhabenen Gefühle, einen herrlichen Tag verlebt zu haben."

1914 - Zum Kriegsausbruch im August 1914 schreibt der Chronist, Lehrer de Vries:

"Als ich am 30. Juli 1914, von Osnabrück kommend, in Esche eintraf, da standen überall die Landleute in Gruppen beieinander, und jedem las man die Frage vom Gesicht: "Was wird's werden?" Daß es zum Kriege kommen sollte, wurde uns schon am folgenden Tage zur Gewißheit durch die Erklärung des Kriegszustandes für den Bezirk des X. Armeekorps (31. Juli, von Emmich).

Der Schuljugend bemächtigte sich eine große Begeisterung. Mit größter Spannung wurden die ersten Nachrichten vom Kriegsschauplatz erwartet. Bald verkündeten uns Böllerschüsse aus Neuenhaus und Festgeläute (sogen. Beiern) von Veldhausen die herrlichen Erfolge unserer tapferen, heldenhaften Armee sowohl im Westen als im Osten. Täglich brachten Extrablätter, die täglich vor Beginn des Unterrichts vorgelesen und besprochen wurden, neue Meldungen von den großen Siegen.
Um den im Felde stehenden Angehörigen unserer Gemeinde eine Freude zu bereiten, veranstalteten die Kinder unter Anleitung des Lehrers Geldsammlungen, kauften Tabak, Cigarren, Chokolade u.s.w. und schickten diese Liebesgaben mit eingelegtem Brief ins Feld. Die Mädchen strickten eifrig Strümpfe, Pulswärmer, verfertigten Leibbinden u.a.m., die dann ebenfalls mit Brief ins Feld geschickt wurden. Groß war dann immer die Freude, wenn die Dankschreiben verlesen werden konnten."

1915 - Die Osterferien werden um 14 Tage verlängert, damit die Schüler bei der Frühjahrsbestellung helfen können, weil der Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft erheblich ist. Lehrer de Vries muss Vertretungsunterricht in Grasdorf, später in Haftenkamp erteilen, wodurch der Unterricht in Esche auf 20 Wochenstunden gekürzt werden muss.

1917-1919 - Vom 1. Juni 1917 bis 30. Dezember 1918 ist Lehrer de Vries eingezogen.  In Esche werden 12 Unterrichtsstunden von Grasdorf und Haftenkamp aus vertreten. Bei den Schülern zeigen sich große Wissenslücken. Bis 1919 steigt die Schülerzahl bis auf 92 an. Am 1. Oktober 1919 wird die 2. Lehrerstelle eingerichtet und mit dem Schulamtsbewerber A. Buddenberg aus Melle besetzt. Da kein zweiter Klassenraum vorhanden ist, erfolgt der Unterricht für die Klasse II (Grundschule) am Nachmittag.

1920 - Nachdem die geistliche Schulaufsicht zum Jahresende 1919 aufgehoben ist, wird Lehrer de Vries vom 1. Januar bis 1. Juli 1920 mit der Kreisschulaufsicht der Niedergrafschaft betraut. Es folgt dann als hauptamtlicher Schulrat für die ganze Grafschaft Bentheim Rektor Valentin aus Osnabrück.

1921 - Lehrer Buddenberg scheidet für einige Monate aus dem Schuldienst aus und wird durch Lehrer Lahmann aus Scheerhorn ersetzt. Im Winterhalbjahr 1921/22 wird wieder eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet, die von 12 Schülern besucht wird. Während in den meisten Gemeinden die Schülerzahlen infolge der Kriegsjahre stark sinken, ist in Esche nur ein geringer Rückgang von 92 auf 86 zu verzeichnen.

1923 - Durch die ungeheure Geldentwertung während Inflation können für die Schule kaum Anschaffungen gemacht werden. Unter Anleitung des Lehrers schreiten die Schüler zur Selbsthilfe, indem sie Lumpen und Eisen sammeln und für den Erlös Lehrmittel, u.a. Wandkarten sowie biblische und kulturhistorische Bilder, kaufen.

1926 - Durch die Überschwemmung der Vechte ist die Schule ringsum von Wasser umgeben. Der Schulweg zur Straße steht kniehoch unter Wasser. Der Unterricht muss für einige Tage ausgesetzt werden. Nach Drängen ab 1925 wird bis zum Herbst 1926 der Neubau eines zweiten Klassenzimmers fertiggestellt und eingerichtet. Über dem Klassenraum ist eine Wohnung für einen unverheirateten Lehrer mit Wohnzimmer, Schlafstube und Küche entstanden.

1927 - Schule und Lehrerwohnungen erhalten elektrisches Licht.

1933 - Das Jahr 1933 steht voll und ganz  unter dem Eindruck der "gewaltigen politischen Ereignisse", beginnend mit der "Machtergreifung" Adolf Hitlers. Von der Schule aus werden alle Begebenheiten mit lebhaftem Interesse verfolgt.

