Grafschafter Schulgeschichte

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Jüdische Schule

Vorbemerkungen
In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts wohnen nach dem "Örtlichen Verzeichnis der Israeliten in der Grafschaft Bentheim Herrlichkeit Lage" von 1827 in Bentheim 8, Schüttorf 4, Gildehaus 3, Neuenhaus 9, Uelsen 7, Veldhausen 9, Nordhorn 7, Frenswegen 2, Emlichheim 2 und Lage 3 Familien jüdischen Glaubens. Der Anteil der jüdischen Einwohner an der Gesamtbevölkerung blieb über Jahrhunderte konstant. Er war nie wesentlich höher als im Jahre 1812, als die Mairie Neuenhaus (Bürgermeisteramt in der "Franzosenzeit") 1701 Einwohner hatte, davon waren 37 jüdischer Religion (2,2 %). Im Jahre 1933 betrug die Neuenhauser Einwohnerzahl 1859, davon gehörten einschließlich der Bewohner der Gemeinde Lage 26 der jüdischen Gemeinde an.  (1,4 %).

Immer wieder wird vom Synagogenverband in Neuenhaus versucht, eine eigene Schule zu gründen. Es kommt jedoch nur zu einem eigene Religionsunterricht, der von Privatlehrern erteilt wird, die von wohlhabenden Familien zeitweise angestellt werden und vermutlich auch die Kinder der anderen Familien mit unterrichten. So werden als Lehrer genannt:
- 1824:  J.J. van Lion in Veldhausen,
- 1828:  Enne (Nathan) de Jong in Neuenhaus und Simon Rukda in Uelsen,
- 1836 Simon Hesse in Lage.

1843 - Es wird der Landdrostei gemeldet, nur in Veldhausen gebe es eine Schule für jüdische Kinder, jedoch ohne Lehrer, der nach dem Gesetz von 1842 geprüft sei; deshalb gehen alle Judenkinder (zum allgemein bildenden Unterricht) in christliche Schulen.

1856 - Die Religionsschule Neuenhaus, Schulverband Neuenhaus - Veldhausen - Uelsen, wird eingerichtet. Lehrer ist I. Werner. Er scheint nur kurze Zeit unterrichtet zu haben. In der Statistik von 1865 wird von der Synagogengemeinde Neuenhaus (mit Veldhausen und Uelsen) gesagt: "Religionsschule, 16 Kinder, Religionslehrerstelle seit 1856 unbesetzt".

1867 - Der amtierende Religionslehrer Meyer-Frankenhauser lebt in Neuenhaus, er ist mit Netta Frank aus Neuenhaus verheiratet.

1869 - Es wird ein israelischer Schulverband gemeldet, der von den drei Ortsvorstehern Salomons, van Bosch und Hompes vertreten wird.

1895 - Der Vorsteher van der Reis stellt noch einmal den Antrag, in Neuenhaus eine jüdische Elementarschule - gemeinsam auch für die Nordhorner Kinder- einzurichten. Die Gemeinden können oder wollen aber die Kosten von 900 Mark jährlich nicht aufbringen. Damit ist der Plan einer eigenen Schule für die jüdische Religionsgemeinde endgültig gescheitert.

1896 - Seit der Einrichtung der Eisenbahn Bentheim- Neuenhaus unterrichtet der Bentheimer Lehrer regelmäßig auch die Neuenhauser Kinder im Religionsunterricht.

1903 - Der Lehrer erteilt wöchentlich drei Stunden Unterricht an drei Kinder, in Nordhorn unterrichtet er noch sieben Schüler.

Quelle: Arno Piecherowski, Zur Geschichte der Juden in der Grafschaft Bentheim, Das Bentheimer Land, Band 101, Seite 40