Grafschafter Schulgeschichte

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Volksschule Grasdorf

Im Jahre 1894 beginnt der Lehrer L. Christmann mit dem Schreiben der Schulchronik der Volksschule Grasdorf. Nach seinen Angaben gehörten damals zur Schulgemeinde die Ortschaften Grasdorf, Teich und Thesingfeld, die zum Kirchspiel Veldhausen gehörten. Es ist nicht bekannt, ab wann in diesem Bereich  eine Schule betrieben wurde. Der ursprüngliche Standort der Schule lag in Teich. Sie war einklassig. Die genaue Lage ist jedoch nicht bekannt.

1821 - Die Schule Grasdorf wird erstmals in einer Armenrechnung der Kirchengemeinde Veldhausen erwähnt. Im Jahre 1821 erhält der Schulmeister von Grasdorf, G. Lambers, für die armen Kinder in der Schule an Schulgeld und für Bücher 11 Stüber und 4 Deut (Umrechnung: 1 Gulden = 20 Stüber; 1 Stüber = 8 Deut). (Quelle: Auszug aus der Armenkasse, von Gerhard Plasger bereitgestellt).

1828 - Im Jahre 1828 unterrichtet in der Schule Grasdorf ein Lehrer Volkers 30 Schulkinder (nach Angaben von Pastor Stiasny "Aus Veldhausens kirchlicher Vergangenheit und Gegenwart", unveröffentlichtes Manuskript).

1840 - Der Chronist berichtet, das 1840 die Schule an der Stelle, wo die alte Schule stand, neu erbaut wird. Lehrer an der Schule ist ein Lehrer Veldjans aus Esche.

1846-1867 - Lehrer Veldjans wird aus dem Schulamt entlassen. Ihm folgt 1847 Lehrer Geerds aus Veldhausen, der 1852 nach Osterwald berufen wird. 1853 wird der Lehrer F.W.Naber aus Veldhausen in Teich angestellt, der jedoch nach kurzer Wirkungszeit stirbt. Danach erhält der Präparant J.W.Zweers, ebenfalls aus Veldhausen, die Schulstelle. Er stirbt 1867 ebenfalls. Sein Nachfolger ist der Lehrer G. Leemhuis, der vom Königlichen Oberkirchenrat zu Nordhorn im Juni 1867 mit der Verwaltung der Schulstelle betraut wird.

1894 - Nach längerem Leiden stirbt Lehrer Leemhuis im August 1894. Am 15. April wird der Schulamtsbewerber L. Christmann mit der Vertretung des erkrankten Lehrers beauftragt. Er wird dann ab 1. Oktober 1894 von der Königlichen Regierung zu Osnabrück mit der Verwaltung der Schulstelle beauftragt.

Über die Schulaufsicht schreibt der Lehrer Christmann in der Schulchronik: Bis zum Jahre 1872 standen die Schulen der Grafschaft Bentheim unter der Aufsicht des Herrn Oberschulinspektors Fokke zu Neuenhaus. Nach dessen Tode wurden der Herr Schulrat Hasse, dann Herr Müller und dann Herr Kietz  schulkundige Mitglieder des Oberkirchenrates zu Nordhorn. Nach Aufhebung des Königlichen Oberkirchenrates zu Nordhorn 1885 ging die Schulverwaltung an die Königliche Regierung zu Osnabrück über. Mit der Schulaufsicht wurde der Seminardirektor Schulrat Dierke beauftragt. Seit April 1886 wurden für die Grafschaft Kreisschulinspektoren berufen, für die Niedergrafschaft Herr Pastor Nyhuis zu Arkel. Pastor Nyhuis inspizierte die Schule zum ersten Male am 15. September 1886.

Über das Schulgebäude in Teich schreibt der Chronist u.a.: "Obwohl die Schule noch nicht sehr alt ist, ist ihr Zustand mangelhaft. Die Mauern reißen an verschiedenen Stellen, das Dach ist schlecht, von den Fenstern lässt sich nur noch eins öffnen. Das Schulgebäude ist 8 m lang und 5 m breit. Auf dem Boden der Schule befindet sich der Torfraum. 1893 wurde neben der Schule ein Abort erbaut. Zu Schutz gegen den Ostwind wird im Dezember 1894 eine Windtür vor der Schule angebracht."


Das Gebäude wurde von 1840 bis 1896 als Schule genutzt.
Danach wohnten in dem Gebäude die Familien Lüken, Handlögten und Denkena.
(Bild und Auskünfte von Herrn Titz, Landkreis)

Am weitesten von der Schule entfernt ist Grasdorf. Der Schulweg dauert bis zu einer Stunde. Da die Kinder im Sommer oft auf dem Felde helfen müssen, ist ihr Schulbesuch unregelmäßig.

Die Unterrichtsgegenstände sind bibl. Geschichte, Bibellesen, Kirchenlieder, Katechismus, Deutsch, Schreiben, Rechnen, Raumlehre, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Naturlehre, Singen, Handarbeit für die Mädchen und im Sommerhalbjahr Turnen für die Knaben.

1895 - Ostern 1895 wird ein Sprachlehrbuch von der Schürenstiftung in der Schule eingeführt. Die Rechenbücher folgen nach und nach. Schon seit längerer Zeit dauern Verhandlungen über den Neubau einer Schule nebst Lehrerfamilienwohnung.

1896 - Lehrer Christmann wird Ostern 1896 mit der Verwaltung der Schulstelle in Georgsdorf beauftragt. An seine Stelle tritt Lehrer Freesemann aus Leer. Am 14. April findet die Einweihung der Kreisbahn in Neuenhaus statt, an der auch die Schüler teilnehmen, um das Dampfross zu sehen, das den meisten unbekannt ist. Die erste Fahrt erfolgt im Sommer bei einem Ausflug nach Frenswegen.

1897 - Im Herbst 1896 beschließt der Schulvorstand, den Schulbau an der Westseite der Nordhorner Straße etwa 300 m hinter Thesingfeld in der Gemeinde Grasdorf zu errichten. Mit dem Bau wird im März 1897 begonnen. Von den Kosten von 12200 Mark übernimmt die Regierung 6500 Mark. Die Fertigstellung erfolgt im September 1897. Die Längsseite des Hauses ist 20 m lang und 5 m von der Straße entfernt. Der Klassenraum ist 8 x 6 m groß und wird mit 16 neuen Schulbänken ausgestattet. Der Spielplatz liegt südlich vor dem Klassenraum. Im übrigen Teil des Gebäudes ist die Lehrerwohnung untergebracht, ebenfalls im Obergeschoss. Die Einweihungsfeier erfolgt am 29. Oktober mit vielen Gästen. Die alte Schule in Teich wird verkauft und zu einer Wohnung umgebaut.

1899 - Lehrer Freesemann wird auf Antrag am 1. Oktober 1899 aus dem hiesigen Bezirk entlassen. Sein Nachfolger in Grasdorf wird Lehrer Bleumer aus Uelsen. Ostern 1899 beträgt die Zahl der Schüler 59.

1906 - Die Zahl der Schüler ist auf 82 angestiegen. Es wird deshalb die Halbtagsschule eingerichtet. Die Ober- und Mittelstufe erhalten 20, die Unterstufe 12 Wochenstunden Unterricht.

1907 - Lehrer Bleumer wird zum 1. April 1907 nach Papenburg versetzt. An seine Stelle tritt Lehrer Christmann aus Georgsdorf, der schon von 1894 bis 1896 hier tätig war.

1908 - Die Schule besuchen 94 Schüler. Durch das neue Schulunterhaltungsgesetz werden die Familien der Gemeinde Grasdorf rechts der Vechte dem Schulverband Neuenhaus zugeordnet. Die Schüler besuchen jedoch weiter die Schule Veldhausen. Der Schulverband hat für jedes Kind 15 Mark Schulgeld jährlich zu zahlen. Der Besitzer des Bochtschen Kolonats an der Dinkel erhält die Vergünstigung, seine Kinder nach Lage zu schicken.

1913 - Das Jahr 1913, 100 Jahre nach den Befreiungskriegen, ist reich an vaterländischen Gedenktagen. Besonders wird am 18. Oktober dankbar der großen Völkerschlacht bei Leipzig gedacht.

1914- 1917 - Vom 9. Dezember 1914 bis Ende Juli 1917 ist der Lehrer Christmann zum Militärdienst einberufen. In dieser Zeit wird Vertretungsunterricht durch sieben Lehrer aus Neuenhaus und Lage erteilt. Lehrer Christmann muss danach Vertretungsunterricht in Esche erteilen. Dadurch leidet der Unterricht in Grasdorf sehr. Außerdem ist der Schulbesuch nicht regelmäßig, weil die Kinder viel in der Landwirtschaft helfen müssen. Die Verordnung, dass die Kinder während des Krieges zur Aushilfe in der Landwirtschaft beurlaubt werden können, wird von den meisten Leuten ausgenutzt.

1918 - Mit Beginn des 4. Quartals fällt die Vertretung in Esche nach Entlassung des dortigen Lehrers aus dem Militärdienst weg, so dass wieder voller Unterricht erteilt werden kann.

1919- 1920 - Die Schule wird in diesem Schuljahr von 92 Kindern besucht. Am 24. August 1919 stirbt der Lehrer Christmann. Bis Februar 1920 erteilt der Lehrer H. Wildberger Vertretungsunterricht. Die Stelle wird dann am 1. März 1920 dem Lehrer Georg Varwig aus Erpen (Kreis Iburg) übertragen. Da am gleichen Tage wegen der hohen Schülerzahl die 2. Lehrerstelle eingerichtet wird, verbleibt Lehrer Wildberger als 2. Lehrer an der Schule. Der Unterricht muss in einem Klassenzimmer erteilt werden.

Am 7. März 1920 wird erstmalig der Elternbeirat gewählt. Am 1. Juli 1920 wird ein langjähriger Wunsch der Lehrerschaft erfüllt. Die hauptamtliche Fachaufsicht wird Herrn Rektor Valentin, dem bisherigen 1. Vorsitzenden des Bezirkslehrerverbandes Osnabrück, übertragen, der zum 1. Januar 1921 zum Kreisschulrat ernannt wird.

Im September 1920 besuchen 99 Kinder die Schule. Wegen des fehlenden zweiten Klassenzimmers können im Winter von den zwei Lehrkräften einschl. Handarbeit nur 48 Wochenstunden erteilt werden. Wegen der anhaltenden Teurung besteht keine Aussicht auf  Bau eines zweiten Klassenraumes.

1922 - Eine Beschlussfassung über den Bau eines zweiten Klassenzimmers wird vom Schulvorstand bei Anwesenheit der Gemeindevertretungen von Grasdorf, Teich und Thesingfeld sowie des Landrates nach langer Beratung vorläufig vertagt, da die Kosten von 150 000 Mark als zu hoch angesehen werden. (Ein Jahr später kann man für diesen Betrag infolge der Inflation nur noch 30 Pfund Butter kaufen.)

1923 - Lehrer Varwig wird zum Schuljahrsbeginn 1923 als Hauptlehrer nach Lüstringen bei Osnabrück versetzt. Seine Stelle übernimmt Lehrer Vennebrügge aus Nordhorn. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden kommen aus dem Ruhrgebiet zur Zeit der Ruhrbesetzung nur 4 Kinder nach Grasdorf, von denen 2 bald wieder zurückgehen. Erstmalig geht der diesjährige Schulausflug über die Grenzen der Grafschaft hinaus bis nach Tecklenburg.

1924 - Nach Ende des Krieges und der Inflation kann nach zehn Jahren wieder etwas für die Unterhaltung der Schule und des Schulhauses getan werden. So werden der Anstrich außen und innen erneuert und ein neuer Brunnen angelegt, da das Wasser im alten Brunnen wegen seiner dunkelbraunen Farbe nicht mehr zu gebrauchen ist. Der Schulplatz wird vergrößert, aufgefahren und eingezäumt. Außerdem wird ein Bauplatz für das zweite Klassenzimmer gekauft.

1926- 1927 - Nach Zusagen der Regierung und des Landkreises auf großzügige finanzielle Unterstützung werden im Laufe des Sommers 1926 ein neuer Klassenraum, eine Lehrerwohnung für einen unverheirateten Lehrer und dahinter ein freistehendes Abortgebäude gebaut. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 16000 Mark. Der Klassenraum ist erst am 15. Januar 1927, die Lehrerwohnung erst am 15. April bezugsfertig. Die Schule ist jetzt dreiklassig mit zwei Lehrern. Jede Klasse hat getrennten Unterricht außer in Sport und Singen, in denen Ober- und Mittelstufe kombiniert sind. Herr Vennebrügge hat die Oberstufe, Herr Wildberger die Mittel- und Unterstufe. Im Laufe des Schuljahres erhält die Gemeinde Grasdorf elektrisches Licht. Beide Schulräume und Lehrerwohnungen werden angeschlossen.

1929 - Im Monat Februar tritt eine solche Kälte (unter - 20 Grad) ein, so dass etwa eine Woche lang fast kein Kind zur Schule kommen kann, der Unterrichtsbeginn wird auf 9 Uhr gelegt, aber auch dann noch ist der Schulbesuch ungenügend. Etwa drei Wochen lang wird der Unterricht durch die Kälte fast ganz lahmgelegt. Ostern 1929 werden Teich nach Neuenhaus und Thesingfeld nach Grasdorf eingemeindet. Da Neuenhaus zunächst keine Unterbringungsmöglichkeit hat, bleiben die Kinder aus Teich in der Grasdorfer Schule. Im Laufe des Schuljahres steigt die Schülerzahl immer stärker an und erreicht Ostern 1930 104 Schüler, davon 34 gastweise aus Teich. Nach Umschulung dieser Schüler nach Neuenhaus hat Grasdorf zu Beginn des Schuljahres 1930/31 noch 71 Schüler.

1930 - Lehrer Wilderer verunglückt im Oktober und fällt 5 Wochen aus. An Masern erkranken mehr als die Hälfte aller Schüler.

1931- 1932 - Zum 1. November 1931 wird Lehrer Wilderer, der mehr als 12 Jahre in Grasdorf tätig war, auf seinen Wunsch nach Aschen, Kreis Burg, versetzt. Sein Nachfolger, Herr Düsterer aus Osnabrück, bleibt nur vier Monate. Am 1. März 1932 kommt Herr Göttin, ebenfalls aus Osnabrück. Innerhalb eines halben Jahres wechselt somit ein großer Teil der Kinder dreimal den Lehrer. Da sich die wirtschaftliche Lage auf dem Lande sehr verschlechtert und besonders die "kleinen Leute" unter Geldmangel leiden, kann im Sommer 1932 kein größerer Ausflug gemacht werden.

1933- 1945 - Auf Befehl der britischen Militärregierung im Jahre 1945 sind die Eintragungen der Schuljahre 1933/34 bis 1944/45 aus der Schulchronik herausgetrennt worden, so dass eine  umfassendere Darstellung über diese Zeit nicht möglich ist.

1945 - Nach der Besetzung durch die britischen Truppen am 2. April beginnt der Unterricht wieder am 29. August. Sämtliche Lehrer wurden auf ihre politische Tätigkeit im Dritten Reich überprüft. Sämtliche Schulbücher wurden eingezogen. Bei Unterrichtsbeginn haben die Schüler nur etwas Schreibmaterial in ihren Büchertaschen. Das Grenzgebiet zu den Niederlanden- bis zur Straße Neuenhaus -Nordhorn- muss auf Anordnung der Militärregierung geräumt werden. Hiervon sind fast 30 Familien betroffen, die in den Nachbargemeinden Unterkunft finden. Dadurch fällt die Schülerzahl um 23 auf 87. Lehrer in Grasdorf sind Herr Vennebrügge und Frau Hargens- Klotz. Wegen des Lehrermangels in Neuenhaus muss jedoch die Lehrerin Frau Hargens- Klotz dort aushelfen. Die Schule bleibt einklassig.

1946 - Nachdem der Schuljahrsbeginn 1941 auf den August gelegt worden war, wird er jetzt wieder auf Ostern zurückverlegt. Ostern 1946 besuchen 101 Kinder die Schule. Sie führt wieder ihre alte Bezeichnung Ev. Volksschule Grasdorf. Die katholischen Schüler gehen wieder nach Neuenhaus in die Kath. Volksschule Neuenhaus. Wegen des außergewöhnlich starken Winters werden die Weihnachtsferien bis zum 16. Januar 1947 verlängert. Wegen der großen Kälte fehlen danach auch noch sehr viele Kinder.

1947 - Durch die Versetzung von Zollbeamten und die Umquartierung einiger Flüchtlingsfamilien fällt die Schülerzahl auf 85. Nach vielen Jahren wird wieder ein Tagesausflug mit der Eisenbahn in die Obergrafschaft gemacht.

1949 - Die Schulpflicht wird für alle Kinder, die während der Nazizeit im Herbst eingeschult wurden, um ein halbes Jahr verlängert. So kommt es, dass Osten 1949 kein Kind entlassen wird.

1951 - Wegen einer Englandreise wird die Lehrerin Hargens-Klotz für ein halbes Jahr vom 1.7. - 31.12.1951 beurlaubt. Die Vertretung übernimmt der Rektor i. R. W. Krause, der vorher in Alexisdorf tätig war. Im Herbst werden die Giebel der alten Schule erneuert, da sämtliche Holzteile vollständig morsch geworden waren.

1953 - Da sich die Inneneinrichtung der alten Schule schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand befand, wird sie vollständig mit Tischen und Stühlen, einem Lehrertisch und einem Schrank erneuert.

1956- 1957 - Im Dezember 1956 wird der Lehrer Hermann Vennebrügge, der fast 34 Jahre die Volksschule Grasdorf leitete, in den Ruhestand versetzt. Er verzieht nach Bramsche. Er stirbt dort am 25. Februar 1973. Am 1. Januar 1957 übernimmt der Lehrer Wilhelm Snippe die Leitung der Schule. Er ist seit 1957 im Schuldienst und war bisher an der zweiklassigen Volksschule in Alexisdorf tätig.

1958 - Im Frühjahr 1958 werden umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten an der Lehrerwohnung durchgeführt. Der Chronist berichtet über vielfältige Ausflugsfahrten, die jährlich mit den verschiedenen Schülergruppen durchgeführt werden. Die jährlich stattfindenden Elternabende finden bei den Besuchern großen Anklang. Zu Weihnachten sammeln die Schüler für das Heimkehrerlager in Friedland und schicken Pakete mit Kulturbeuteln und Kleidung.

1959 - Ein Student der Pädagogischen Hochschule Osnabrück absolviert zwischen den Sommer- und Herbstferien sein Landschulpraktikum an der Schule. Dies erfolgt auch in den folgenden Jahren.

1963 - Die Umschulung der beiden oberen Jahrgänge Ostern 1963 nach Neuenhaus scheitert am Widerstand der Eltern.

1964 - Im Laufe des Sommers 1964 werden eine Pausenhalle und Toilettenräume fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im Sommer 1964 wird von der Schule ein Schülerlotsendienst eingerichtet.

1966 - Ostern 1966 werden der 7. und 8. Schuljahrgang zur Mittelpunktschule Neuenhaus abgeschult. An der Volksschule Grasdorf verbleiben nur noch die Jahrgänge 1 - 6. Wegen der Umstellung auf den Schuljahrsbeginn im August wird die Zeit vom 1. April 1966 bis zum 1. August 1967 in zwei Kurzschuljahre aufgeteilt. Zum 1. Dezember 1966 finden Versetzungen, aber keine Neuaufnahmen statt. Es wird eine neue Lehrerdienstwohnung gebaut. Der Schulleiter kann damit aus dem 1896 gebauten alten Schulgebäude ausziehen. Der Umzug erfolgt am 3. Dezember 1966. Die Gesamtkosten betragen 90341 DM.

1967 - Nach einem Beschluss der Elternschaft und des Gemeinderates wird das 5. Schuljahr zum 1.8.1967 nach Neuenhaus zur Mittelpunktschule abgeschult, da dort die Förderstufe eingerichtet wird. Seit 1967 besuchen die Schüler aus Grasdorf jede Woche das Schwimmbad und die Turnhalle in Osterwald. Die Fahrtkosten werden von der Gemeinde übernommen.

1968 - Im Sommer 1968 startet der letzte größere Ausflug mit dem 4. und 6. Schuljahr zu einer Schiffsrundreise über die Schleusen bei Minden und zur Porta Westfalica. Ab August 1968 ist die Schule Grasdorf eine reine Grundschule. Da Herr Snippe in den Schuljahren 1968/69 und 1969/70 jeweils nur ein 3. bzw. ein 4. Schuljahr unterrichtet, wird er mit 10 Wochenstunden nach Neuenhaus abgeordnet

1969 - Nach einem schweren Schülerunfall am 12. November 1969 ruft der Elternrat der Schule zu einem eintägigen Warnstreik am 21. November auf. Es wird die umgehende Schaffung eines Radweges an der Bundesstraße 403 gefordert. Nach den Weihnachtsferien können die Schüler der Schule Grasdorf mit einem Bus zur Schule fahren. Die Kosten betragen pro Woche und Familie 3,50 DM. Den Rest der Fahrtkosten übernimmt die Gemeinde.

1970 - Ab April 1970 werden die Gemeinden Grasdorf, Hilten und Veldhausen zur Einheitsgemeinde Neuenhaus vereinigt. Schulträger der Grundschule Grasdorf ist die Stadt Neuenhaus.

1975 - Die Lehrerin Hargens-Klotz wird zum Ende des Schuljahres 1974/75 in den Ruhestand versetzt. Sie stammt aus Erfurt und war seit dem 1. April 1937 in Grasdorf tätig. Sie behält ihre Wohnung über der 2. Klasse der Schule bei. Die 2. Lehrerstelle wird mit der  Lehrerin Gerda Hagmann besetzt. Sie wurde in Haftenkamp geboren und war bisher an der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Nordhorn tätig.

1976 - Frau Hagmann hat vom 7.1. bis 2.4.1976  Mutterschaftsurlaub. Die Vertretung übernehmen der Lehrer Volker Pahnke aus Veldhausen mit 15 Wochenstunden und die Lehrerin Elisabeth Tuente aus Hilten mit 10 Wochenstunden. Zum Ende des Schuljahres wird Frau Hagmann an die Sonderschule Neuenhaus versetzt. Mit jeweils 19 Wochenstunden werden die Lehrerinnen z. A. Heike Droste und Elisabeth Bührig zum Schuljahrsbeginn 1976/77 in Grasdorf eingesetzt.

1977 - Zum 1. Februar 1977 wird die Lehrerin z. A. Bührig nach Bad Laer versetzt. Gleichzeitig wird der Lehrer Hans-Jürgen Binder mit 14 Wochenstunden, ab 1. August  mit voller Stundenzahl, von der Orientierungsstufe Neuenhaus nach Grasdorf abgeordnet. Frau Droste erteilt ab 1. 8.1977 bis zu ihrer 2. Prüfung nur noch 8 Stunden Unterricht.

1978 - Nach ihrer 2. Prüfung am 21.4.1978  erhält Frau Droste zum 1.8.1978 eine Stelle in Hannover.

1979 - Am 1.8.1979 verlässt der bisherige Schulleiter Snippe die Schule und übernimmt die Leitung des Grundschule in Lage. Damit endet die Schulchronik der Grasdorfer Schule. Grasdorf wird eine Außenstelle der Grundschule Neuenhaus. Im Bericht über die Grundschule Neuenhaus  (siehe: E14) heißt es: Die bisherigen Grundschulbezirke Neuenhaus, Grasdorf und Hilten werden ab 1. August 1979 zu einem Grundschulbezirk zusammengefasst. Gleichzeitig tritt aber als Übergangsregelung in Kraft, dass einstweilen in den beiden Schulen Grasdorf und Hilten als Außenstellen der Grundschule Neuenhaus weiter unterrichtet wird. Dort verbleiben die Kinder aus dem 1. und 2. Schuljahr des bisherigen Einzugsbezirks. Dabei wird vorausgesetzt, dass es mindestens 18 Schüler in einer kombinierten Klasse, jeweils 15 Schüler bei Bildung von 2 Klassen in Hilten sind (GN, 29.3. und 20.7.1979).

1988 - Nachdem die Zahl der Schüler an der Außenstelle Grasdorf auf 14 abgesunken ist, wird die Außenstelle geschlossen. Die Kinder besuchen künftig den Hauptstandort der Schule in Neuenhaus. Dagegen werden Proteste angemeldet (GW, 26.8.1987, und GN, 6.2.1988).

2010 - 19 ehemalige Schüler der Entlassjahrgänge 1958 bis 1961 der früheren Volksschule Grasdorf feiern ein fröhliches Klassentreffen. Der Gang durch die alten Schulräume weckt Erinnerungen. Der Unterricht fand in der kleinen Dorfschule in einer Klasse statt (GN, 17.9.2010).

2012 - Neues Leben in alter Grasdorfer Schule
Die ehemalige Grasdorfer Schule steht seit einigen Monaten leer. Der Kindergarten ist in einen Neubau in der Stadtmitte umgezogen. Dem  Ensemble, das rund 90 Jahre das Ortsbild prägte, drohte das Ende. Nun haben Johannes und Florian Teltscher aus Neuenhaus die denkmalgeschützten Gebäude gekauft. Die Brüder wollen dort im Sommer mit ihrem IT-Unternehmen einziehen. (GN, 18.1.2012)

Quellen:
- Schulchronik der Volksschule Grasdorf, 1894 -1979, Abschrift von Herrn Achim Röder, Neuenhaus
- Artikel aus der örtlichen Presse, Fundstellen im Text angegeben