Der Beginn des neuen Schuljahres wird auf den 1. April festgelegt; die Ferien werden bis zum 1. Mai verlängert. Am 1. Mai, dem Tag der nationalen Arbeit, nimmt die Schuljugend an dem Festzug in Veldhausen teil. Bei der Sonnenwendfeier am 24. Juni werden auf dem Spielplatz an der Vechte Turn- und Wettspiele veranstaltet. Am 5. Juli fährt die Schuljugend nach Bentheim zur Freilichtbühne, um der Aufführung von "Wilhelm Tell" beizuwohnen. Wie alljährlich wird zu Weihnachten eine Christbaumfeier in der Schule veranstaltet, an der sich auch viele Erwachsene beteiligen.

1934 - Der Lehrer Adolf Buddenberg, der seit 1919 in Esche tätig war,  wird auf seinen Wunsch nach Bimolten versetzt. An seine Stelle am 1. Mai der Lehrer August Fryen aus Osnabrück.

1936 - Der Lehrer Nonno de Vries tritt zum 1. April 1936 nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Er war 37 1/2 Jahre in Esche tätig. Der Lehrer August Fryen wird gleichzeitig mit der vertretungsweisen Wahrnehmung der 1. Lehrerstelle beauftragt.

Am 15. April erhält der Schulamtsbewerber W. Buddenberg (siehe: L-C-Buddenberg) aus Neuenhaus einen Lehrauftrag nach Esche. Vom 1.4. bis 1.5. 1936 ist der Lehrer Fryen wegen einer Operation beurlaubt, vom 18. Mai bis 16. Juli zum Heeresdienst einberufen. Die Vertretung übernimmt W. Buddenberg. Zum 1. August wird W. Buddenberg nach Brandlecht versetzt. Lehrer Lahmann, der schon 1921 einige Monate in Esche war, wird mit der Verwaltung der 1. Lehrerstelle beauftragt.

1937- 1938 - Auch diese Jahre sind durch häufigen Lehrerwechsel bestimmt. Am 1. April wird der Lehrer August Fryen auf Wunsch nach  Osnabrück versetzt. Er ist später Schulrat des Kreises Melle- Wittlage. Der Lehrer Fr. Holtmeyer, der vorher in Kalle tätig war, bleibt nur vom 1. - 24. April, um dann an einem 9-monatigen Werklehrerkurs in  Hildesheim teilzunehmen. Am 3. Mai kommt die Schulamtsbewerberin G. Michel, die vorher schon in Uelsen unterrichtet hat. Sie wird aus Krankheitsgründen am 6.12 beurlaubt und nach ihrer Genesung in Borgloh eingesetzt. Infolge Lehrermangels bleibt die 2. Lehrerstelle unbesetzt. Sie wird erst am 1. Juli 1938 mit der österreichischen Schulamtsbewerberin Maria Hubinger aus Hausbrunn in Nieder-Donau wieder besetzt, nachdem im März 1938 Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen wurde.

Ostern 1938 wird die Schule Esche Gemeinschaftsschule. Die katholischen Kinder besuchten bisher die katholischen Schulen in Neuenhaus und Hoogstede. Die Schule besuchen jetzt 87 Kinder.

Die Schule feiert nach den Herbstferien "mit Begeisterung die Befreiung der Sudetendeutschen vom tschechischen Joch". Ab Herbst 1938 sind die neuen Leistungsstufen in den Zeugnissen zur Anwendung zu bringen:
Schulbesuch: regelmäßig, ziemlich regelmäßig, unregelmäßig;
Betragen, Fleiß und Aufmerksamkeit: Sehr gut, gut, genügend, ausreichend, mangelhaft;
Leistungen: 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend.

Der Besuch der Ländlichen Berufsschulen wird ab 1. Oktober 1938 für die 14- bis 17-jährigen verpflichtend. Die Schule besuchen 20 Schüler am Dienstag und Freitag von 18 - 21 Uhr.

1939 - Der bisherige unterrichtsfreie "Grafschafter Buß- und Bettag" am 1. Februar wird wegen der katholischen Kinder in der Gemeinschaftsschule abgeschafft. Am 12. und 13. Juli erfolgt ein Busausflug nach Borkum mit Übernachtung in der Jugendherberge in Emden. Dies ist der erste mehrtägige Ausflug der Schule. Vom 15. August bis 23. September ist die Lehrerin Hubinger erkrankt. Die Vertretung übernimmt der Lehrer Lahmann. Es wird Halbtagsunterricht erteilt.

1940 - Vom 13. Februar bis zum Einmarsch nach Holland am 10. Mai hat Esche Einquartierung. Ganz besonderes Interesse für das Soldatenleben bekunden die Schüler, die bei allen Übungen auf dem Schulplatz vertreten sind. Vom 6. Mai bis zum 3. Juli erteilt Lehrer Lahmann an drei Tagen der Woche Vertretungsunterricht in Hoogstede, weil dort sämtliche Lehrkräfte zum Kriegsdienst einberufen sind.

1941-1945 - Der Schuljahrsbeginn wird von Ostern auf den 1. August verlegt. Die Schulen leiden unter Lehrermangel. Lehrer Lahmann wird am 14.5.1941 mit der Verwaltung der Volksschule Veldhausen beauftragt, da der dortige Hauptlehrer Pfeiffer eingezogen wurde. Die Beauftragung endet am 19.6.1942, weil Hauptlehrer Pfeiffer wieder zurückkehrt. Lehrer Lahmann muss jedoch ab 23.6.1942 für jeweils 3 Wochentage in Alexisdorf vertreten. Vom 4. bis 15.9. 1942 erkrankt die Lehrerin Hubinger an Diphterie. Am 5. 9. werden beide Klassenräume desinfiziert. Ab 1943 fällt der Unterricht durch "Fliegeralarm" fast täglich aus. Die Schüler müssen in den Bunker. Ab 1. Mai 1943 vertritt Lehrer Lahmann dann in Alte Piccardie, bis Lehrerin Hubinger nach den Sommerferien dorthin versetzt wird und Lehrer Lahmann in Esche beide Klassen unterrichtet. Vom 15.2. - 1.3.1945 wird Lehrer Lahmann zum Volkssturm einberufen und muss Schanzarbeiten in Neerlage verrichten. Der Unterricht in Esche fällt aus. Am 9. April wird Esche von kanadischen Truppen besetzt.

1946 - Die 2. Lehrerstelle wird zunächst von der Lehrerin Gröninger, dann ab 1. Mai 1946 von der Lehrerin E. Kösters besetzt. Nach den Sommerferien wird Esche wieder eine ev. Bekenntnisschule. Die kath. Schüler besuchen wieder die kath. Schulen in Neuenhaus oder Hoogstede.

1948 - Alle Kinder, die ab 1941 nach den Sommerferien eingeschult wurden, werden nach einer Regierungsverfügung verpflichtet, die Schule 8 1/2 Jahre zu besuchen. Sie werden im Herbst automatisch ein Jahr zurückversetzt. Nach einem Erlass des Kultusministers werden am 4. Februar 1948 Elternvertretungen gewählt.

1949 - Die Lehrerin E. Kösters wird auf eigenen Wunsch am 1. Oktober 1949 an die Pestalozzischule in Nordhorn versetzt. Ihr Nachfolger ist Gerrit Jan Genzink aus Agterhorn, der bislang in Echteler tätig war.

1951 - Im August 1951 unternimmt die Schule einen Ausflug an die Porta Westfalica. Es schließen sich weitere Schulfahrten an, 1953 nach Norderney, 1954 ins Sauerland, 1955 nach Amsterdam, 1956 ins Rheinland (Köln, Bonn, Königswinter), 1957 nach Borkum und 1958 in den Teutoburger Wald. Auch in den folgenden Jahren erfolgen Wanderfahrten zu unterschiedlichen Zielen.

1958 - Nach Planungen ab 1955 wird 1957 mit dem Neubau einer zweiklassigen Schule begonnen, der Anfang Oktober 1958 vollendet ist. Die Einweihung erfolgt am 23. Oktober 1958. Die Gesamtkosten einschl. Gartenanlage betragen 127 222 DM, die Einrichtungskosten 17116 DM.

Schulneubau in Esche 1958 - Bild: Landkreis Grafschaft Bentheim

Eine Studentin der Pädagogischen Hochschule Osnabrück absolviert im August/ September erstmalig in Esche ihr Landschulpraktikum. Weihnachten wird in der Schule eine Tannenbaumfeier veranstaltet. Vorträge, Wechselgespräche und kleine Aufführungen werden von den zahlreich erschienenen Erwachsenen mit Beifall aufgenommen.

1960 - Der Schulleiter Lambert Lahmann tritt nach Erreichen der Altersgrenze am 1. April 1960 in den Ruhestand. Er war fast 24 Jahre ohne Unterbrechung in Esche als Lehrer tätig. Sein Nachfolger ist der Lehrer Carl-Heinz Wernecke aus Schüttorf, der am 1. April 1960 durch den Schulrat Kollmann in die Planstelle des 1. Lehrers eingewiesen wird. Am 1. Juni wird der 2. Lehrer Gerrit Jan Genzink als Schulleiter an die Volksschule Achterberg versetzt. Seine Nachfolgerin wird die a.p. Lehrerin I. Lahmann von der PH Osnabrück ab 11.8.1960. Außerdem absolviert in diesem und in den folgenden Jahren ein Student der PH Osnabrück in Esche sein Landschulpraktikum.

1961 - Die alte Schule wird verkauft. Der 1851 erbaute Teil der alten Schule wird abgerissen, der 1926 erbaute Teil wird zu einer Wohnung umgebaut. Zur Erinnerung wird der Sandsteinbalken der alten Schule mit der Inschrift "Gebouwd 1851" in den Grünanlagen der neuen Schule aufgestellt. Von dem Erlös der alten Schule werden neben der neuen Schule zwei Lehrerwohnungen gebaut, die am 5. November 1962 bezogen werden können.

1962 - In Niedersachsen wird das 9. Schuljahr eingeführt. Die Schüler aus Esche gehen zur Volksschule Veldhausen. Der Chronist schreibt hierzu: "Damit ist der erste Schritt zum Abbau der sogen. `Zwergschulen` getan. Im `Zeitalter der Vermassung` glaubt man, das ländliche Bildungswesen durch die Zentralisierung in Mittelpunktschulen zu leistungsfähigen Systemen entwickeln zu können."

1964 - Die Abschulung der 7. und 8. Jahrgänge zur Mittelpunktschule Veldhausen wird von der Elternschaft bei Anwesenheit von Schulrat Thielke und Rektor Stech aus Veldhausen abgelehnt. Auch 1965 wird die generelle Abschulung nach Veldhausen abgelehnt. Lediglich einige Eltern erklären sich nach Einzelgesprächen zur Abschulung ihrer Kinder bereit. Die Abschulung aller Schüler des 7. und 8. Schuljahrgangs erfolgt dann Ostern 1966.

1965 - Die Lehrerin Lahmann wird auf ihren Antrag am 1. August 1965 in ihre Heimat Düsseldorf versetzt. In ihre Stelle wird die Lehrerin z. A. Helma Gründler eingewiesen.

1966 - Nach der vollständigen Abschulung des 7. und 8. Schuljahres nach Veldhausen wird folgende Gliederung der Jahrgänge vorgenommen: Klasse I umfasst die Jahrgänge 1 - 3, Klasse II  die Jahrgänge 4 - 6. Durch die Umstellung des Schuljahrsbeginns  vom 1.4. auf den 1.8. werden in Niedersachsen zwei Kurzschuljahre eingeführt: 1. 4. bis 30.11. 1966 und 1. 12. 1966 bis 31.7. 1967. Diese Maßnahme wurde vom Kultusminister gegen eindringliche Proteste der Lehrerschaft, die für ein Langschuljahr plädierte, vorgenommen. Da am 1.12.1966 keine Einschulungen erfolgen, entsteht in den nächsten acht Jahren zwischen den Schuljahren eine Lücke. Außerdem muss von Dezember bis Ostern jeweils eine Klasse 9 eingerichtet werden.

1967 - Nach der Fertigstellung des Schwimmbades und der Turnhalle in Osterwald fahren die Schüler der Klasse II jeden Samstag zum Schwimmen und Turnen nach Osterwald.

1968 - Zum 27. 8. 1968 übernimmt der 1. Lehrer Carl-Heinz Wernecke auf seinen Antrag die Leitung der Mittelpunktschule Georgsdorf. Mit der Versetzung von Herrn Wernecke endet die vorliegende Abschrift der Schulchronik von Esche. Zur weiteren Geschichte der Schule Esche wird nachgetragen: Nachfolger von Herrn Wernecke wird der Lehrer Willi vom Baur.

1969 - Dr. Ernst Kühle schreibt über Esche (Quelle: Der Grafschafter, August 1969, Seite 637): "Eine Schule im Grünen mit elektrischer Heizung und Parkettfußboden und die Möglichkeit, Turnhalle und Schwimmbecken im benachbarten Osterwald zu nutzen, haben die Grundausstattung der Gemeinde verbessert; neue Straßen und Vechtebrücken im Anschluss an die Flussregulierung kamen der Verkehrslage zugute. Einwohner, die ihre Jugend im Dorfe verlebten, durch ihren Beruf aber verziehen mussten, finden, wie Terwey-Jost, ihren Heimatort schöner geworden. Sie, die früher im Sommer nur auf sandigen, im Winter auf grundlosen Wegen zum Kirchort gelangen konnten, sehen ihre Gemeinde mit festen Straßen zu jedem Hof ausgestaltet".

1972 - Am 1. 8.1972 wird der Lehrer Willi vom Baur zum Konrektor der Ev. Grundschule Emlichheim ernannt. Mit ihm endet die Zeit einer eigenen Schule in Esche.

Quelle: Schulchronik der Volksschule Esche 1894 - 1968,  Abschrift von Herrn Achim Röder,  Neuenhaus.