Grafschafter Schulgeschichte

Zurück zur Startseite   l     Zur Übersicht "Schulwesen in Nordhorn"

Frensdorfer Schule

- 1745 Bauerschaftsschule; 1967 Einführung Hauptschule; 1969 Einführung Orientierungsstufe; 1970 Abtrennung Grundschule; 2004 Auflösung Orientierungsstufe; 2011 Haupt- und Realschule Mitte

Die Schule ist als Bauerschaftsschule r das Dorf Frensdorf entstanden. Frensdorf (Frenstrup) ist eine der ältesten Siedlungen des Kreises. Die erste Erwähnung erfolgte 950. Das genaue Entstehungsjahr der Schule ist nicht bekannt. So wird im Jahre 1745 dem Kirchenrat vorgetragen, dass in Wevers Haus ohne Kenntnis des Kirchenrates Schule gehalten wird. Das Konsistorium beschließt, dies zu verbieten und dem Lehrer davon Kenntnis zu geben (Protokoll des Kirchenrates vom 3.2.1745).

1785 - Im Sterberegister der Reformierten Kirche ist festgehalten, dass "Gerrit Köster, schoolmeester in Frenstrup" am 28. April 1785 verstorben ist.

1810 - Der Unterricht findet in einer baufälligen Lehmhütte statt. Diese wird auch noch im Jahre 1850 erwähnt. Nach dem Lehrerverzeichnis der Mairie (Bezirksbürgermeisterei) Nordhorn von 1810/11 in der Franzosenzeit ist hier ein Lehrer Jan Hoff im Alter von 32 Jahren tätig.

1828 - An der Frensdorfer Schule ist für etwa 30 Jahre ein Lehrer Hindrik Hoegen tätig. 1836 ist er 46 Jahre alt, verheiratet, und hat fünf Kinder zu versorgen. Sein Jahresgehalt beträgt 62 Reichstaler Courant. Darüber hinaus wird ihm freier Mittagstisch gewährt. Er unterrichtet 98 Schulkinder. In einem Schreiben der ref. Gemeinde an den Oberkirchenrat vom 26.7.1838 erfolgt folgende Bemerkung: "Wenn sich auch keineswegs der Schullehrer Hoegen leistender Verdinste ... zeihent (unleserlich), so ist er doch sehr der Zulage bedürftig, da er ohne Vermögen ist und Vater von Kindern ist". Er wird am 1. April 1858 wegen seines vorgerückten Alters in den Ruhestand versetzt.

1856 -  In der Schulstraße wird eine einklassige Schule gebaut. In der Zeit des Neubaus, im Sommer 1856, werden die Kinder auf der Diele des Hofes Smoes (heute: Dr. Wagner, Max-Reger-Straße) unterrichtet.
Unterrichtet wird nur dann, wenn die Kinder auf dem Hofe entbehrlich sind, also in der Hauptsache während der Wintermonate.

1858 - 1863 - Am 1. Mai 1858 wird Evert Hoegen durch Herrn Oberkirchenrat Lucassen zu Nordhorn in den Dienst an der Frensdorfer Schule eingeführt. Er übernimmt die Stelle seines Vaters. Vorher war er von 1841 bis 1842 in Frensdorferhaar und dann 16 Jahre lang in Hohenkörben tätig. Die Zahl der Unterrichtsstunden beträgt im Sommerhalbjahr 30, im Winterhalbjahr, weil Halbtagsschule eingerichtet ist, 34 Stunden. Der Lehrer Hoegen erhält nach dem Kirchenratsprotokoll vom 30.1.1861 eine einmalige Zulage von 10 Rt aus dem Fond für Hilfsbedürftige. Er wird auch in den Kirchenratsprotokollen vom 14.7.1862 und vom 30.1.1863 erwähnt.

1895 - Am 1. Mai 1895 wird der Lehrer Evert Hoegen nach 37 Jahren an der Schule und insgesamt 53 1/2 Jahren als Lehrer, seiner Bitte entsprechend, aus dem Schuldienst entlassen. Während der Abschiedsfeier erscheint der Königliche Landrat Herr Kriege und überreicht ihm im Auftrage der Königlichen Regierung den "Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens der Hohenzollern". Nach seiner Verabschiedung beginnt er die Chronik der Schule mit Aussagen zur Schulgemeinde und zur bisherigen Schulgeschichte. Die Chronik wird dann von den künftigen Lehrern weitergeführt. Der 1. Band umfasst die Jahre 1895 bis 1920. Am 6. Mai 1895 wird der Lehrer Heinrich Schnieders, der vorher 4 Jahre in Adorf tätig war, in den Dienst an der Frensdorfer Schule eingeführt. Frensdorf hat zu dieser Zeit 650 Einwohner.

1897 - Die Schule wird um einen Klassenraum erweitert; später ist dieser Raum der Werkraum der Freiherr-vom-Stein-Orientierungsstufe.  Man erkennt an der Bauweise die Entstehung in verschiedenen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts.

1899 - Die Schule erhält einen zweiten Lehrer. Wegen der großen Schülerzahl werden drei Klassen eingerichtet, die von den beiden Lehrern unterrichtet werden.

1900 - Dem Lehrer Schnieders, der nach Ueckerndorf  bei Gelsenkirchen versetzt wird, folgt Lehrer Hilbink aus Bookholt. Die Zahl der Kinder beträgt in der Oberstufe 49, in der Mittelstufe 56 und in der Unterstufe 67, zusammen 172 Kinder. Die Oberstufe hat 28, die Mittelstufe 24 und die Unterstufe 16 Wochenstunden Unterricht. Die Stundenzahl der Lehrer beträgt je 32 Wochenstunden. In der Oberstufe werden folgende Fächer erteilt (in Klammern die Stundenzahl): Religion (4), Deutsch (7), Rechnen (3), Raumlehre (1), Geschichte (2), Geographie (2), Singen (1), Zeichnen (2), Turnen (2) und Handarbeit (2). Naturgeschichte und Naturlehre werden nicht erteilt.

1903 - Die Zunahme der Schülerzahl (1902 auf 188) zwingt schon bald wieder dazu, neuen Klassenraum zu schaffen. Unmittelbar neben der alten Schule wird ein 2 1/2 -stöckiges Gebäude mit zwei Klassenräumen im Erdgeschoss und der Schulleiterwohnung im ersten Stockwerk errichtet. Am 05.01.1903 werden die beiden neuen Klassen von den Kindern bezogen. Am 12. Oktober 1903 kommt endlich der 3. Lehrer. Die Schülerzahl beträgt - auf 4 Klassen verteilt - 194 Kinder und steigt 1904 auf 211 Kinder. 

 

Vorn: Erweiterung um 1 Klasse Rechts: Neubau mit Klassenräumen und Schulleiterwohnung - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

1907 - Herr Hilbing wird von der Schulbehörde mit Leitungsbefugnissen für die Frensdorfer Schule betraut. Für diese Mehrarbeit wird ihm vom Schulvorstand eine jährliche Vergütung von 200 Mark bewilligt. Der Schulvorstand beschließt, das Gehalt der Lehrer vom 1. April 1907 ab auf 1200 Mark Grundgehalt jährlich und 160 Mark Alterszulage zu erhöhen. Der Mietwert für Lehrer mit Haushalt wird auf 300 Mark, der der unverheirateten Lehrpersonen auf 150 Mark festgesetzt. Am 1.10.1907 wird an der Schule die langersehnte 4. Lehrkraft eingestellt. Die kleine so genannte "Alte Schule", die seit Jahren Gemeindezwecken diente, wird wieder instand gesetzt. Die Schule ist jetzt ein "5-klassiges System" mit 4 Lehrkräften. Herr Hilbing wird Hauptlehrer. Sein Grundgehalt wird vom Schulvorstand auf 1500 Mark festgesetzt.

1909 - 1910 - Durch die Ausweitung der Textilindustrie steigt die Bevölkerung von Frensdorf ab 1900 immer mehr an. Die Frensdorfer Mark (heute: Neuberlin) wird Siedlungsgebiet. Dadurch steigt auch die Schülerschaft der Frensdorfer Schule an, wie nachstehende Zahlen belegen:
1900:  1295 Einwohner - 140 Schüler -  3 Klassen - 2 Lehrer
1905:  1751 Einwohner - 220 Schüler   
1910:  3184 Einwohner - 401 Schüler -  7 Klassen - 7 Lehrer

Es entstehen untragbare Schulverhältnisse. Nach langem Planen und vielem Hin und Her kann am 09.09.1909 ein neues Schulgebäude mit 4 Klassenräumen und einem Lehrerzimmer, am Ootmarsumer Weg gelegen, seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gebäude dient später als Berufsschule, heute befindet sich hier die Waldschule.

1910 erhält die Schule eine Rektorstelle, da an der Schule 7 Lehrer tätig sind. Herr Hauptlehrer Hilbing wird als Lehrer nach Altendorf versetzt. "Unter der Bedingung , dass Sie binnen Jahresfrist die Rektorprüfung ablegen," wird der Lehrer Wilhelm Schulte aus Schüttorf am 22. März 1910 Rektor der Ev. Volksschule Frensdorf. Seine Tätigkeit dauert jedoch nur wenige Jahre. Er stirbt als Soldat zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Frankreich.

1911 - Ab 1.1.1911 werden Rektor Schulte erweiterte Leitungs- und Aufsichtsbefugnisse übertragen. Die bisherige "geistliche Ortsschulaufsicht" ist für die Frensdorfer Schule aufgehoben. Für den Handarbeitsunterricht wird die alte Klasse (genannt: Rathaus) als Handarbeitszimmer eingerichtet und u.a. eine Nähmaschine angeschafft. Ein Jahr später muss hier jedoch wieder eine Klasse untergebracht werden. Der Handarbeitsunterricht findet dann im Lehrmittelraum statt. Im Frühjahr wird ein Schulgarten angelegt.

1912 - Da die Bevölkerungszahl in Frensdorf auch in den folgenden Jahren stark zunimmt, reichen die vorhandenen Klassenräume schon bald wieder nicht mehr aus. Im Jahre 1912 kann ein weiteres Schulgebäude mit 6 Klassenräumen bezogen werden. Es steht im "Osteresch", etwa 1,5 km von der eigentlichen Schule entfernt. Es bekommt den Namen "Wasserturmschule". Nun stehen der Frensdorfer Schule 14 Klassenräume in 4 Gebäuden zur Verfügung. Die rasche Entwicklung der Stadt Nordhorn seit 1908 stellt große Anforderungen an die Finanzen der Gemeinde. Der Schulvorstand begnügt sich deshalb mit der Errichtung von Klassenräumen. Amtszimmer, Lehrerzimmer, Handarbeitsraum, Zeichensaal, Turnhalle, Brausebad, Kochküche, Lehrmittelzimmer usw. fehlen in allen Gebäuden.

1915 - 1918 - Am 3. 1. 1915 erreicht die Schule die Nachricht vom Tod des Rektors Wilhelm Schulte. Am 1.10.1915 übernimmt dann Heinrich Südhoff mit 32 Jahren die Leitung der Schule. Er wurde 1883 in Achmer, Kreis Bersenbrück, geboren und besuchte die Präparandenanstalt in Melle und das Seminar in Osnabrück. Er übt das Amt des Rektors der Frensdorfer Schule 33 Jahre bis 1948 aus. Zwischenzeitlich ist die Schülerzahl am 1.11.1915 auf 658 gestiegen. Durch die lange Dauer des Krieges mangelt es an Arbeit und besonders an Nahrungsmitteln. Viele Holländer kehren deshalb in ihre Heimat zurück. Dadurch sinkt die Schülerzahl erheblich. Die Fabrikanten Niehues und Dütting richten eine Volksküche ein, in der an 4 Tagen in der Woche mehr als 150 Kinder gespeist werden. Eine ähnliche Einrichtung gibt es auch in der "Bußmaate".

1921 - 1929 - Im Jahre 1921 wird Frensdorf nach Nordhorn eingemeindet. Als sich nach der Einführung der Rentenmark (1923) die Bevölkerung schnell mehrt, baut die Niedersächsische Heimstätte in der Frensdorfer Heidmark - jetzt Blumensiedlung genannt - 655 Wohnungen für Arbeiter aus dem Ruhrgebiet. Dies zieht abermals den Bau neuer Schulen nach sich. An der Schlieperstraße entsteht 1928 die Kath. Marienschule. Von 1928 bis 1929 steigt die Schülerzahl an der Frensdorfer Schule von 695 in 16 Klassen auf 815 in 19 Klassen. Ostern 1929 werden der Schule in der Marienschule 5 Unterrichtsräume, davon 3 in der Schulbaracke und 2 im Neubau zugewiesen. Damit ist der Raummangel beseitigt, so dass für jede Schulklasse wieder ein Unterrichtsraum zur Verfügung steht.

1930 - Für die evangelischen Zuzügler baut man nicht die Schule am Oortmarsumer Weg oder die Wasserturmschule aus, wie es seit 1914 geplant war. Am 20.06.1929 wird vielmehr der erste Spatenstich für den ersten Bauabschnitt einer 24-klassigen evangelischen Schule an der Brückenstraße (jetzt Friedrich-Ebert-Straße) ausgeführt, nachdem vorher langwierige Verhandlungen über die Lage der Schule vorausgegangen waren. Bereits am 30.4.1930 kann der Bau eingeweiht werden. Die reinen Baukosten betragen 289 000 Reichsmark.

Die neue Frensdorfer Schule an der Brückenstraße (heute: Friedrich-Ebert-Straße) - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

Die 844 Schüler werden in 20 Klassen von 20 Klassenlehrern und 2 technischen Lehrerinnen unterrichtet. Die durchschnittliche Klassenfrequenz beträgt 44 Schüler. Die Klassenräume in der alten "Waldschule" und in der Marienschule können aufgegeben werden. Weiter gebraucht werden die beiden Klassenzimmer in dem zweiten Gebäude der Waldschule und die sechs in der "Wasserturmschule".

1931 - Am 4.8.1931 wird die Lehrküche in dem Neubau an der Brückenstraße in Betrieb genommen. Durch die Kriegsumstände im 2. Weltkrieg verschwindet die Einrichtung der Lehrküche, so dass die Schule danach wieder keine Lehrküche hat. Die alte Lehrküche (Behelfsraum im Keller der Wasserturmschule) wird der Berufsschule für ihre Zwecke überlassen. 1932 wird der Schulgarten seiner Bestimmung übergeben. "Zuerst soll er wegen der Notlage der Zeit in den Dienst der Lehrküche gestellt werden (Anbau von Kleingemüse).

1932 - Die Schülerzahl steigt auf über 1000 und liegt bis 1940 zwischen 1000 und 1100. Das Verzeichnis der Schülerzahlen für die Jahre 1936 - 1939 ist jedoch von der Besatzung vernichtet worden.

1933 - Als im Sommer 1933 die Arbeitsdienstpflicht eingeführt wird, wird auch Nordhorn ein Standort. Bis 1936 wird in der Ootmarsumer-Weg-Schule ein Arbeitsdienstlager eingerichtet, danach in der Stadtflur.

1936 - Vom 7.12.1936 bis 7.1.1937 sind 422 Kinder an Grippe erkrankt. Es findet kein Unterricht statt.

1938 - Die Evangelische Frensdorfer Schule wird in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt. Sie erhält den Namen Hans-Schemm-Schule. Hans Schemm war Gauleiter der NSDAP des Gaus Oberfranken und gründete den Nationalsozialistischen Lehrerbund. 1930 wurde er zum Bayrischen Kultusminister ernannt. Die NSDAP schätzte ihn, weil es ihm gelang, "dank seiner menschlichen Beliebtheit auch die noch fernstehenden Kreise für die Idee Adolf Hitlers zu begeistern". Hans Schemm verstarb 1934 an den Folgen eine Flugzeugunglücks. 

1941 - Die Wasserturmschule  wird von der Frensdorfer Schule abgetrennt und an die Firma Niehues & Düting verkauft. An der Marktstraße wird ein neues Schulgebäude errichtet. Die dortige Schule erhält den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Bei den Einweihungsfeierlichkeiten wird der Schulleiter der Frensdorfer Schule nicht hinzugezogen, da er nicht erwünscht ist. Als Gründe werden genannt:  "Er ist gegen einen Neubau in der Nähe seiner Schule", aber auch: "Er ist `nicht parteitüchtig´ genug."

1941 - 1945 - Das Gebäude der Frensdorfer Schule wird zeitweise als Lazarett requiriert, so dass ein regelmäßiger Unterricht nur selten möglich ist.

1945 - Die Wiederaufnahme des Unterrichts nach Kriegsende erfolgt in der Grundschule am 29.08.1945, vier Wochen später in der Oberstufe.

1946 - Die Schule wird wieder in eine ev. Bekenntnisschule umgewandelt.  

1948 - Am 30.09.1948 tritt der langjährige Schulleiter, Rektor Heinrich Südhoff, wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand. Mit der Wahrnehmung der Schulleitergeschäfte wird ab 1.10.1948 der Konrektor Wilhelm Schleutker beauftragt. Am 1.11.1949 erfolgt seine Ernennung zum Rektor.  

1949 - Ostern 1949 finden auf Grund eines Erlasses wegen der schlechten Schülerleistungen keine Entlassungen statt. Nur unter besonderen Bedingungen werden Kinder für ein Jahr vorläufig beurlaubt. Es werden zahlreiche Kriegsspuren beseitigt (Anstrich, Überholung des Zeichensaals, Reparatur der Turmuhr u.a.). Das ursprüngliche Flachdach der Schule war undicht geworden, so dass bei Regen mit starkem Westwind in mehreren Klassenräumen das Wasser buchstäblich von der Decke tropfte und in Wannen aufgefangen werden musste. Eltern führen Klage über die Qualität der Schulspeisungen. Mit Beginn des Schuljahres wird der Schule eine Hilfsschulklasse angegliedert, die von dem Hilfsschullehrer Ruwe geführt wird. Die Klasse umfasst 33  Schüler.

1950  - Die Schule hat 888 Schüler in 18 Klassen, die von 17 Lehrern unterrichtet werden. Es herrscht Lehrermangel. Das Durchschnittsalter des Kollegiums beträgt 47 Jahre.

1952 - Das Gebäude am Ootmarsumer Weg erhält elektrisches Licht.

1954 - Im ersten Schuljahr wird  zum ersten Mal nach der Ganzwortmethode unterrichtet.

1957 - Der Anbau mit vier Klassenräumen wird fertiggestellt. Das Flachdach des Altbaus wird durch ein Satteldach ersetzt; der morastige Schulhof wird befestigt.        

1959 - Zitat aus der Schulchronik: "Am 24.11.1959 hielt die Schule erstmalig einen Elternsprechtag ab, zu dem 368 Eltern erschienen. Die große Beteiligung beweist, dass die Eltern diese Einrichtung für wertvoll und notwendig anerkennen. Die Schule möchte den Elternsprechtag auch für die Zukunft beibehalten".

1948 - 1959 - Beschluss der Konferenz am 24.11.1948: "Konferenzen sollen vor allem die Praxis fördern."
Beispiele für pädagogische Themen, die in den Konferenzen behandelt wurden:
-  Natürlicher Unterricht,
-  Differenzierung (Anschluss von Hilfsschulklassen in größeren Systemen, Differenzierung und Arbeitsschule, Differenzierung und Ehrgefühl),
-  Schulfunk und Schule,
-  Herstellen von Lehr- und Lernmittel für den Werkunterricht,
-  Vom Zeichnen zum Kunstunterricht,
-  Hausaufgaben der Volksschüler,
-  Schriftpflege und Gestaltung des Schreibunterrichts,
-  Schule im Grünen - Möglichkeiten an der Frensdorfer Schule,
-  Vorteile der Ganzheitsmethode,
-  Gruppenunterricht und Arbeitsmittel in der Schule,
-  Der Schülerlotse im Einsatz,
-  Teilnahme am Englischunterricht.

1962 - Ostern 1962 wird an der Schule die erste 9. Klasse eingerichtet. Es ist eine reine Mädchenklasse mit 33 Schülerinnen. Sie setzen sich zusammen aus den Mädchen der Ev. Blankeschule und der Frensdorfer Schule. Die Jungen gehen in die 9. Klasse an der EMA-Schule. Der Lehrermangel nimmt zu; die ersten sogenannten "Hausfrauenlehrerinnen " werden ausgebildet.

Die Vorderansicht der Frensdorfer Schule im Jahre 1962.

1963 - Am 30. März wird der Rektor Wilhelm Schleutker pensioniert. Am 17. April wird Eberhard Liese Rektor der Schule. Nach Tätigkeit in Frensdorferhaar war er Konrektor an der Ev. Blankeschule.

1964 - Am 15. August 1964 berichten die Grafschafter Nachrichten: "Was man aus einem nüchternen Schulhof alles machen kann, wurde gestern Mittag einem Kreis interessierter Gäste vor Augen geführt. Der asphaltierte Schulhof der Frensdorfer Schule hat sich durch weiße Linien in eine Stadt mit Hauptstraßen, Baustellen, Einbahnstraßen, Kreuzungen, Rundverkehr, Fußgängerüberwegen und den dazugehörenden Verkehrszeichen verwandelt. Hier sind nunmehr die besten Voraussetzungen für einen praxisnahen Verkehrsunterricht gegeben."

1966 - Jungen und Mädchen der Frensdorfer und der Blanke- Schule fahren zusammen mit ihren Eltern und Lehrern sowie den beiden Schulleitern Liese und Hensen nach Enschede, um mit niederländischen Eltern und Schülern einen gemeinsamen Elternabend mit Vorführungen der deutschen Schüler in niederländischer Sprache zu gestalten. Umgekehrt kommen die Niederländer zu einem gemeinsamen Elternabend nach Nordhorn, den die niederländischen Schüler in deutscher Sprache gestalten (GN und GT, 17.3.1966).

Die Förderstufe wird eingeführt. Englisch wird Pflichtfach für alle Schüler. Der Schuljahresbeginn wird von Ostern auf den Sommer verlegt. Es werden zwei Kurzschuljahre eingeführt, die große schulorganisatorische und unterrichtliche Probleme verursachen.

1967  - Die Oberstufe der Volksschule (7.- 9. Schuljahr) wird zur Hauptschule umstrukturiert. Ein neues Fach ist Arbeitslehre. Schüler der 9. Klasse können ein bis zu drei Wochen dauerndes Betriebspraktikum machen.

1969 - Aus Gründen eines sicheren Schulweges wird von kath. Familien der Wunsch an die Schule herangetragen, den Status der Schule zu ändern. Sie war seit ihrer Gründung (mit Ausnahme von 1938 bis 1946) eine evangelische Schule. In einer Elternbefragung stimmen die Eltern dem Antrag zu, die Frensdorfer Schule in eine Schule für Schüler aller Bekenntnisse umzuwandeln. Die Bezirksregierung stimmt mit Wirkung vom 1.8.1969 zu.

1965 - 1970 - In der Schulchronik heißt es zu der Zeit von 1965 bis 1970:
"Ab Mitte der 60er Jahre war der Raummangel wieder sehr groß. Der letzte Behelfs- und Nebenraum musste als Unterrichtsraum eingerichtet werden. So wurde aus dem Milchausgaberaum ein Physik-, aus dem Fahrradkeller ein Klassenraum. Der frühere Zeichensaal (heute Lehrerzimmer) wurde geteilt, so dass zwei Klassenräume entstanden. Ein Bodenraum wurde zum Zeichensaal ausgebaut. Der Kokskeller wurde nach der Umstellung auf Gasheizung zu Umkleide- und Duschräumen umgebaut. Zwei Klassen wurden 1969 in die Berufsschule ausgelagert.

Zu Beginn des Schuljahres 1970/71 war kein Platz mehr für die Schulanfänger. Weil sich der Umzug der Berufsschule aus dem Gebäude am Ootmarsumer Weg in das neue Gebäude am Bölt verzögerte, mussten 28 Schülerklassen in 21 Klassenräumen unterrichtet werden.

Im Jahre 1969 wird beantragt, in dem Gebäude an der Schulstraße (Waldschule) und in dem Gebäude am Ootmarsumer Weg eine selbstständige Grundschule einzurichten. Mit Wirkung vom 1.8.1970 wird dieser Antrag genehmigt."

1971 - Die "Neue Mathematik" (besser bekannt als Mengenlehre) findet Eingang in die Schule. Lehrer nehmen an Kursen an der Pädagogischen Hochschule Osnabrück teil. Die Eltern besuchen Kurse der Volkshochschule.

1973 - Rektor Eberhard Liese wird am 1.2.1973 pensioniert. Am 2. März wird der bisherige Konrektor Geert Stegink, der seit dem 8.8.1962 als Lehrer an der Schule tätig ist, zum Rektor ernannt.

Die drei Schulleiter der Frensdorfer Schule: Rektor Schleutker, Rektor Liese und Rektor Stegink (von links) - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

1976 - Der Antrag der Schule auf einen unterrichtsfreien Sonnabend im Monat wird mit Beginn des Schuljahres 1976/77 von der Bezirksregierung genehmigt.   

1974 - 1979 - Im Hinblick auf die erwartete Zunahme der Schülerzahl nach Einführung der Orientierungsstufe wird 1974 ein zweigeschossiger Pavillon mit 4 Klassenräumen auf dem Hofgelände der Frensdorfer Schule aufgestellt. Zu Beginn des Schuljahres 1976/77 kann eine neue Turnhalle in Gebrauch genommen werden. Außerdem beschließt der Verwaltungsausschuss der Stadt am 5.12.1977, einen Anbau mit Fachklassen zu errichten. Wegen des strengen Winters 1978/79 verzögert sich die Fertigstellung jedoch bis zum Beginn des 2. Halbjahres 1979/80

1979 - Mit Beginn des Schuljahres 1979/80 wird die Orientierungsstufe in Nordhorn eingeführt. Die Frensdorfer Schule wird ein Standort. Sie nimmt keine Schulanfänger mehr auf, so dass die Grundschule ausläuft. Die Frensdorfer Schule wird "Hauptschule mit Orientierungsstufe". Mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Stufenleiters an der angebundenen Orientierungsstufe, die keine selbstständige Schule ist, wird der Lehrer Ewald Lamann beauftragt.

1980 - Am 27.6.1980 feiert die Frensdorfer Schule ihr 50jähriges Bestehen an der Friedrich-Ebert-Straße. Schulrat Grunert befasst sich in seinem Festvortrag mit dem Thema: "Kindsein in unserer Zeit." (vgl. Grafschafter Nachrichten vom 27.6. und 28.6.1980 und Festschrift).

1984 - Die "10. Klassen an Hauptschulen" werden für das gesamte Stadtgebiet am Standort Frensdorfer Schule eingeführt. Die 10. Klassen können nach Klasse 9 freiwillig besucht werden. Sie ermöglichen den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, u.a. unter bestimmten Voraussetzungen auch den Realschulabschluss. Eine Änderung tritt erst 1991/92 ein, als die 10. Klassen auch an der Hauptschule Deegfeld und an der Elisabethschule eingeführt werden. Für die Frensdorfer Schule erfolgt eine Einschränkung auf den eigenen Schulbezirk.

1990 - Am 6.7.1990 feiert die Frensdorfer Schule ihr 60jähriges Bestehen an der Friedrich-Ebert-Straße und 525 Jahre "Schule in Nordhorn". In seiner Festansprache gibt Schulrat Ragnitz einen Überblick über den kontinuierlichen  Fortschritt des Nordhorner Schulwesens über fünf Jahrhunderte (vgl. Grafschafter Nachrichten von 7.7.1990 und Festschrift, auch: Wortlaut der Festansprache).

In der Stadt Nordhorn werden für die einzelnen Schulen Schulbezirke eingeführt. Dies hat zur Folge, dass die Schülerzahl an der Frensdorfer Schule sinkt.

Rektor Geert Stegink wird im Dezember 1990 in den Ruhestand versetzt.

1991 - Herr Michael Forysch wird Schulleiter der Frensdorfer Schule. Nach Lehrertätigkeit in Veldhausen und Nordhorn von 1973 bis 1985 war er sechs Jahre lang Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum und dort zuständig für den Hauptschulbereich.

1994 - Im Schuljahr 1993/94 besuchen die Schule in der Orientierungsstufe 156 Schüler in 7 Klassen, in der Hauptschule 221 Schüler in 11 Klassen, zusammen 377 Schüler in 18 Klassen.

1995 - Der Schulleiter überreicht im Oktober 1995 der Vorsitzenden des Vereins "Gänseblümchen e.V." eine Spende von 1170 DM für die Arbeit der Kinderkrippe. Die Spenden wurden während der 65-Jahr-Feier der Schule und beim Schulanfangsgottesdienst gesammelt.

1996 - In den Jahren 1990 bis 1996, in 7 Jahren, gingen 606 Schüler aus den 6. Klassen der Frensdorfer Orientierungsstufe in die weiterführenden Schulen über, davon 40 % in die Hauptschulen, 45 % in die Realschulen und 15 % in das Gymnasium. In den vier anderen Orientierungsstufen der Stadt Nordhorn waren es 3645 Schüler, davon gingen 33 % in die Hauptschulen, 43 % in die Realschulen und 24 % in das Gymnasium über. Der Übergang zum Gymnasium liegt demnach an der Frensdorfer OS mit 15 % gegenüber 24 % in Nordhorn unter dem Durchschnitt, an den Hauptschulen mit 40 % gegenüber 33 % über dem Durchschnitt.

1997 - In einem Gespräch mit der Jugendbeilage "Szene" der Grafschafter Nachrichten berichten 3 Schüler und der Schulleiter der Frensdprfer Schule, Michael Forysch, über ihre Erfahrungen aus der Hauptschule. "Das Klima der Hauptschule scheint weitaus besser zu sein, als es an den anderen Schulformen der Fall ist. Der Anteil der Schüler, die Probleme machen, ist sehr gering.  Den Schulleiter stört es jedoch, dass einige Schüler nicht bereit seien, sich an die bestehenden Regeln zu halten. Im Unterricht versuchen die Lehrer, auf die speziellen Anforderungen einzugehen, die für Hauptschulabsolventen im späteren Berufsleben wichtig sind. Es gilt jedoch der Grundsatz:  Der Schüler soll in die Lage versetzt werden, selbstständig zu lernen. Schwierigkeiten gibt es an der Frensdorfer Schule damit, "dass Kinder aus aller Herren Länder einfach zu uns in die Schule gesteckt werden, obwohl sie kein Wort Deutsch sprechen. Dadurch werden sowohl Schüler als auch Lehrer überfordert. Auf der anderen Seite werden die Kinder durch den Schulalltag schnell integriert, und der direkte Kontakt mit den Mitschülern ermöglicht zudem ein schnelles Überwinden der Sprachbarrieren."

1998 - Der ehemalige Rektor der Schule, Eberhard Liese, stirbt am 28.9.1998. Er wurde 1973 pensioniert.

1999 - Die Frensdorfer Schule mit 480 Schülern und 34 Lehrern wird mit 12 neuen Computern im Wert von 17000 DM ausgerüstet. Die Ausstattung erfolgt durch die Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Schulträger (GN, 8.12.1999, GW, 15.12.1999). Die Frensdorfer Schule unterhält eine Schulpartnerschaft mit der Schule in Brezova/ Slowakei. Die 8. Klassen haben an einem internationalen Austausch mit der Schule teilgenommen. Kontakte mit der Slowakei gibt es schon seit 18 Jahren (9.11.2000).

2001 - Beim erstmalig ausgetragenen Fußballturnier der Mittelstufenmannschaften um den Bürgermeister-Hüsemann-Cup erhält die Frensdorfer Hauptschule den Wanderpokal (GN, 15.6.2001). Seit 1994 sind die Schülerzahlen von 377 auf 535, die Klassenzahlen von 18 auf 24 gestiegen. In der OS befinden sich jetzt 240 Schüler in 10 Klassen, in der Hauptschule 295 Schüler in 14 Klassen. Die Schule besuchen 80 Kinder ausländischer Herkunft und 52 Aussiedler. Die Unterrichtsversorgung beträgt in der OS 96,3 %, in der HS 96,2 %. In den folgenden Jahren sinken die Schülerzahlen wieder ab.

Der zweigeschossige Pavillon auf dem Schulhof aus dem Jahre 1974 wird nach umfassenden Sanierungsarbeiten offiziell in einem Festakt übergeben. Die Gäste sparen nicht mit Lob über die Verwandlung des ehemals maroden Pavillons in ein "Kleinod". Die Kosten für die Sanierung betrugen 650 000 DM, etwas mehr als die Hälfte des Preises für einen Neubau. Der Baudezernent führt aus: "Der modernisierte Pavillon hat die Ausstrahlung des Schulstandortes nachhaltig aufgebessert". Für den Schulleiter ist die abgeschlossene Sanierungsmaßnahme "ein Zeichen dafür, dass die Stadt auf den Standort Frensdorfer Schule nicht verzichten will" (GN und Lingener Tageblatt, 29.10.2001). Im Rahmen des "Tages der Architektur" am 30.6.2002 steht der Pavillon zur Besichtigung offen (GW, 30.6.2002).

2003 - Nach Entscheidung der neuen CDU/ FDP-Landesregierung wird die OS zum 31.7.2004 aufgelöst. Künftig besuchen die Schüler nach Klasse 4 die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. An die Frensdorfer Schule gehen die Hauptschüler über. Die Stadtverwaltung kommt in einem Strategiepapier zu der Empfehlung, das Gebäude der Hauptschule Frensdorf als Schulstandort aufzugeben. Der Landkreis soll es für ein zweites Gymnasium übernehmen (GN, 22.5.2003).

Der langjährige Stufenleiter der Frensdorfer Orientierungsstufe Jörg-Uwe Seifert wird nach 40-jähriger Dienstzeit aus dem Schuldienst verabschiedet. Die Funktion des Stufenleiters hat er 20 Jahre ausgeübt (GN, 9.7.2003).

Die Frensdorfer Schule gewinnt in der Endrunde das Grafschafter Fußballturniers und wird die Grafschaft Bentheim auf Emslandebene vertreten, wenn der von der Barmer Ersatzkasse und der Oldenburgischen Landesbank gestiftete Wanderpokal ausgespielt wird (GN,25.9.2003).

2004 - Nach Beschluss der Stadt Nordhorn sollen die Frensdorfer Schule und die Fr.-v.-Stein-Realschule zusammen in einem 3. Schulzentrum zusammengefasst werden. Die Einzelheiten ergeben sich aus: Schulzentrum.

Der bisherige Konrektor der Frensdorfer Schule, Günter Verwold, verstirbt im Alter von 59 Jahren am 29. April 2003. Nachdem die Lehrerin Barbara Hoegen das Amt der Konrektorin schon seit April 2002 kommissarisch geführt hat, wird sie am 14. Mai 2005 in ihr Amt eingeführt. Sie war vorher im Deegfeld und dann 11 Jahre in Bad Bentheim tätig (GN, 15.5.2004).

2005 - Die Frensdorfer Schule beantragt zum Schuljahr 2006/07 die Einführung einer offenen Ganztagsschule und hat den Schulträger gebeten, bei einer Genehmigung des Landes Niedersachsen die organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb zu schaffen. Die Ganztagsschule soll nur eingerichtet werden, wenn das Land zusätzliche Lehrerstunden zuweist (GN, 13.7.2005).

2006 - Die Hauptschule Frensdorfer Schule kann im nächsten Schuljahr einen Sozialarbeiter zur Unterstützung des Unterrichts einsetzen. Die finanzielle Förderung übernimmt das Nds. Kultusministerium im Rahmen des Programms zur Profilierung der Hauptschule (GN, 10.4.2006). Auf die Ausschreibung haben sich 20 Bewerber gemeldet. Alle Bewerber ziehen jedoch ihre Bewerbung wegen der zu niedrigen Gehaltseinstufung, der Befristung nur bis zum Jahresende und der Stundenreduzierung auf die Hälfte der Stundenzahl zurück (GN, 15.9.2006). Schließlich wird doch noch eine Sozialarbeiterin eingestellt.

2007 - Nachdem der erste Antrag auf Einrichtung einer offenen Ganztagsschule vom Kultusministerium abschlägig beschieden worden ist, weil die Schule zusätzliche Lehrerstunden beantragt hatte, wird zum 1.8.2008 ein erneuter Antrag ohne diesen Zusatz gestellt. In der Schule gibt es jetzt bereits ein breites Spektrum an nachmittäglichen Aktivitäten- entwickelt mit Unterstützung der Schulsozialarbeiterin. Wie wichtig eine Ausweitung durch die Einführung einer offenen Ganztagsschule ist, macht Schulleiter Michael Forysch im Schulausschuss klar: "Viele  Jugendliche in unserer Schule haben entweder Lernprobleme, Lebensprobleme oder beides". Der rasante Umbruch der Lebensbedingungen und -gewohnheiten der Schüler stelle das schulische Lehren und Lernen vor grundlegend neue Herausforderungen (GN, 28.11.2007).

2008 - Am 4. Februar ziehen 237 Schüler der Frensdorfer Schule mit ihren Lehrern in das neue Gebäude im Schulzentrum Mitte ein. Sie legen den Weg von der alten zur neuen Schule zu Fuß zurück und werden von den Schülern und Lehrern der Vechtetalschule, die seit drei Jahren mit der Frensdorfer Schule kooperieren und bereits in die neue Schule umgezogen sind, mit einer Girlande, Luftballons und einem bunten Willkommensgruß empfangen. Die Schulleitung der benachbarten Realschule erscheint erst später zur Begrüßung im Lehrerzimmer der Hauptschule. Vom Schulträger erscheint kein Vertreter (GN, 24.1. und 5.2.2008).

Eine Außenansicht des neuen Gebäudes der Frensdorfer Schule im Schulzentrum Mitte - Bild: Heinz Ragnitz

Zum "Tag der offenen Tür" kommen Hunderte von Besuchern in die Frensdorfer Schule. Zahlreiche Stände und Vorführungen vermitteln einen Einblick in den Schulalltag des neuen Schulzentrums Mitte. Großen Applaus bekommen die Tanzvorführungen der muslimischen Schülerinnen aus beiden Schulen des Schulzentrums und musikalische Darbietungen des Schülerchors (GN, 24.6.2008).

2009 - Michael Forysch, Rektor der Frensdorfer Schule, ist anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums im öffentlichen Dienst geehrt worden. Nach dem Studium begann er 1973 seine berufliche Tätigkeit an der Schule in Veldhausen. 1976 wechselte er zur Freiherr-vom-Stein-Realschule in Nordhorn. Nach neun Jahren folgte er dem Ruf der Evangelischen Landeskirche Hannover, als Dozent am Religionspädagogischen Institut in Loccum tätig zu sein. Seit 1991 ist Rektor Forysch Schulleiter der Frensdorfer Schule (GN, 11.2. 2009).

Die Frensdorfer Schule (Offene Ganztagsschule) veranstaltet ihre diesjährige Projektwoche zum ersten Mal im neuen Schulzentrum. Nahezu 20 verschiedene Projekte spiegeln die Vielfalt der pädagogischen Arbeit wider. Als Kooperationspartner der Wirtschaft werden unter dem Motto "Von der Zeichnung bis zum fertigen Produkt" die Firma Rosink besichtigt, ein Fotokatalog erstellt, fachspezifische Zeichnungen am Computer hergestellt und die dazu gehörenden Bauteile angefertigt. Aber auch die Verschönerung der Schule nimmt einen breiten Raum ein. Abschluss und gleichzeitiger Höhepunkt ist ein Präsentationstag (GN, 22.8.2009).



Die Bilder zeigen die Gestaltung einer Klassenwand, eines Fensters und den Raum der Streitschlichter - (Foto privat, 28.8.2009)

83 Schüler von drei Nordhorner Schulen, der Frensdorfer Schule, der Elisabethschule und der Anne-Frank-Schule, nehmen an einer vertieften Berufsorientierung für zwei Wochen in den Werkstätten des BTZ (Berufsbildungs- und Technologiezentrum) des Handwerks teil.

Während einer theoretischen Eignungsfeststellung an den ersten beiden Tagen werden vorhandene soziale Fähigkeiten und Kompetenzen von qualifizierten Sozialpädagogen getestet und beurteilt. Danach geht es in drei ausgewählte  Werkstätten, die jeweils an zwei bzw. zweieinhalb Tagen durchlaufen werden. So müssen die Schüler in der BTZ- Metallwerkstatt mit Metall, Feile und Hammer, in der Bauhalle mit Steinen und Mörtel und bei den Malern und Lackierern mit Pinsel und Farbe arbeiten. Weiterhin können sie sich als Friseure, Elektroniker, Tischler ausprobieren oder als Anlagenmechaniker mit dem Bereich Sanitär - Heizung - Klima auseinandersetzen.

BTZ- Geschätsführer Tilman Stürmer zeigt sich überzeugt, dass das Handwerk auf diese Weise guten Nachwuchs bekommen kann. Durch die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Stadt Nordhorn geförderten Maßnahme würden "bei den Schülern die realistischen Vorstellungen von der Arbeitswelt sowie von den eigenen Fähigkeiten und Interessen gefördert", erläutert Projektmanager Rainer Spiekmann. Ein weiteres Ziel liege darin, die Motivation für einen guten Schulabschluss zu steigern und damit die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. (GN,24.11.2009).

2010 - Verkauf von Inventargegenständen
Die Stadt Nordhorn verkauft nicht mehr benötigte Inventargegenstände aus der ehemaligen Frensdorfer Hauptschule an der Friedrich-Ebert-Straße im Rahmen eines Flohmarktes. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit der Aufgabe des Schulstandortes und Neuverwertung des Gebäudes. Der Erlös der Verkaufsaktion wird ohne jeglichen Abzug auf ein Spendenkonto für die Opfer der Erdbebenkatastrophe auf Haiti überwiesen (GN, 17.4.; GW, 21.4.2010).

Die Spende in Höhe von 1820 Euro wird an Pater Pierre Roy von der Kirchengemeinde St. Marien übergeben. (GN, 5.6.2010

Gemeinsame Leitung im Schulzentrum Mitte
Nach dem Ausscheiden der beiden Schulleiter im "Schulzentrum Mitte" sollen die Frensdorfer Hauptschule und die Freiherr-vom-Stein-Realschule unter einer gemeinsamen Leitung zusammengefasst werden. Dafür spricht sich nach längerer Diskussion der Schulausschuss aus- in der Erwartung, dadurch die Kooperation der beiden Schulen zu verbessern. Ein gegenteiliges Votum hatten zuvor die beiden Lehrerkollegien in einem Brief an den Ausschuss abgegeben. Die letztendliche Entscheidung liegt beim Schulträger. Schulrat Udo Tiemann stellt eine Genehmigung seitens der Landesschulbehörde in Aussicht. (GN, 7.10.2010)

Projekttage
Bei den diesjährigen Projekttagen der Schule haben die Schüler die Möglichkeit, aus 15 verschiedenen Projekten ein passendes zu wählen und zu präsentieren. Das beite Sprektrum der Angebote reicht von kulinarischen Leckerbissen über eine kosmetische Hautpflege bis hin zu kreativ künstlerischen Aufführungen. Im Rahmen eines zu gründenden Fördervereins bietet der Schulvorstand Informationsangebote an und präsentiert schulische Verkaufsschlager, die in den Projekttagen oder bereits im Vorfeld erstellt worden sind. Höhepunkt ist ein Schulfest, zu dem alle Mitbürger, die sich mit der Schule verbunden fühlen, eingeladen sind. (GN, 25.10.; GW, 27.10.2010)

Arbeit der Sozialpädagoginnen
Gewaltbereitschaft und Aggressionen nehmen zu, Toleranz und Respekt hingegen ab. Diese Entwicklung stellen die Schulsozialpädagoginnen an den Schulzentren Deegfeld, Mitte und Süd bei Teilen der Hauptschüler fest. Von einer Zunahme der "Verhaltensauffälligkeiten" und einer Verrohung der Gesellschaft ist die Rede. Umso mehr Bedeutung kommt so der Arbeit der Sozialpädagoginnen zu, die Kindern und Jugendlichen soziale Fähigkeiten und Kompetenzen als Grundlage für Ausbildungsfähigkeit und Berufsreife vermitteln sollen. Eine Broschüre informiert über die Arbeit der Sozialpädagoginnen an Nordhorns Hauptschulen. Sie ist im Schulamt, im Rathaus und an den Schulen erhältlich. (GN, 3.12.; GW, 8.12.2010

2011 - Tod von Geert Stegink
Der ehemalige Rektor der Frensdorfer Schule, Geert Stegink, verstirbt am 11. Februar 2011 im Alter von 74 Jahren.

Abschied von Michael Forysch als Schulleiter und
Ende der Eigenständigkeit der Hauptschule Frensdorf
Nach 20 Jahren als Schulleiter der Hauptschule Frensdorf tritt Michael Forysch ab Mitte August 2011 in den Vorruhestand. In Dienstzeit hatte der Schulleiter von 1985 bis 1991 auch als Dozent im Kloster Loccum gearbeitet. Dort schulte er Lehrer und Vikare in Religionspädagogik. Anfang der 90er Jahre stand Forysch vor der Entscheidung, Kirchenbeamter zu werden oder in den Schuldienst zurück zu gehen. Er wählte die Rückkehr in die Schule und wurde im August 1991 Schulleiter an der Hauptschule Frensdorf. Die Gäste aus Kollegium, Trägerschaft und von anderen Schulen lobten den Einsatz des Schulleiters. So fielen u. a.die Worte Fachleistungskompetenz, Strenge in Erziehungsfragen und großes Engagement, um seinen Führungsstil zu beschreiben. (GW, 13.7.2011)

Mit der Verabschiedung von Michael Forysch in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit schließe sich das Kapitel Frensdorfer Schule in Nordhorn, wie es Regierungschuldirektor Udo Tiemann ausdrückte. Nach über 150 Jahren endet mit dem Schuljahr 2010/11 und der Ära Michael Forysch als Schulleiter auch die Eigenständigkeit der Hauptschule Frensdorf.
Gemeinsam mit der Freiherr-vom Stein-Realschule wird sie ab August zur neuen

Haupt- und Realschule Mitte

zusammengefasst. (GN, 6.7.2011)

Treffen nach 50 Jahren
24 Schüler haben sich 50 Jahre nach ihrer Schulentlassung 1961 aus der Frensdorfer Schule zu einem Klassentreffe in Nordhorn getroffen. Leider konnten etwa 20 Ehemalige nicht an diesem besonderen Ereignis teilnehmen. Nach einer Turmbesteigung der Alten Kirche am Markt ging es mit dem Fahrrad in den Nordhorner Tierpark. Den Abschluss bildete ein Bierseminar mit Verkostung im Brauhaus in der Alten Weberei. (GN, 14.7.2011)

"Teurer Leerstand der Frensdorfer Schule"
Der Ortsvorstand des CDU-Ortsverbandes Nordhorn- West erwartet eine umfassende Information der Stadtverwaltung über den Stand der Verwertungsmöglichkeiten des ehemaligen Schulgebäudes der Frensdorfer Schule an der Friedrich-Ebert-Straße. Das Gebäude stehe seit Auszug der Hauptschule in den angebauten Teil der Freiherr-vom-Stein-Realschule an der Taunusstraße seit einigen Jahren leer. Die Verwaltung habe damals während der Planungs- und Bauphase des über fünf Millionen Euro teuren neuen Schulgebäudes im Gegenzug eine Verwertung des aufgegebenen Frensdorfer Schulgebäudes zugesagt und damit eine zu erwartende Einnahme eingeplant. Über den gegenwärtigen Sachstand müsse von der Verwaltung berichtet werden. Seit einigen Jahren stehe das Gebäude größtenteils leer und verursache dadurch noch zusätzliche Verwaltungskosten, die nicht mehr zu verantworten seien. (GN, 11.8. und Leserbrief vom 24.8.2011)

Quellen:

Schulchronik der Frensdorfer Schule, 1895 - 1920  (Kopie), Archiv der Stadt Nordhorn

Schulchronik der Frensdorfer Schule, 1921 - 1971, Archiv der Stadt Nordhorn

Wilhelm Schleutker, Auszüge aus der Schulchronik der Frensdorfer Schule, 15.5.1962

Festschrift 50 Jahre Frensdorfer Schule Nordhorn an der Friedrich-Ebert-Straße 1930 - 1980

Festschrift 60 Jahre Frensdorfer Schule - 525 Jahre Schule in Nordhorn, 1990

Zahlreiche Artikel aus den Grafschafter Nachrichten (im Text angegeben)

Auskünfte des Schulleiters, Herrn Michael Forysch