Grafschafter Schulgeschichte

Grundschule Bookholt

- 1745 Bauerschaftschule; 1953 Grundschule

Vorgeschichte
Die Volksschule Bookholt ist als Bauerschaftsschule der Bauerschaft Bookholt entstanden, die sich in früherer Zeit bis nahe an das Nordtor der Stadt Nordhorn, die Lingener oder Kerkenporte, ausdehnte. Es ist nicht bekannt, ab wann Lehrer in Bookholt tätig waren. Nach der Armenrechnung der Ev.ref. Kirchengemeinde wurden am 24. Oktober 1745 an den Schulmeister von Bookholt für sein Kind 1 Gulden bezahlt (Quelle: Armenrechnungen vom 17.7.1745 bis 25.6.1746, Provisor Hendrik Woltring). Das Gesuch, in Bookholt "einen Lehrer zu setzen" (Kühle), wurde 1783 vom Konsistorium in Nordhorn abgelehnt. Von 1806 bis 1824 gehörte Bookholt zu Wietmarschen. Im Jahre 1810 wurde bei einer Heirat der Schullehrer Gerhard Wassink, 45 Jahre alt, als Bruder der Braut angegeben. Der Lehrer Gerhard Wassink wird auch in einer anderen Urkunde als Zeuge bei der Hochzeit seines Bruders angegeben.

Vermutlich fand der Unterricht in irgendeinem Bauernhaus oder in einem Backhaus statt. Vielleicht wechselten die Schullokale in gewissen Abständen. Freien Mittagstisch und Unterkunft erhielten die Lehrer ebenfalls im Wechsel bei verschiedenen Bauern. Die meisten Bauerschaftslehrer waren ledig.

1831 - Seit mindestens 1831 ist in Bookholt ein Lehrer Rammelkamp tätig. Er unterrichtet 40 Schüler, wofür er jährlich 30 Reichstaler, etwa 75 Gulden, erhält. (Quelle: Jahrbuch 1968, Dr. Kühle, Seite 62).

1836 - Aus dem Jahre 1836 ist überliefert, dass in Bookholt der Lehrer Geert Kleine Harmelink tätig ist. Er erhält ein Jahresgehalt von 28 Reichstalern, dazu freien Mittagstisch.  (Quelle: Kirchenratsprotokoll).

1838 - Ab 1838 unterrichtet ein Lehrer Lampen, der unverheiratet ist, 44 Schulkinder. Er erhält ein Gehalt von 26 Rtl. und 16 Ggr., dazu Morgen-, Mittag- und Abendessen. In einem Schreiben der ref. Gemeinde vom 26.7.1838 an den Oberkirchenrat heißt es unter Bemerkungen: "Die Einnahme ist nicht genug, aber der Lehrer noch sehr jung, und noch lebende Eltern, so dass er einer momentanen Unterstützung nicht bedarf."

1841 - Ein Lehrer H. Rammelkamp, der vorher in Frensdorferhaar tätig war, wird Lehrer in Bookholt.

1846 - In Bookholt wird ein einklassiges Schulgebäude gebaut. Dieser älteste Teil der Bookholter Schule dient heute als Lehrmittelraum.

1851 - Nachdem Lehrer H. Rammelkamp Ende Dezember 1850 aus dem Schuldienst entlassen wird, wird Lehrer H. Sluiters, bisher Hilfslehrer in Bentheim, im März 1851 von der Schulgemeinde einstimmig als Lehrer gewählt und am 1. Mai 1851 vom Oberkirchenrat, Herrn Pastor Lucassen, in den Dienst eingeführt.

Das Lehrereinkommen beträgt 30 Taler jährlich und Reihetisch. Durch wiederholte Gehaltserhöhungen und bedeutende Staatszuschüsse steigt es im Laufe der Zeit auf 750 Mark nebst 60 Mark Mietentschädigungen.

Im  Jahre 1853 erhält Lehrer Sluiters einen Ruf nach der kombinierten Schulgemeinde Kalle-Bahne-Tinholt im Kirchspiel Arkel, 1871 nach Bakelde, 1877 nach Groß- und Kleinringe und 1879 nach Bimolten. Er kann  sich jedoch wegen seiner Schüler nicht entschließen, Bookholt zu verlassen.

Während der Dienstzeit von Herrn Sluiters wird im Laufe von 30 Jahren die holländische von der deutschen Schulsprache abgelöst.

1862 - Im Kirchenratsprotokoll vom 14. Juli 1862 wird für Bookholt ebenfalls der Lehrer Sluiters erwähnt.

1888 - Lehrer Sluiters beginnt im Jahre 1888 mit dem Schreiben der Schulchronik. Bookholt besitzt zu der Zeit 308 Einwohner; 256 sind reformiert, 52 katholisch. Zur Schulgemeinde gehören 4 Vollerben. Die übrigen Familien sind Kötter, Neubauern, Ankäufer, Heuersleute und Pächter. Die Zahl der Schulkinder schwankt zwischen 40 und 70. Die wöchentlichen Unterrichtsstunden betragen im Winter 28, im Sommer (seit 1885 Halbtagsschule) 32 Stunden, einschl. 2 Stunden Handarbeit. Der Schulweg einzelner Kinder beträgt bis zu 2 km.

Ab 1866 wird jeweils am 22 März der Geburtstag des Königs Wilhelm auf eine den Kindern angemessene Weise gefeiert. Am 22. März 1888 wird die Gedächtnisfeier folgendermaßen begangen: "Nach Gebet und Gesang (Mein Leben ist ein Pilgrimstand) wurde zuerst das vielbewegte und wechselvolle Leben des Verklärten besprochen, sodann hervorgehoben, welcher Segen nicht nur dem Königreiche Preußen, sondern dem ganzen deutschen Vaterlande unter seiner Regierung zu Teil geworden, endlich, wie er zu aller Zeit, nicht nur als Regent und Kriegsheld sich ausgezeichnet, sondern als demütiger und gläubiger Christ dem Volke vorgeleuchtet hat. Schlußgesang:` Nun danket alle Gott´und `Ach bleib mit deiner Gnade´ - Schlussgebet" (zitiert nach: H. Sluiters, 1. April 1888, Schulchronik).

Am 30 Juni wird eine weitere Gedächtnisfeier für den am 15. Juni verstorbenen König und Kaiser Friedrich III begangen.

Ab März 1888 werden die Schulkinder der reformierten Familien aus Frenswegen, die die Schule bisher provisorisch besuchten, von der Regierung zu Osnabrück endgültig der Schule Bookholt zugewiesen.

1896 - Am 18. Januar 1896 ist die 25. Gedenkfeier der Wiedererrichtung des Deutschen Reiches, die als Schulfeier abgehalten wird. Die Kaiserkrönung wird einfach erzählt. Die Kinder werden auf die Bedeutung des Tages hingewiesen, die Einigung Deutschlands unter einem Kaiser als die segensreichste Folge des jüngsten Krieges besonders hervorgehoben.

Seinem Wunsch entsprechend wird Lehrer Sluiters nach 45 Jahren Lehrertätigkeit in Bookholt zu Michaelis 1896 in den Ruhestand versetzt. Er stirbt mit 80 1/2 Jahren im August 1912. An seine Stelle tritt Lehrer Kotmann aus Alexisdorf.

1897 - Ende August 1897 erkrankt Lehrer Kotmann. Er wird vier Wochen lang durch Lehrer Simon aus Westerkappeln bei Osnabrück vertreten.

1899 - Dem Lehrer Kotmann, der nach Neerlage versetzt wird, folgt am 1. Oktober der Lehrer Hilbink aus Wielen bei Uelsen. Er wurde von 1893 bis 1896 im Seminar Aurich ausgebildet und bestand im Mai 1899 seine 2. Lehrerprüfung.

Aufnahme und Entlassung der Schüler werden durch die Königliche Regierung neu geordnet. Kinder, die vor dem 1. Oktober das 6. Lebensjahr vollenden, werden Ostern des Jahres eingeschult. Kinder, die nach dem 1. Oktober 6 Jahre alt werden, müssen bis Ostern des folgenden Jahres warten.

1900 - Lehrer Hilbing wird am 16. Mai als 1. Lehrer an der Frensdorfer Schule angestellt. Die Stelle in Bookholt übernimmt Lehrer Kayser aus Osnabrück.

Im Laufe des Jahres wird eine Lehrerwohnung gebaut. Der Bauplatz liegt bei der Schule, etwa 10 Minuten von der festen Straße entfernt. Die Kosten betragen 8- 9000 Mark. Von diesen gewährt die Königliche Regierung 4000 Mark als Unterstützung, weitere 4500 Mark werden bei der Klosterkammer in Hannover geliehen und müssen mit 4 % verzinst und 2 % amortisiert werden. Durch die Mehrbelastung des jährlichen Etats muss der Prozentsatz der zu erhebenden Schulsteuern erhöht werden.

1901 - Zum 1. April 1901 wird Lehrer Kayser in Quakenbrück angestellt. Nach kurzem Einsatz von Lehrer Kunkel, der nach Venne bei Osnabrück versetzt wird, folgt am 1. Oktober 1901 Lehrer Schievink aus Wielen, der jedoch am 1. April 1902 an die einklassige Volksschule Hoogstede versetzt wird. An seine Stelle tritt Lehrer Wüppen aus Echteler.

1903 - Die Einwohnerzahl blieb bis 1900 mit etwa 300 Einwohnern ziemlich konstant. Danach gibt es einen raschen Bevölkerungszuwachs, weil in der Nähe der Stadt Nordhorn auf Bookholter Gebiet eine Arbeitersiedlung gebaut wird, die Bußmaate genannt wird. Durch den Zuzug von holländischen Familien wird die Schularbeit bedeutend erschwert. Der Gegensatz von Bauern- und Arbeiterkindern führt zu allerlei Streitigkeiten.

1904 - Die Schule Bookholt wird im Mai 1903 von 108 Kindern besucht. Zu Michaelis 1904 wird der an Nordhorn grenzende Teil der Gemeinde Bookholt mit 40 Schülern nach Nordhorn in die Altendorfer Schule umgeschult. Nach Ansicht des Lehrers wird es "für die Landkinder von Segen sein, dass sie nicht mehr so sehr mit den andersgearteten Kindern der Industrieleute in Berührung kommen. Hoffentlch wird sich der bisher mangelhafte Fleiß und die Leistungsfähigkeit der hiesigen Schulkinder zur Freude des Lehrers heben". (zitiert nach: Lehrer Wüppen, Schulchronik).

1906 - Lehrer Wüppen wird zum 1. April als 1. Leher bei der Schule Emlichheim angestellt. An seine Stelle tritt Lehrer Kotmann, der jetzt aus Venne bei Osnabrück kommt und schon von 1896 - 1899 in Bookholt tätig war. Die Chronik berichtet über Todesfälle von drei Schülern in der Zeit vom April bis Dezember 1906, die "an seltenen eigenartigen Krankheiten gestorben sind".

Lehrer Kotmann beklagt den Zustand des Schulgebäudes. Infolge ihrer niedrigen Lage steht im Winter das Wasser um die Schule, so dass die Schüler am Eingang durch Wasser waten müssen. Der Fußboden ist feucht und an den Wänden vermodert. Vom Schulboden rieselt ständig Torfstaub, so dass Schüler und Lehrer im Staube atmen und sprechen müssen.

1908 - Aufgrund des neuen Volksschulunterhaltungsgesetzes vom 1.4.1908 wird die Schulgemeinde Bookholt in den neu gebildeten Schulverband Nordhorn aufgenommen, zu dem außer Nordhorn auch noch Frensdorf, Frensdorferhaar, Altendorf und Frenswegen gehören.

Im Juli 1908 wird mit dem Neubau einer neuen einklassigen Schule begonnen. Nach etwa 60jähriger Benutzung ist das alte Schulgebäude wegen seines schlechten Zustandes für den Unterricht nicht mehr geeignet. Die neue Schule wird am 19. Januar 1909 ihrer Bestimmung übergeben.

1909 - Am 9. Juni 1909 macht die ganze Schülerschaft einen Ausflug nach Uelsen. Vier mit Grün geschmückt Leiterwagen bringen die Schüler morgens zum Ziel und abends wieder heim.

1910 - Obwohl ein Teil von Bookholt schon nach Nordhorn eingeschult ist, zählt die Schule Ostern 1910 schon wieder 100 Schüler. Infolge des weiteren Anwachsens der Schülerzahlen wird die Schulgrenze zwischen Nordhorn und Bookholt mehrfach, so auch am 1. Oktober 1911, geändert.

Der erkrankte Lehrer Kotmann wird bis Weihnachten von einem Lehrer aus Veldhausen vertreten.

1912 - Die Sommerferien werden künftig von 2 auf 3 Wochen verlängert. Dafür entfallen die bisherigen Fastenfreitage. Dies wird von den Landwirten wegen der Mitarbeit der Kinder bei den Erntearbeiten sehr begrüßt.

1913 - Der Versuch, Südbookholt der Stadt Nordhorn einzugemeinden, schlägt fehl, obwohl in einigen Straßenzügen, in denen vorwiegend Textilarbeiter wohnen, eine Mehrheit für den Anschluss besteht.

Infolge des industriellen Aufschwungs der Stadt Nordhorn wandert der größte Teil der schulentlassenen Schüler in die Textilfirmen nach Nordhorn ab. Die Folge ist ein Mangel an Arbeitskräften in den landwirtschaftlichen Betrieben. Deshalb müssen die Schulkinder in den Sommermonaten einspringen, wodurch die häuslichen Schularbeiten sehr stark leiden.

1914 - 1916 - Noch stärker werden die Schulkinder nach Ausbruch des 1. Weltkrieges zu landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen, weil viele Männer eingezogen sind. Durch die ständigen Beurlaubungen leidet der Unterricht sehr stark, obwohl Lehrer Kotman nicht eingezogen wird. Der Unterricht fällt wegen Erkrankungen des Lehrers 2 - 3 Monate aus.

1917 - 1921 - Für die Zeit von 1917 bis 1920 enthält die Schulchronik keine Eintragungen.

Zum 1. April 1920 wird die 2. Lehrerstelle eingerichtet, die mit Lehrer Koopmann besetzt wird. Dieser übernimmt die Vertretung des Schulleiters und führt auch die Schulchronik weiter. Lehrer Kotmann erkrankt Ende April 1920 schwer und kann seinen Dienst nicht mehr versehen. Er stirbt am 20. Oktober 1921.

1922 - Wegen der großen Schülerzahl - im Schuljahr 1920/21 102 Schüler - und der ungünstigen Schulverhältnisse erfolgt 1922 der Anbau eines zweiten Klassenraumes, dessen Kosten zu Beginn des Jahres auf 500 000 Mark (Inflation!) veranschlagt werden. Über dem neuen Klassenzimmer wird eine Zweizimmerwohnung für einen Lehrer gebaut.

1924 - Die Schulen zu Bakelde, Bimolten, Hesepe, Brandlecht, Frensdorferhaar und Bookholt tragen die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe am 12. September auf dem Spartaplatz in Bookholt aus.

1925 - Ein Teil der Gemeinde Bookholt, der bisher dem Schulbezirk der Altendorfer Schule zugeordnet war, wird wieder der Schule Bookholt zugewiesen. Im Schuljahr 1925/26 ist die Schülerzahl auf 65 zurückgegangen. Wegen ausgewiesener Baugebiete wird jedoch mit einem Wiederanstieg gerechnet.

1926 - Es erfolgt die Elektrifizierung Bookholts und somit auch der Schule. Die Kosten trägt der Jagdpächter, Fabrikant Niehues, dem dafür das Jagdrecht für 10 Jahre zugebilligt wird.

1929 - Es erfolgt eine zwangsweise Eingemeindung des südlichen Teils von Bookholt zu Nordhorn. Hier wohnen 585 Textilarbeiter, die in Nordhorner Betrieben arbeiten. Die Eingemeindung schafft freie Bahn für Verkehrsordnung, Flächennutzung- und Bebauungspläne, einheitliche Verwaltung und Versorgung mit Gas und Wasser. Die neue Grenze zwischen Nordhorn und Bookholt bildet jetzt der Ems-Vechte-Kanal. Die Schulgrenze bleibt jedoch von dieser Maßnahme unberührt.

1931 - Ostern 1931 steigt die Schülerzahl wieder über 120. Es wird beschlossen, die Kinder aus dem Bereich südlch der Pestalozzistraße der Altendorfer Schule zuzuordnen. Nur die Kinder aus dem 1./2. Schuljahr verbleiben in Bookholt.

1934 - In der Besetzung der 2. Lehrerstelle tritt ab 1929 ein häufiger Wechsel ein. Es werden Hilfslehrer eingestellt, die nur mit 20 Unterrichtsstunden eingesetzt werden können. Es erfolgt Vertretungsunterricht von der Kath. Volksschule Bookholt in Rechnen und Turnen. Weitere Kinder werden der Altendorfer Schule zugewiesen.

Durch das Winterhilfswerk erhalten erstmals 26 Schulkinder ein Milchfrühstück (1/4 l Milch, Butterbrot mit Aufschnitt). Dadurch kann der Gesundheitszustand dieser Kinder erheblich verbessert werden.

1937 - Das alte Schulgebäude wird renoviert und als Schulküche eingerichtet. Die 2. Lehrerstelle wird wieder mit einem Schulamtsbewerber besetzt.

1938 - Die bisherige Evangelische Volksschule wird in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt. Der Unterricht ist wegen Erkrankung des Lehrers Koopmann unregelmäßig. Seine Vertretung wird von der Pestalozzischule und vorübergehend auch von der Frensdorfer Schule übernommen.

1940 - 1945 - Lehrer Koopmann wird am 1. Oktober 1940 nach Iburg versetzt. An seine Stelle tritt Lehrer Stephan Wildberger aus Wehrendorf, Kreis Wittlage. Am 28.10.1940 wird der 2. Lehrer zur Wehrmacht eingezogen. An seine Stelle tritt ein Lehrer von der Westschule, der jedoch am 9.4.1941 ebenfalls einberufen wird. Seitdem unterrichtet ein Lehrer Casselius von der Pestalozzischule drei Tage in der Woche an der hiesigen Schule. Als dieser am 15.9.1943 einberufen wird, erfolgen mehrere weitere Abordnungen. Schließlich wird am 12. November 1944 der holländische Lehrer Gaukema eingesetzt.

In den letzten Monaten des Krieges leidet der Unterricht sehr unter Fliegeralarm. Fast täglich fallen 2 - 3 Stunden aus. Auch wegen Kohlenknappheit und Belegung der Klassenräume muss der Unterricht zeitweise ausgesetzt werden.

Über die unmittelbare Nachkriegszeit heißt es in der Schulchronik: Nach Beendigung des Krieges ist zunächst eine Aufnahme des Unterrichts nicht möglich. Erst nach notdürftiger Wiederherstellung der Schulräume, - die Fenster mussten mit Pappe und Holz verkleidet werden - kann am 1.9.1945 der Unterricht für die unteren vier Jahrgänge durch Herrn Gaukema wieder aufgenommen werden. Am 25.10.1945 übernimmt Lehrer Karl Peter, der schon von 1920 - 1926 (als 2. Lehrer) hier tätig war, die Leitung der Schule. Gleichzeitig beginnt auch der Unterricht für die oberen vier Jahrgänge. Am 22.11.1945 bezieht Lehrer Peter die Lehrerwohnung. Herrn Gaukema wird eine Notwohnung in der alten Schule eingerichtet, während Herr Wildberger die beiden Räume im Schulgebäude erhält. So wirkt sich auch hier die Wohnraumnot aus. Der Unterrichtsbetrieb leidet sehr unter dem Mangel an Büchern, Heften, Tafeln und Griffeln. Die Zeitung ersetzt lange Zeit das Lesebuch nur notdürftig. Die Klassenräume können nur sehr mäßig wegen des Brennstoffmangels geheizt werden.

1946 - Lehrer Gaukema muss am 7.1.1946 wieder nach Holland zurück. Lehrer Peter unterrichtet die 163 Schüler zunächst allein. Am 15.3.1946 wird die 2. Lehrerstelle wieder besetzt.

Am 9. September erfolgt eine Rückumwandlung der Schule in eine Evangelische Bekenntnisschule. Die neue Grenze zwischen der Bookholter und der Altendorfer Schule wird die Hohefeldstraße. Da infolge des Flüchtlingsstromes die Schülerzahl über 200 ansteigt, erhält Bookholt im November 1946 die dritte Lehrkraft. Der Lehrer bezieht die Räume in der alten Schule.

Es erfolgt wieder eine Schulkinderspeisung. Das Essen wird von der Altendorfer Schule und der Mittelschule geholt. Zunächst nehmen 80, später 110 Kinder an der Speisung teil. Viel Freude bereitet die Zuteilung von Schokolade und Keksen.

1947 - Am 1.4.1947 wird in Bookholt eine Hauptlehrerstelle eingerichtet und mit dem Lehrer Karl Peter besetzt.

1948 - Da sich die Raumnot bei 216 Schülern immer stärker bemerkbar macht, wird das alte Schulgebäude, das 1937 als Schulküche eingerichtet worden war und zwischenzeitlich als Lehrerwohnung diente, nach Entfernung der Innenwände und Anlage eines neuen Schornsteins wieder als Klassenraum eingerichtet. Die größte Schwierigkeit bereitet die Beschaffung der Schulmöbel für den dritten Klassenraum.

1949 - 1949 wird die vierte Lehrerstelle eingerichtet. Um die bestehende Raumnot zu lindern, wird der Bau von zwei neuen Klassenräumen und eines Gruppenraumes beschlossen. Gleichzeitig sollen alle Klassen und auch die alte Schule, die als Lehrmittelraum Verwendung finden soll, durch einen Flur miteinander verbunden werden. Die Hauptlast der Finanzierung trägt die Stadt Nordhorn.

1952 - 1953 - Nach dem Neubau der "Neuen Bookholter Schule (heute: Roggenkampschule) beschließt der Schulverband Nordhorn, zu dem auch Bookholt gehört, diesen Schulverband einzuschränken und einen kleineren, nur für den jetzigen Schulbezirk der Ev. Volksschule Bookholt, neu zu gründen.

Der beschlossene Ausbau der Schule wird erst im Schuljahr 1952/53 verwirklicht. Die beim Eingang eingemeißelten Jahreszahlen 1846, 1937, 1952 besagen, dass der älteste Teil der Schule 1846 erbaut, dieser Teil 1937 renoviert wurde und 1952 der Flur, die beiden Klassenräume und der Gruppenraum angebaut wurden. Nach den Weihnachtsferien am 8. Januar 1953 kann der Unterricht in allen Klassenräumen aufgenommen werden. Die Kinder haben jetzt nur vormittags bis 13 Uhr Unterricht. Im Frühjahr erfolgt die Herrichtung des Schulhofes und der Grünanlage vor dem Schulgebäude. Außerdem wird die Lehrerwohnung überholt. Von den Dienstländereien werden 3800 qm Wiese für die Herrichtung eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt.

1955 - Da ein großer Teil der Vertriebenen in das neue Wohngebiet im Stadtteil Blanke umzieht, geht die Schülerzahl der Volksschule Bookholt bis 1955 stetig zurück.

Im Februar 1955 veranstaltet die Schule einen Elternabend. Gedichte und Aufführungen in plattdeutscher Sprache finden begeisterte Aufnahme in der Elternschaft. Hierüber wird in der örtlichen Presse ausführlich berichtet.

1959 - 1960 - Hauptlehrer Peter wird am 1. Juli 1960 vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird Hermann Meinders, der schon seit dem 1.10.1955 an der Schule tätig ist.

1962 - Die Schule hat 144 Schüler, 5 Klassen, 4 Räume und 4 Lehrer. Die Schüler der 9. Klassen werden zur Neuen Bookholter Schule umgeschult.

1966 - Der Schulleiter führt in der Schulchronik aus, dass durch die Verlegung des Schuljahrsbeginns auf den Herbst (erstmalig 1967) erhebliche Unruhe in die Schulen gebracht worden ist. Es werde schwierig sein, den Unterricht in der Übergangsphase (2 Kurzschuljahre) so zu gestalten, dass den Kindern in ihrer Ausbildung keine größeren Nachteile erwachsen.

Die Gesamtschülerzahl beträgt Ostern 1966  156 Schüler, 86 Jungen und 70 Mädchen. Davon kommen 101 Kinder aus Bookholt und 55 aus Nordhorn. Am 18.7.1966 endet die 1. Schulchronik der Volksschule Bookholt, die am 1. April 1888 von Lehrer Sluiters begonnen wurde. Zwischen den Sommer- und Herbstferien absolvieren zwei Studenten der PH Osnabrück in der Schule ihr Landschulpraktikum. Dies erfolgt auch in den folgenden Jahren. Der Bau der im Mai 1965 begonnenen Lehrerdienstwohnung wird im November 1966 fertiggestellt und vom Schulleiter bezogen. Die alte Dienstwohnung wird privat vermietet.

1967 - Die Schüler der Klasse 8, die im 2. Kurzschuljahr zum 1.12.1966 in die Klasse 9 versetzt werden, können wegen Platzmangels von keiner Nordhorner Schule aufgenommen werden. Sie verbleiben in der oberen Klasse, die jetzt die Jahrgänge 7- 9 umfasst. Erst Ostern 1967 können die 8 Schüler zur Ernst-Moritz-Arndt-Schule umgeschult werden.

1969 - Die Schüler des 9. Schuljahres besuchen künftig die Neue Bookholter Schule.

1971 - Erstmals werden die Kinder nach dem 4. Schuljahr zur Neuen Bookholter Schule abgeschult. Der Übergang zu den weiterführenden Schulen Realschule und Gymnasium wird spürbar stärker.

1972 - Ab 1.8.1972 besuchen alle Schüler der Oberstufe die Neue Bookholter Schule. Die Grundschule Bookholt ist nun einzügig mit 4 Klassenräumen. Es unterrichten 3 Lehrkräfte 110 Schüler, 62 Jungen und 48 Mädchen. Die Räume über der Schule, die bisher als Lehrerwohnung dienten, werden zu Unterrichtsräumen für Textilarbeit ausgebaut. 1973 wird ein Zugang vom Schulflur aus geschaffen.

1973 - Ab 1.8.1973 erfolgt die Abschulung der Klasse 5 an die Hauptschule im Schulzentrum Deegfeld (14 Kinder). 11 Kinder gehen zur Realschule im Schulzentrum  Deegfeld und 1 Kind zum Gymnasium.

1974 - Am 1.3.1974 wird die Gemeinde Bookholt nach Nordhorn eingemeindet. Die Schule untersteht jetzt der Verwaltung der Stadt Nordhorn und wird dem Schulaufsichtskreis Nordhorn II unterstellt. Nach Auflösung der Grundschule Bimolten besuchen die dortigen Kinder die Grundschule Bookholt. Die Schülerzahl steigt auf 114.

1975 - Neben der Schule wird ein Dorfgemeinschaftshaus gebaut, das auch einen Kinderspielkreis aufnimmt und für den Sportunterricht der Schule zur Verfügung steht. Es wird im Frühjahr 1975 fertiggestellt. Wegen fehlender Sportgeräte kann der Sportunterricht erst ab August aufgenommen werden.

1976 - Die Grundschule Hohenkörben wird aufgelöst. Die Schüler aus Hohenkörben (N) werden zur Grundschule Bookholt, die aus Hohenkörben (V) zur Grundschule Osterwald umgeschult.

1979 - Nach Einführung der Orientierungsstufe (OS) in Nordhorn werden die 29 Schüler nach Klasse 4 zur OS im Schulzentrum Deegfeld umgeschult. Am 18.Juli 1979 wird Hauptlehrer Meinders in den Ruhestand verabschiedet. Er kam am 1. Oktober 1955 an die Schule und wurde ab 1. August 1960 ihr Schulleiter. Schulrat Heinrich Gerke überreicht dem scheidenden Hauptlehrer die Entlassungsurkunde (siehe  nebenstehendes Bild). Herr Meinders stirbt am 31. Dezember 2007.

Die Leitung der Schule wird dem Lehrer Gerhart Huisken übertragen, der am 8.8.1961 in Bookholt seine erste Lehrerstelle antrat und am 28.11.1979 zum Hauptlehrer ernannt wird. Im folgenden Schuljahr tritt wegen Mutterschaftsurlauben, die zum Teil durch Abordnungen ausgeglichen werden müssen, und des Einsatzes von Lehreranwärtern im Ausbildungsunterricht ein häufiger Lehrerwechsel ein.

1981 - Auf Antrag der Schule wird nach einigen Jahren Wartezeit ein Rad- und Fußgängerweg angelegt, um den Schulweg der Kinder aus dem Stadtteil südlich des Ems-Vechte-Kanals sicherer zu machen. Während der Sommermonate wird das Schulgebäude von außen neu angestrichen.

1982 - Die Schule mit 90 Schülern ist ab 1.8.1982 mit 4 Lehrkräften zu 100 % mit Unterricht versorgt.

1987 - Erstmalig werden 32 Schüler eingeschult, so dass 2 Klassen gebildet werden müssen. Als 5. Unterrichtsraum wird der älteste Raum aus dem Jahre 1851, der zuletzt als Lehrmittelraum genutzt wurde, vollkommen neu hergerichtet.

1990 - Im November 1990 wird seitens des Sozialamtes der Stadt Nordhorn überlegt, die Lehrerwohnung im Schulgebäude - teilweise genutzt als Schulleiterzimmer und Lehrmittelraum - mit einer Asylantenfamilie zu belegen. Nach Protesten aus der Elternschaftt wird von diesem Plan Abstand genommen.  (GN, 21.11.1990 und Leserbriefe).

1992 - Die Stadt Nordhorn bringt in der Turnhalle Asylbewerber unter, so dass der Sportunterricht ausfallen muss. In einem offenen Brief an den Bürgermeister der Stadt Nordhorn protestieren Bookholter Eltern und verlangen die sofortige Räumung der Turnhalle (GN, 6.3. und 25.3.1992). Mit Beginn des Schuljahres 1992/93 gilt an der Schule die 5-Tage-Woche. Außerdem tritt in Niedersachsen für alle Grundschulen die Lernmittelfreiheit in Kraft, nachdem sie vorher schon in den 1. und 2. Klassen eingeführt worden war.

1994 - Im Schuljahr 1993/94 besuchen 86 Schüler die Grundschule Bookholt. Es sind 5 Klassen gebildet. Für den Unterricht stehen 4 Klassenräume und ein Gruppenraum zur Verfügung.

Bilder: Archiv Ragnitz

1995 - Der Vorschlag der Gesamtkonferenz, die ehemalige Lehrerwohnung an das Schulgebäude anzugliedern, wird von der Verwaltung mit Rücksicht auf die zur Zeit dort wohnende Familie nicht aufgenommen. Vielmehr entscheidet man sich, einen Klassenraum zur Schulhofseite (Bild oben) und einen zweiten zur Veldhauser Straße hin anzubauen. Beide Klassenräume sind durch Mauerdurchbrüche vom Schulflur aus zu erreichen und fügen sich harmonisch in das Gesamtkonzept ein. Der Anbau beginnt im Herbst 1994. Die Fertigstellung erfolgt bis zum 1.2.1995. Damit ist die Schulraumnot für die bestehenden sechs Klassen beendet. Im 1. Halbjahr mussten noch eine Klasse im Dorfgemeinschaftshaus, die andere Klasse im kleinsten Raum im Altbau untergebracht werden.

2000 - Zum Schuljahresende 1999/2000 wird  der Schulleiter Gerhart Huisken in den Ruhestand versetzt. Er war 39 Jahre an der Grundschule Bookholt tätig und leitete die Schule mehr als 20 Jahre. In seiner Abschiedsrede geht Herr Huisken auf die Geschichte der Grundschule Bookholt ein. Seine Nachfolgerin wird Frau Johanna Stiepel, die vorher an der Grundschule Südblanke tätig war, im Februar 2001 ihren Dienst an der Grundschule Bookholt aufnimmt und am 15.5.2001 in ihr neues Amt eingeführt wird. Die kommissarische Wahrnehmung der Schulleitergeschäfte in der Vakanzzeit übernimmt Frau Büssis-Barlage. Ab Schuljahrsbeginn 2000/01 wird der Schulversuch "Verlässliche Grundschule" eingeführt. Für die Betreuung in den Randstunden werden 10 Kinder angemeldet.

2001 - Ab Februar 2001 nimmt die Schule an dem Schulversuch "Sonderpädagogischer Förderunterricht" teil. Kooperationsschule ist die Astrid-Lindgren-Schule, von der ein Sprachsonderlehrer mit 8 Wchstd. in Bookholt tätig wird. Die Grundschule Bookholt richtet 2001 erstmalig und dann auch in den folgenden Jahren die Grundschulschachturniere der Grafschaft Bentheim aus.

Die Schule bekommt die seit langem geforderte Dunkelampel an der Einmündung der Berglandstraße in die Veldhauser Straße. Im Vorfeld dieser Maßnahme messen die Grundschüler mit der Polizei die Geschwindigkeit der Autofahrer, die hier meist zu schnell fahren (GN, 9. und 10.5.2001). Nach den Sommerferien übernimmt eine ehemalige Lehrerin ehrenamtlich die Hausaufgabenbetreuung an zwei Nachmittagen. Im November wird ein "Förderverein an der Grundschule Bookholt" gegründet.

2002 - Beim Hallenturnier der Nordhorner Grundschulen im Fußball erringt die Schule im Februar und im Juni jeweils den ersten Platz. Bei einem Sponsorenlauf um die Schule Bookholt im Rahmen der Aktion "Schüler helfen Leben", an dem 81 Kinder teilnehmen, wird eine Schule im Kosovo mit Spendengeldern in Höhe von 1500 € unterstützt, die durch einen Beitrag der Klasse 8 f des Gymnasiums am Stadtring um 250 € erhöht werden (GN, 24.6.202 und GW, 17.7.2002).

Es wird eine Kollegiale Schulleitung eingerichtet, zu der neben der Rektorin Johanna Stiepel die Lehrerin Claudia Büssis-Barlage gehört. Im August feiert die Schule ihr erstes Schulfest, bei dem auch die Hüpfburg aus dem Spielmobil des Theaterpädagogischen Zentrums Lingen eingesetzt wird (GN, 11.9.2002).

Die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Berglandstraße wird intensiviert. In Zusammenarbeit mit der Grundschule Brandlecht wird an zwei Tagen mit Unterstützung der Fachhochschule Sozialpädagogik in Oldenburg ein Förderkonzept erarbeitet, bei dem auch die Kindergärten einbezogen werden sollen.

2003 - Der Rat der Stadt legt für die Grundschule am Roggenkamp, die Pestalozzischule und die Grundschule Bookholt einen gemeinsamen Schulbezirk fest. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die beiden ersten Schulen langfristig zweizügig und die letztere Schule einzügig geführt werden und somit der Neubau von Klassenräumen vermieden werden kann (GN, 27.11.2002).

Ein Nordhorner Experte zeigt Grundschülern aus Bookholt, wie die Vorfahren vor rund 8000 Jahren Waffen hergestellt haben. Am Ende der Aktion haben die Kinder aus dem 3. und 4. Schuljahr vier urzeitliche Waffen geschaffen und einen Eindruck bekommen, wie viel Arbeit hinter einem Speer steht (GN, 19.9.2003).

Die Hausaufgabenbetreuung wird auf drei Tage mit zwei Lehrerinnen ausgedehnt, an der 14 Kinder beteiligt sind. In der Hausaufgabenbetreuung sind eine pensionierte Lehrerin, die an drei Tagen im Einsatz ist und dafür eine Aufwandsentschädigung erhält, und im Wechsel eine der Lehrerinnen der Grundschule tätig, die ihre Regelstunden für Förderunterricht auf den Nachmittag gelegt haben. Nach einer Nachricht, dass die Regierung die Landesmittel für Förderunterricht streichen will, sehen Elternrat und Kollegium ihr Modell der Hausaufgabenbetreuung gefährdet (GN, 19.11.2003).

Die Schule erhält einen internetfähigen Computer; alle Klassen werden internetfähig vernetzt. Die erste Schulschachmannschaft nimmt am Finale Emsland/Grafschaft Bentheim in Spelle teil. Beim Sponsorenlauf um die "Grundschule Bookholt" werden 1600 € für Einrichtungsgegenstände der Schule (2 tragbare Fußballtore, 3 Drucker für Schülercomputer)  gespendet. Die Schulfußballmannschaft erhält von 2 Sponsoren hochwertige Fußballtrikots und einen Lederfußball. Wie in den beiden Vorjahren besuchen die Schüler zweimal die Eissporthalle. An drei Morgen in der Woche wird von der Sportlehrerin  Frühgymnastik auf dem Schulhof angeboten.

2005 - Dank der tatkräftigen Unterstützung engagierter Eltern sowie der Verbundenheit der Bookholter Bevölkerung mit "ihrer" Schule kann an der Grundschule Bookholt ein ungewöhnliches Modellprojekt weitergeführt werden. Aus Spenden schafft der Förderverein der Schule die Voraussetzungen für eine Mittags- und Hausaufgabenbetreuung der Grundschüler. Die Finanzierung der Küchenzeile im Flurbereich erfolgt zum großen Teil durch einen Sponsorenlauf der Schüler, der vom Förderverein der Schule organisiert wurde.

Die Betreuung der Kinder erfolgt bis 15 Uhr und bedeutet für viele berufstätige und alleinerziehende Eltern eine wichtige Entlastung. Durch das "Bookholter Modell" sind die Kinder über Mittag gut versorgt und haben die Gewissheit, die Hausaufgaben komplett und ohne elterlichen Stress erledigen zu können. Danach kann gemeinsam gespielt werden. Für die Schule schließlich bietet die Mittagsbetreuung auch Ansatzpunkte für Integrations- und Förderbetreuung (GN, 7.6.2005). Die Stadt Nordhorn wird das Modellprojekt im folgenden Schuljahr mit 3000 € fördern. Die Eltern bezahlen für die Betreuung einen Beitrag von 3,50 € pro Tag und Kind. Das Mittagessen bringen die Kinder von zu Hause mit. Es wird in der Küche aufgewärmt. Das Interesse an dem Angebot ist groß. 28 Eltern haben ein Interesse an einer Betreuung über Mittag bekundet (GN, 8.7. und 13.7.2005).

2007 - Zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und dem Kindergarten Berglandstraße wird eine schriftliche Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, in der ein Handlungsplan aufgestellt ist. Hintergrund für diesen Akt ist die Hoffnung, als Modellprojekt in einen Förderplan des Landes Niedersachsen mit dem Titel "Das letzte Kindergartenjahr als Brücke zur Grundschule" aufgenommen zu werden (GN, 29.5.2007). Diese Hoffnung erfüllt sich im Schuljahr 2007/08 noch nicht, da nur Projekte in Emlichheim, Neuenhaus und Bad Bentheim finanziell berücksichtigt werden (GN, 25.7.2007).

2008 - Die Grundschule Bookholt erhält eine komplett neue Computer- Ausstattung. Dazu werden in einem ersten Schritt zunächst zwölf Flachbildschirme installiert. Ermöglicht wird diese Anschaffung durch den Förderverein. Die hierfür investierten 2000 € sind durch Aktionen der Schülerschaft zusammengekommen, insbesondere durch den alljährlichen Sponsorenlauf. Durch den Einsatz von Computern und geeigneten Programmen im Unterricht sollen die Möglichkeiten individuellen Lernens erweitert werden. Die Schüler sollen dabei Erfahrungen in der Handhabung und dem sinnvollen Einsatz von Computern erlernen, um somit auch eine Basiskompetenz für die weiterführenden Schulen zu entwickeln (GN,15.2.2008).

Zum 1.8.2008 will die Grundschule Bookholt mit der Ganztagsschule starten, an der zunächst 22 Schüler teilnehmen. Vorläufer waren ab 2001 eine Hausaufgabenbetreuung und seit 2004 eine Ganztagsbetreuung nach dem „Modellprojekt Bookholt“. Hierbei haben sich Mitglieder des Fördervereins ehrenamtlich durch Übernahme von Verwaltungsarbeiten und die Einwerbung von Sponsorengeldern aktiv beteiligt. Die Schule benötigt noch einen Raum zum Essen für die Kinder. Der Elternbeitrag beträgt 3,50 €, was sich benachteiligte Familien jedoch nicht leisten können (GN, 2.5.2008).

Die Schule ist mit 13 Computer- Arbeitsplätzen, in jedem Raum mit zwei bis drei, ausgerüstet worden. Die Arbeitsplätze bestehen lediglich aus Bildschirm, Tastatur, Maus und einer kleinen Rechnereinheit, die mit dem zentralen Rechner der Schule verbunden ist. Nach Angaben der Stadt, die die Einrichtung bezahlt, soll diese Lösung als Standard an allen Nordhorner Schulen nach und nach eingeführt werden (GN, 17.10.2008).

2009 - Ihren Unmut zur aktuell diskutierten Schließung der Grundschule Bookholt und ihre Umwandlung in eine Montessorischule bringen etwa 200 Schüler und ihre Eltern lautstark zum Ausdruck, die in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt - begleitet von acht schweren Traktoren - zum Rathaus ziehen und eine Unterschriftenliste dem Bürgermeister übergeben (GN, 19. und 20.6.2009).

Unabhängig von den Projekten im Rahmen des Konjunkturpaketes II investiert die Stadt auf eigene Kosten in größere Baumaßnahmen in Schulen. Diese Kosten belaufen sich auf rund 950 000 Euro aus dem städtischen Haushalt. Davon wird die Flurdecke an der Grundschule Bookholt erneuert (GN, 28.7.2009).

2010 - Wiedersehen
50 Jahre nach der Einschulung im Jahr 1960
an der Volksschule Bookholt treffen sich die ehemaligen Schüler zu einem ersten Wiedersehen, an dem auch die damalige Lehrerin Frau Fierdag teilnimmt (GN, 31.1.2010).

36 Schüler aus sechs Nordhorner Grundschulen ermittelten die besten Schachspieler ihrer Klassen. In allen Gruppen wurden fünf Partien absolviert. Klassensieger wurden
in Klasse 1: Julian Plascher, GS Südblanke
in Klasse 2: Sven ter Stal, GS Marienschule
in Klasse 3: Steffen Pieper, GS Südblanke
in Klasse 4: Jonas Nykamp, GS Bookholt
Den Pokal der besten Schule erhielt die GS Bookholt (GN, 12.5.2010).

Sponsorenlauf
Der Erlös aus dem diesjährigen Sponsorenlauf ist für die Ausgestaltung der Spielgeräte für die Bewegungspausen, zum Teil für ein Kinderheim in Haiti vorgesehen (GN, 7.6.2010).

Schulschachmeisterschaften
Seit 22 Jahren treffen sich Viererteams aus Grafschafter Grundschulen bei den Schulschachmeisterschaften. Diesmal dominierte im Turnier der Klassen 3/4 die Grundschule Südblanke, der Klassen 1/2 die Grundschule Bookholt (GN, 26.6.2010).

"Sportfreundliche Schule"
Die Grundschule Bookholt wird als "Sportfreundliche Schule" ausgezeichnet. Schulrätin Beate Pophanken und der Fachberater für den Schulsport Rainer Voigt überreichen der Schule in einer kleinen Feierstunde in der Turnhalle Urkunde und Tafel. "Vor allem wegen der Seele ist es wichtig, den Körper zu üben" zitiert Schulleiterin Johanna Stiepel bei ihrer Ansprache den französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau. Für Johanne Stiepel ist klar: "Lerner braucht Bewegung" (GN, 9.10.2010).

Reiten
Sechs Mädchen im Alter von sieben bis neun Jahre von der Grundschule Bookholt besuchen eine ganz besondere Arbeitsgemeinschaft. Jeden Mittwoch turnen sie beim Reitverein Nordhorn auf einem Pferd - damit sind sie Norhorns einzige Voltigier-AG (GN, 14.12.2010, mit Bildern).

2011 - Low-T-Ball
Viel Spaß hatten die Jungen und Mädchen der Schule bei einem Low-T-Ball-Turnier. Das Spiel ist ein Rückschlagspiel, das altersunabhängig, ohne Vorkenntnise, miteinander und gegeneinander, nach vorgegebenen Regeln und nach eigenen Spielformen gespielt werden kann. Das Spiel ist eine Möglichkeit, ohne Vorkenntnisse die ersten Kontakte mit dem Tennisspielen zu bekommen. Beim Love-T-Ball ist das Spielfeld durch Einfassungen aus Holz begrenzt, der Ball bleibt so viel länger im Spiel.
Gespielt wird mit weichen, luftgefüllten und leichten Plastikbällen, deren Größe nicht vorgegeben ist und die wahlweise größer oder kleiner sein können. Diese werden nicht über ein Netz, sondern über eine höhenverstellbare Querverbindung gespielt. Dadurch stellen sich nicht nur bei den Kleinsten ganz schnell Erfolgserlebnisse und Freude am Spiel mit dem "Tennisschläger" ein.
Die Ersten in den einzelnen Klassen: Klasse 1 Mädchen: Leni Grüppen, Jungen: Paul Richterink; Klasse 2 Mädchen: Sontje Evers, Jungen: Marwin Wever; Klasse 3 Mädchen: Lara Weverschen, Jungen: Jaron Legtenborg; Klasse 4 Mädchen: Maria Segbers, Jungen: Henrik Spekkers. (SZ, 13.11.2011)

2012 - Schach-Unterbezirksfinale Emsland/Grafschaft Bentheim
Hoch her ging es beim Schach-Unterbezirksfinale Emsland/Grafschaft Bentheim der Schulmannschaftswettbewerbe. Letzlich ging es nicht nur um Titel, Pokale und Urkunden, sondern auch um die begehrten Fahrkarten zum Weser-Ems-Finale, das im Februar in Schortens ausgetragen wird. Der Sieg bei den Grundschülern ging ins Emsland an die Kirchschule Papenburg. Einen sehr guten zweiten Platz belegte die Grundschule Bookholt, die sich nur der Siegermannschaft geschlagen geben musste. Ein besonderer Dank ging abschließend an den Förderverein der Grundschule Bookholt, der sich um das leibliche Wohl der Kinder und Betreuer sorgte. (GN, 1.2.2012)

Noch einmal Schulschach
Über 100 schachbegeisterte Mädchen und Jungen aus Grafschafter Grundschulen sorgten im Gemeindehaus am Markt für aufregende Duelle im Kampf um Dame und König. Seit 24 Jahren treffen sich Viererteams aus Grafschafter Grundschulen am letzten Wochenbeginn vor den Sommerferien und ermitteln ihre Titelträger bei den Erst- und Zweitklässlern bzw. den Dritt- und Viertklässler. In spannenden Begegnungen, die nach dem Schweizer System in in sieben Runden ausgespielt wurden, dominierten die in beiden Altersklassen siegreichen Kinder der Grundschule Bookholt vor der Marienschule und der Grundschule Südblanke. (GN, 24.7.2012)

Quellen:

  • Schulchronik der Volksschule Bookholt, 1888 - 1966               

  • Schulchronik der Volksschule Bookholt, 2. Teil, ab 1966

  • Hermann Meinders,  Auszüge aus der Schulchronik der Volksschule Bookholt, 1962

  • Protokollaussagen des Kirchenrates Nordhorn, von Gerhard Plasger zur Verfügung gestellt, Daten im Text angegeben,

  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben.