Grafschafter Schulgeschichte

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Grundschule am Roggenkamp
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1952 Neue Bookholter Schule, ab 1975 Grundschule am Roggenkamp

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden durch den Zuzug von Flüchtlingen in die Blanke und in Bookholt umfangreiche Baugebiete, so dass die Zahl der Einwohner sprunghaft von 25.745 im Jahre 1945 auf 38.821 im Jahre 1955 anstieg. Während in der Blanke die Ev. Blankeschule und die Elisabethschule gebaut wurden, wurde auch in Bookholt der Bau einer neuen Schule erforderlich, weil die Altendorfer Schule nicht mehr alle Schüler aufnehmen konnte. 

Die Pläne für den Schulbau am heutigen Roggenkamp - damals war die Straße noch nicht vorhanden, die Anschrift lautete Veldhauser Straße - wurden am 3.8.1950 genehmigt, der erste Spatenstich erfolgte am 17.10.1950 und Richtfest wurde am 10.4.1951 gefeiert. Die Schule wurde mit einem Kostenaufwand von 250 000 DM gebaut. Die Einrichtung erforderte weitere 30000 DM. Die Schule erhielt 8 Klassenräume, je einen Physik- und einen Werkraum, eine Schulküche, zwei Lehrmittelzimmer und eine Duschanlage.

Die Schule sollte zunächst "Calvin-Schule" heißen, was jedoch nicht die Zustimmung des Stadtrates fand.

1952 - Mit Wirkung vom 1.1.1952 werden die Kinder, die die neue Schule besuchen sollen, in einem selbstständigen System zusammengefasst und erhalten zunächst Gastrecht in der Altendorfer Schule. Die Schülerzahl der neuen Schule beträgt 389. Am 2.2.1952 erfolgt die Einweihung der "Neuen Bookholter Schule"; der Unterricht beginnt am 6.2.1952. Schulleiter der Schule wird Cornelius Gemmeker. Die Schulchronik berichtet für die Folgezeit von Entlassungen und Einschulungen, von Ausflügen und Schulfeiern, von Elternratswahlen und sportlichen Leistungen der Schüler.

1953 - Ein Schulwald wird angelegt.

1958 - Seit Errichtung der Schule wird der Sportunterricht auf einem freien Gelände neben der Schule durchgeführt. Deshalb gehört zur Schule auch eine Duschanlage. Im Juni 1958 ist in die Schulchronik eingetragen: "Die Durchführung der Sportstunden wird immer schwieriger. Freies Gelände in der Nähe der Schule gibt es nicht mehr. Seit etwa zwei Jahren wird der Roggenkamp bebaut. Die Schule ist umgeben von sauberen Gärten und schmucken Häusern."

1960 - Neben der Schule wird ein öffentlicher Spielplatz eingerichtet. Auf dem Jahnplatz wird eine Turnhalle gebaut, die von der Schule und der Pestalozzischule genutzt wird.

1962 - Das 9. Schuljahr wird eingeführt.

1969 - Zur "vorläufigen" Behebung der Raumnot werden auf dem Schulhof 4 mobile Klassenräume errichtet. 2002, nach 33 Jahren, werden die Räume noch immer benutzt, obwohl sie sehr stark reparaturbedürftig sind.

1975 - Seit 1970 besuchen die Oberstufenschüler das Schulzentrum Deegfeld, beginnend mit Klasse 5. Ab 1975 besuchen nur noch Grundschüler der Jahrgangsstufen 1 - 4 die Schule. Die Schule wird in "Grundschule am Roggenkamp" umbenannt.

1977 - Die Schule feiert ihr 25-jähriges Bestehen (GN, 11.5.1977). Rektor Cornelius Gemmeker wird nach 25 Jahren vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Er will sich verstärkt um seine politischen Aufgaben kümmern (GN, 15.6.1977). Sein Nachfolger wird Gerhard Jakobs, bisher Konrektor der Ev. Blankeschule, der Anfang August in sein Amt als Hauptlehrer eingeführt wird (GN, 3.8.1977).

1992 - Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Schule findet am 30.5.1992 ein Schulfest zugunsten krebskranker Kinder statt.

1995  - Der Schulhof wird zu einem Naturspielplatz umgestaltet. Nach vorbereitenden Arbeiten durch die örtliche Jägerschaft und Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bauen Eltern und Lehrer einen Waldlehrpfad (GN, 11.9.1995).

1997 - Ein Förderverein wird gegründet, der die Randstundenbetreuung in Zusammenarbeit mit der Grafschafter Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (GBQ) organisiert, die ein Jahr später von der Stadt übernommen wird (GN, 15.9.1977)

2000 - Die Grundschule am Roggenkamp wird "Verlässliche Grundschule".

2001 - Die Schule nimmt am Schulprojekt "Lernen unter einem Dach" teil. Die Schule wird Vizemeister im Nordhorner Fußballturnier.

2002 - Im Schuljahr 2001/02 besuchen 220 Schüler in 11 Klassen die Schule. Es ist zu erwarten, dass die Schule in den nächsten Jahren auf eine Zweizügigkeit absinkt.

2003 - Der Rat der Stadt legt für die Grundschule am Roggenkamp, die Pestalozzischule und die Grundschule Bookholt einen gemeinsamen Schulbezirk fest. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die beiden ersten Schulen langfristig zweizügig und die letztere Schule einzügig geführt werden und somit der Neubau von Klassenräumen vermieden werden kann (GN, 27.11.2002).

2005 - Die Schule erhält einen Anbau mit Räumen für den Schulleiter, das Sekretariat, das Lehrerzimmer und für die Lehrmittelsammlung. Nach den Herbstferien sollen dann die freiwerdenden Räume im alten Teil des Schulgebäudes zu Klassen umgebaut werden. Dann können die Klassen aus dem abgängigen Pavillongebäude dorthin umziehen. Der alte Pavillon wird dann endlich abgerissen. Der Schulhof soll im nächsten Jahr neu gestaltet werden (GN, 24.5.2005). Nach Abschluss letzter Restarbeiten wird der Schulanbau offiziell in einer Feierstunde übergeben. Nach Aussage des Bürgermeisters Hüsemann sollte das Bauvorhaben nicht nur die funktionale Aufteilung des gesamten Schulkomplexes  in Klassen-, Funktions- und Verwaltungsräume verbessern, sondern auch die Energiebilanz der Schule verbessern und das aus Brandschutzgründen geforderte zweite Treppenhaus schaffen (GN, April 2006)

2006 - Als dritte Grundschule in Nordhorn richtet die Grundschule am Roggenkamp ab Februar 2006 ein Betreuungsangebot ein, das neben einem Mittagstisch auch eine Hausaufgabenhilfe sowie eine verlässliche Betreuung bis 14.30 Uhr vorsieht. Das Angebot erfolgt von Montag bis Donnerstag. Die Stadt zahlt einen jährlichen Zuschuss von 3.000 € für die Beschäftigung von pädagogischen Mitarbeitern auf Honorarbasis. Am Mittagstisch für 2 € nehmen 15 bis 20 Kinder teil (GN, 7.2.2006).

2007 - Freiwillige Helfer der Landjugend Nordhorn errichten an der Roggenkampschule einen Spielhügel mit Bolzplatz. Mit Hilfe der Stadt und einer Gartenbaufirma werden damit die Außenanlagen der Schule bereichert (GN, 19.5.2007).
Mit einem großen Schulfest stellt die Schule ihren neuen Schulhof vor. Mit Hilfe der Stadt, der Landjugend und des Fördervereins der Schule als Organisator, der viele Sponsoren finden konnte, wurde der Schulhof neu gestaltet (GN, 15.9.2007).

2009 - Rektor Gehard Jakobs wird zum 1. Februar  in den Ruhestand verabschiedet. Er leitete die Grundschule 32 Jahre lang und galt als kompetenter, verlässlicher und humorvoller Schulleiter. Die Vertreterin der Landesschulbehörde, Frau Hertrampf-Müller, lobte das Wirken des Schulleiters: "Sie können stolz sein auf das, was Sie an Ihrer Schule zusammen mit Eltern, Lehrern und Schülern geschafft haben". Nach Abitur und Wehrdienst studierte der gebürtige Wielener in Göttingen und begann seine berufliche Tätigkeit 1968 an der Evangelischen Blankeschule, wo er 1974 Konrektor der Schule wurde. 1977 wechselte er als Rektor zur Roggenkampschule (GN, 31.1.2009).

Zum 1. August 2009 wollen vier weitere Grundschulen in Nordhorn Offene Ganztagsschulen werden: die Grundschule am Roggenkamp, die Pestalozzischule, die Marienschule und die Grundschule Blumensiedlung. Die Schulen stellen ihre Konzepte im Schulausschuss der Stadt vor.
Die Grundschule am Roggenkamp hat schon einen negativen Bescheid erhalten, da im Antrag eine zusätzliche Lehrerversorgung gefordert wurde. Jetzt startet die Schule einen neuen Versuch, allerdings ohne die eigentlich notwendigen zusätzlichen Lehrerstunden. "Immer mehr Eltern sind auf eine Betreuung ihrer Schulkinder über den Vormittag hinaus auch schon in der Grundschulzeit angewiesen", erklärt der scheidende Rektor Gerhard Jakobs in der Sitzung des Schulausschusses. Nach einer Elternbefragung wollen 74 % der Eltern Betreuungsangebote am Nachmittag in Anspruch nehmen. Diese Angebote sollen überwiegend in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern gemacht werden, wie mit Sportvereinen, der Musikschule und kirchlichen Einichtungen. Die volle Umsetzung der Pläne wird allerdings erst möglich bei einem ausreichenden Personal, d.h. wenn die Schule den Status einer Ganztagsschule mit zusätzlicher Lehrerversorgung erhält (GN, 5.2.2009).

Auszug aus dem Inspektionsbericht:
"In der Grundschule „Am Roggenkamp" in Nordhorn sind sehr gute Rahmenbedingungen für eine gelingende pädagogische Arbeit gegeben. Die überschaubare Schulgröße mit sehr kleinen Lerngruppen ist Grundlage für eine unmittelbare Ansprache, die gute Ausstattung des Schulgebäudes und das vielfältig gestaltete Schulgelände prägen den besonderen Lebensraum an der Schule. Durch den starken Einsatz aller an der Schule Beteiligten wurden in den letzten Jahren laufend Umbaumaßnahmen im Schulgebäude und auf dem Außengelände durchgeführt.
Innerhalb dieser äußerlichen Rahmenbedingungen hat sich ein sehr positives und lernwirksames Klima an der Schule entwickelt, dass alle Interviewpartner sehr wertschätzend aus der jeweiligen Sicht zum Ausdruck gebracht haben. In diesem Zusammenhang wird auch ein hoher Grad von Verlässlichkeit im Handeln der verschiedenen Gruppen hervorgehoben.
Die Schulregeln und deren wirksame Umsetzung bilden ferner die Voraussetzung für einen sehr geordneten Ablauf des Schulgeschehens, einen sehr freundlichen und respektvollen Umgang und schaffen somit die Grundlage zum erfolgreichen Lernen in einer Gemeinschaft.
Durch vielfältige Aktivitäten und Kooperationen ist die Schule in ihrem Umfeld fest verankert. Es wird ein intensives, rhythmisiertes Schulleben umgesetzt. Ein sehr engagierter Förderverein und eine aktive und kooperative Elternschaft unterstützen die Schule.
Der Schulleiter genießt eine hohe Akzeptanz und Respekt bei allen an der Schule beteiligten Gruppierungen. Dabei stützt er sich auf ein engagiertes, motiviertes, sich gegenseitig unterstützendes Kollegium unter Einbeziehung aller anderen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Der Unterricht an der Grundschule „Am Roggenkamp" bildet ein solides Fundament. Er ist zielorientiert, strukturiert und in ein sehr lernwirksames pädagogisches Klima eingebettet. Er weist allerdings Verbesserungspotenziale in der Förderung von selbstständigen Lernprozessen auf…
Die vorhandenen Stärken, die die Grundschule „Am Roggenkamp" aufweist, sind gute Grundlagen, den eingeschlagenen Weg zu guter Schul- und Unterrichtsqualität zu präzisieren und weiter fortzusetzen."

2010 - Zirkus
Unter das Motto "Kannst du nicht war gestern - heute ist Zirkus" hatte die Schule ihr Zirkusprojekt "ZappZarap" gestellt. Statt Mathematik und Deutsch standen zwei Trainingstage mit Zaubern, Artistik, Jonglieren, Akrobatik und Clownerie auf dem Stundenplan. Der Lohn der Mühe waren zwei erfolgreiche Vorstellungen vor 350 Kindern aus Kindergärten und Grundschulen sowie Eltern, Großeltern und Geschwistern, die reichlich Beifall spendeten. (GN, 8. und 18.5.2010)

2011 - "Bio-Schulgarten-Projekt"
Als gemeinsames "Bio-Schulgarten-Projekt" der Astrid-Lindgren-Schule und der Grundschulen am Roggenkamp und Pestalozzischule entsteht ein neuer Schulgarten an der Pestalozzistrasse, das von Förderschullehrer Klaus Salbeck betreut wird. Die Grafschafter Sparkassenstiftung  fördert das gemeinsame Schulprojekt mit 7000 Euro. Der Schulgarten soll die Schüler für die Vielfalt und Eigenart der Natur begeistern und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt fördern, betont der Stiftungsratsvorsitzende der Grafschafter Sparkassenstiftung, Hubert Winter. (GW, 6.4.; GN., 8.4. und SZ,10.4.2011)

2012 - Wiedersehen nach 60 Jahren
60 Jahe nach ihrer Schulentlassung trafen sich 37 ehemalige Schüler der "Neuen Bookholter Schule"  (heute: Roggenkampschule) wieder. Anfang der 50er Jahre hatte es an der Altendorfer Schule die Klassen A, B und C gegeben, die zu Beginn des Jahres 1952 aufgeteilt wurden. Eine Hälfte blieb in der Altendorfer Schule, die andere Hälfte wechselte mit dem Klassenlehrer und Schulleiter, dem späteren Bürgermeister Cornelius Gemmeker zur neu gebauten Bookholter Schule am Roggenkamp. Am 8. März 1952 wurden die Schüler dann in das Berufsleben entlassen. Treffen gab es 1977 (nach 25 Jahren), 1992 (nach 40 Jahren), 1997, 2002 und 2007. Die Zahl der Teilnehmer reduzierte sich von 60 (nach 25 Jahren) auf jetzt 37 ehemalige Mitschüler. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Besichtigung des NINO-Kompetenzzentrums und der Besuch der dortigen Modeausstellung. Die anschließende Feier fand im Turnerheim mit einem Sektempfang und einem kalt-warmen Buffet in gemütlicher Runde statt. (GN, 7.4.2012)

Gemüse aus dem eigenen Schulgarten
Das eigene Gemüse zu essen, ist schon etwas Besonderes. Das dies aber auch viel Arbeit bedeutet, haben die Mädchen und Jungen schnell gemerkt. Seit Sommer 2011 haben die Kinder der Grundschule am Roggenkamp, der Grundschule Pestalozzischule und der Förderschule Astrid-Lindgren-Schule ihren eigenen Garten. Fleißig haben die Schüler Beete angelegt, gepflanzt und gegossen. Das Besondere an ihrem Schulgarten ist, dass alles "bio" ist. "Wir arbeiten ohne Gift und Kunstdünger", erklärt AG-Leiter Klaus Salbeck. Stattdessen verteilen Lea und ihre Kameraden zum Beispiel Grasschnitt auf den Sträucherbeeten. Anderthalb Stunden werkeln die Mädchen und Jungen jeden Dienstagnachmittag in ihrem Garten. Am Ende jeder AG gibt es Kleinigkeiten aus den selbst bearbeiteten Beeten. Dann lassen es sich die Schüler schmecken und beißen herzhaft in Karotten und Co. An diesem Tag stehen sogar essbare Blumen auf dem Speiseplan. (GN, 29.5.2012)

60 Jahre Grundschule am Roggenkamp
Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens veranstaltet die GS am Roggenkamp ein großes Schulfest mit vielen Attraktionen.  Die Veranstaltung beginnt mit einem Sponsorenlauf (für "Ein Haus für Kinder in Ghana"). Anschließend können die Besucher ihre Geschicklichkeit bei verschiedenen Spielständen unter Beweis stellen. Neben Torwandschießen, Kletterwand, Kinderschminken, Hüpfburg gibt es u.a. zwei Theatervorführungen. Außerdem informieren verschiedene Foto- und Filmbeiträge über das Schulleben. Mit der Gewinnziehung der großen Tombola geht das Fest zu Ende. Für das leibliche Wohl ist mit einem Getränkestand sowie Kaffee und Kuchen gesorgt. (GN, 22.6.2012)

Quellen:

  • 50 Jahre Neue Bookholter Schule/ Schule am Roggenkamp, 2002

  •  Zeitungsartikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben