Grafschafter Schulgeschichte

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Gymnasium Nordhorn
5. Aus der Amtszeit von Oberstudiendirektor Lebrecht Forke 1993 bis 2003

1993 - Oberstudiendirektor Karl-Ludwig Galle tritt am 31.1.1993 in den Ruhestand. Die kommissarische Leitung der Schule übernimmt Studiendirektor Lebrecht Forke, der am 17.3.1995 zum Oberstudiendirektor ernannt wird (GN, 18.3.1995).

1996 - Es wird ein "Förderkreis des Gymnasiums Nordhorn e.V." gegründet. Er unterstützt die Arbeit und die Interessen der Schule gegenüber dem Schulträger und in der Öffentlichkeit sowie die Elternarbeit und fördert die Schüleraktivitäten.

1997 - Das Gymnasium erhält ab September 1997 eine Cafeteria, die von einem Verein aus 15 Eltern, 15 Lehrern und 40 Schülern bewirtschaftet wird, außerdem 4 Klassenräume. Auf dem Flachdach werden eine Photovoltaik-Anlage und eine thermische Solaranlage zur Energieerzeugung und für Unterrichtszwecke aufgebaut (GN, 27.9.1997).

Nach dem Besuch von Lehrern in der Partnerstadt Malbork (früher: Marienburg) und Kontaktaufnahme zu den beiden dortigen Gymnasien beginnt 1997 der Austausch von Schülergruppen und hat sich seitdem mit interessanten Projekten gut entwickelt.

In den letzten Tagen des Schuljahres 1996/97 wird ein "Sport- und Spieletag" durchgeführt, an dem unter dem Motto "Ein Brunnen für Benin" für sportliche Leistungen Spenden von privaten Sponsoren eingeworben werden. Die Spendensumme beträgt 34868 DM. Der Organisator Leo Engelhardt wird "Bürger des Jahres 1997". Einen ähnlichen Erfolg erzielt die Aktion "Eine Schule im Kosovo"  zwei Jahre später.

2000 - Das Gymnasium Nordhorn feiert sein 75-jähriges Jubiläum. In einer umfangreichen Festschrift stellt Oberstudienrat i. R. Winfried Zander, der seit 1964 an der Schule tätig war, die Geschichte des Gymnasiums Nordhorn ausführlich dar. Außerdem findet eine Ausstellung im Stadtmuseum Povelturm statt (GN, 2.12.1999; 17.6.2000; 1.7.2000).

2001 - Die Schulträgerschaft des Gymnasiums geht von der Stadt Nordhorn auf ihren Antrag auf den Landkreis Grafschaft Bentheim über.

2002 - Die Schule beteiligt sich an einem Modellversuch zur Förderung Hochbegabter, an dem außerdem die Waldschule, die Grundschule Blumensiedlung und die Freiherr-vom-Stein-Orientierungsstufe beteiligt sind. Ziel des Nordhorner Förderkonzeptes ist es, "besonders begabte Schüler und Schülerinnen zu erkennen, sensibel für diese Kinder zu werden und diese durchgängig von der Vorschule über die Grundschule und die OS bis hin zu weiterführenden Schulen zu begleiten, angemessen zu fördern und damit ihre Schullaufbahn zu sichern und zu optimieren" (GN, 19.6.2002).

Zum Schuljahrsbeginn 2002/03 wird ein neues Schulgebäude an der Ecke Stadtring/Promenadenweg mit 12 Klassenräumen der Schule zur Nutzung übergeben. Im Erdgeschoss befindet sich eine Schulbibliothek. Außerdem sind zwei weitere Klassenräume im Altbau ausgebaut worden. Zusätzlich ist ein Computerraum entstanden, der mit Mitteln der Sparkassenstiftung und des Landkreises mit 16 Computern ausgestattet wird (GN, 7.1.2002; 10.8.2002; 20.8.2002; 28.8.2002)

Das Gymnasium erhält vom Land Niedersachsen den Zusatz "Europaschule" verliehen. Damit würdigt das Land die vielfältigen internationalen Aktivitäten und Projekte der Schule, die schon Mitte der 50er Jahre begannen. Seit dieser Zeit bestehen Kontakte zu Schulen in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Polen mit zahlreichen Schüleraustauschfahrten. Außerdem werden regelmäßig Studien- und Begegnungsfahrten ins europäische Ausland veranstaltet. Das Gymnasium unterstützt internationale Veranstaltungen der Stadt Nordhorn und des Landkreises und nimmt seit Jahren am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teil. Neben Englisch, Französisch und Latein wird auch Niederländisch angeboten. Seit Frühjahr gibt es auch eine Arbeitsgemeinschaft Russisch, und über die Ausweitung des Angebots auf Spanisch wird nachgedacht (GN, 27.9.2002).

2003 - Der Leiter des Nordhorner Gymnasiums, Lebrecht Forke, widerspricht dem Ergebnis der Pisa-Untersuchung, dass das deutsche Gymnasium nur Mittelmaß sei. Er warnt vor unzulässigen Verallgemeinerungen. Ein Gymnasium müsse seinen Erfolg auch an der Studierfähigkeit seiner Absolventen messen. In dieser Hinsicht gebe es von zahlreichen ehemaligen Schülern eine positive Rückmeldung.

In den für alle Jahrgangsstufen in Niedersachsen verbindlichen gleichen Bildungsstandards sieht Herr Forke kein Allheilmittel. So gehe in Fächern wie Politik und Geschichte die Chance verloren, aktuelle lokale oder regionale Themen in der Oberstufe im Unterricht zu behandeln, weil sie dann nicht mehr in den Abiturprüfungen vorkommen könnten, da die Themen zentral vorgegeben würden. Die Schüler müssten "wieder die Tatsache entdecken, dass ihr Hauptaufgabenfeld die Schule ist". Angesichts von Nebenbeschäftigungen von immer mehr Schülern hätten diese sehr viel weniger Zeit für die Schule (GN, 6.3.2003).

Die Schülervertretung des Gymnasiums hat eine Demonstration gegen den Irak-Krieg vorbereitet. Über 1500 Schüler aus der Grafschaft ziehen in einem friedlichen Marsch durch die Kreisstadt und skandieren "Stoppt den Krieg!" (GN, 2.4.2003).

Am Bundeswettbewerb Fremdsprachen sind auch Schüler des Gymnasiums erfolgreich. Im Gruppenwettbewerb erringt die Klasse 7 B einen Landespreis für ein englisches Hörspiel mit dem Titel "The Curse of the Witch". Im Einzelwettbewerb erhalten 4 Schülerinnen und ein Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 Preise für gute Leistungen in Niederländisch (GN, 7.6.2003).  

Drei Nordhorner Gymnasiasten erzielen im Europäischen Mathematik-Wettbewerb "Känguru", an dem 219 000 Jugendliche europaweit teilnehmen, beachtliche Leistungen (GN, 21.6.2003).

Oberstudiendirektor Lebrecht Forke wird am 7. Juli 2003 in den Ruhestand verabschiedet. Er kam 1968 als Studienassessor an die Schule, wurde 1993 kommissarischer und 1995 offizieller Schulleiter und Oberstudiendirektor. Der Oberkreisdirektor nennt ihn "eine profilierte Schulleiterpersönlichkeit, die dem Gymnasium einen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat"  (GN, 8.7.2003).

Nachfolgerin von Herrn Forke wird Studiendirektorin Monika Woltmann , die schon seit 1996 Ständige Vertreterin des Schulleiters ist.

Die Fortsetzung finden Sie unter: 6. Aus der Amtszeit von Oberstudiendirektorin Monika Woltmann ab 2003

Quellen:

  • Winfried Zander, Geschichte des Gymnasiums Nordhorn 1925 - 2000.In: Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des Gymnasiums Nordhorn, Nordhorn 2000

  • Mitteilungen der Schulleitung und des Elternrates, 2005, 2006, 2007

  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben