Grafschafter Schulgeschichte

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Betrachtungen zur Schulsituation in Neuenhaus in den zwanziger Jahren

von Heinrich Schepers

Heinrich Schepers, ein ehemaliger Mittelschüler von 1924 bis 1928 in Neuenhaus, schreibt zur Schulsituation in Neuenhaus in den zwanziger Jahren:

"Neben der dreiklassigen evangelisch-reformierten Volksschule besuchten Kinder aus katholischen Familien - nicht nur aus Neuenhaus - die katholische Volksschule in der Neustadt. Als weiterführende Schule stand die städtische Rektorschule auch Schülern aus der Niedergrafschaft offen. Die einstmals aus einer Lateinschule hervorgegangene Lehranstalt wurde durch Erlass des Preußischen Kultusministers ab 1927 in den Rang einer Mittelschule erhoben. Damit hatte die Niedergrafschaft erstmals die Möglichkeit, dass Kinder das Zeugnis der Mittleren Reife wie in den Städten Nordhorn, Bentheim und Schüttorf erwerben konnten. Generationen vorher mußten sie ab der Untersekunda Schulen außerhalb des Kreises aufsuchen. Während am Ende des Schuljahres 1927 erstmals drei Schüler das Zeugnis der Mittleren Reife erhielten, konnte zu Ostern 1928 eine ganze Klasse  aus der Untersekunda entlassen werden. Es war der Anstalt gelungen, in nur knapp drei Jahren das Lehrangebot so zu verbessern, dass nicht nur die starke Klasse insgesamt das Klassenziel erreichte, vielmehr bestanden sieben Abgänger die Aufnahmeprüfung für die Obersekunda der Aufbauschule, heute Gymnasium Nordhorn. Das war mehr als die drei anderen Mittelschulen des Kreises zusammen vermelden konnten.

Die Mittelschule Neuenhaus hat sich bewährt und die Weiterbildung Niedergrafschafter Kinder über Jahre hinweg bewältigt. Als vor vielen Jahren beim Treffen ehemaliger Mittelschüler auch ein Treffen mit Schülern der jetzigen Realschule erfolgte, war das Erstaunen über die Leistung der Ehemaligen ehrlich und groß".

Quelle: Heinrich Schepers, Der Grafschafter, Nummer 2/1998, Seite 8