Grafschafter Schulgeschichte

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Anne-Frank-Schule
- 1937 Hilfsschule, 1958 Sonderschule für  Lernbehinderte; 1999 Förderschule für Lernhilfe

1937 - 1940 - Auf Anordnung des Schulrates Schweer im Frühjahr 1937 melden die Schulen des Schulverbandes Nordhorn hilfsschulbedürftige Schüler. Aufgrund der Ergebnisse der Überprüfung werden 21 Schüler in eine Hilfsschulklasse eingewiesen. Unterrichtsbeginn ist am 22.6.1937 in der Wasserturmschule. Den Unterricht übernimmt der Hilfsschullehrer Gustav Richter, der 1926 die Hilfsschullehrerprüfung abgelegt hatte und seit 1932 Lehrer an der Marienschule war. Nach den Sommerferien 1938 wird die Hilfsschulklasse dann in einer Baracke gegenüber der damaligen Waldschule (heute: Fr.-vom-Stein-OS) untergebracht. 1939 steigt die Schülerzahl auf 39 Schüler. Im Februar 1940 muss sie jedoch aufgelöst werden, weil der Lehrer Richter zum Wehrdienst eingezogen wird.

1949 - Nach einem Erlass des Niedersächsischen Kultusministers vom 2.2.1949 soll an allen Schulorten mit mehr als 800 Schulkindern eine Hilfsschule oder Hilfsschulklassen eingerichtet werden. In Nordhorn können Ostern 1949 vier Hilfsschulklassen mit 151 Schülern gebildet werden, die getrennt nach Konfessionen in der Altendorfer Schule (Lehrerin Crispin, 40 Schüler), der Burgschule (HiL Brieske, 32 Schüler), der Frensdorfer Schule (HiL Ruwe, 44 Schüler) und der Marienschule (HiL Richter, 35 Schüler) untergebracht werden. Unterrichtsbeginn ist der 26. April 1949. Im Unterricht werden hauptsächlich Kulturtechniken und Sachkunde vermittelt, Musisches und Sport kommen zu kurz. Es besteht ein Mangel an Lehr- und Lernmitteln und an Schulbüchern. Ab Herbst 1949 nehmen die Nordhorner Hilfsschullehrer regelmäßig an den heilpädagogischen Tagungen in Osnabrück teil. Sie werden Mitglied im Verband deutscher Hilfsschulen.

1950 - Frau Crispin bemüht sich im Alleingang - ohne Wissen der Kollegen - bei kirchlichen Stellen und bei dem Fabrikanten Niehues um Unterstützung betr. Raum- und Gebäudebeschaffung. Sie schrieb u.a. in die Chronik:

"Anläßlich der goldenen Hochzeit des Fabrikherrn Bernhard Niehues wagte die Lehrerin der Altendorfer Hilfsschulklassen folgenden Bittbrief:
                                                                                                  Nordhorn, d. 26.9.50
Sehr geehrter Herr Niehues!
Bei den Feierlichkeiten anläßlich Ihrer Goldenen Hochzeit hörte ich viel von den liebevoll bedachten hochherzigen Spenden, die Sie großzügig für gemeinnützige Zwecke gegeben haben, da kam mir der Gedanke, Ihre Aufmerksamkeit auf eine besondere Gruppe unserer Schulkinder zu lenken, auf die gehemmten, zum Teil durch ihr Schicksal so schwer benachteiligten Kinder der Hilfsschulklassen Nordhorns, die leider noch kein eigenes Schulhaus haben, wie es für sie im Interesse einer wahrhaft fördernden Betreuung und Erziehung notwendig ist, sondern getrennt in 4 x 2 Klassen als Anhängsel 4 großer Schulsysteme ein sehr stiefmütterliches Dasein führen. Es sind in der Mehrzahl Kinder von Fabrikarbeitern in elenden Verhältnissen, und diese Kinder gilt es dahin zu bringen, daß sie einmal selbst ihren bescheidenen Lebensunterhalt erwerben können und nicht der Allgemeinheit zur Last sein müssen. Ich wage hiermit die große Bitte auszusprechen, durch eine besondere Spende den Bau einer Hilfsschule ermöglichen zu wollen. Verzeihen Sie mir bitte, daß ich Sie so anzubetteln wage! Die Not dieser Kinderseelen ist so groß, daß ich mir den Mut dazu nahm. Ich bin natürlich gern bereit, Ihnen im Interesse dieser Angelegenheit im gewünschten Falle Rede zu stehen.

Nehmen Sie meine besten Wünsche zur Goldenen Hochzeit für Ihre ganze Familie und Sie selbst mit all den dankbaren Wünschen der Sie hoch Schätzenden dahin, sehr geehrter Herr Niehues!

Ich bin mit vorzüglicher Hochachtung
Ihre Elisabeth Crispin
Lehrerin der Hilfsschulklassen Altendorf,
Stadtring 41  III"

Die Bemühungen der Lehrerin bei den verschiedenen Stellen blieben erfolglos.

1952 - Aus den vier Hilfsschulklassen werden zwei selbstständige Hilfsschulen gebildet:
- die "Hilfsschule West" mit den Standorten Marienschule und Frensdorfer Schule (4 Klassen, 4 Lehrer, 88 Schüler, Leiter: Herr Richter)
- die "Hilfsschule Ost" mit den Standorten Altendorfer Schule und Burgschule (3 Klassen, 3 Lehrer, 60 Schüler, Leiter: Herr Ruwe)
Es tritt kein wesentlicher Fortschritt ein: Die Schüler bleiben weiterhin nach den beiden Konfessionen getrennt, statt eine Gliederung nach Jahrgängen einzuführen. Es besteht weiterhin Raumnot. Die Schulen haben keine Werk- , Gruppen- und Sporträume.

Nach damaliger Aussage mangelt es bei den zuständigen Stellen zumindest an einem gemeinsamen Willen, die Raum- und Gebäudefrage sowie die leidige konfessionelle Frage zu lösen. Auch die Lehrerschaft der beiden Schulen zieht nicht an einem Strang.

1958 - Von 1952 bis 1958 sinkt die Schülerzahl von 148 auf 112 Schüler, die Zahl der Lehrer von 7 auf 5.
Am 30.9.1958 tritt der Schulleiter der Hilfsschule West, Hauptlehrer Richter in den Ruhestand. Wegen Lehrermangels unterrichtet er jedoch nebenamtlich mit halber Stundenzahl weiter.

Auf Anordnung des Schulrates Kollmann werden die beiden Schulen danach im Herbst 1958 zusammengelegt. Seine Informationen an die Vertreter der Konfessionen sowie in Elternzusammenkünften bewirken, dass Verständnis für die Maßnahme aufgebracht wird. Gleich am ersten Tage kann der Leiter der neuen Schule, Hauptlehrer Ruwe, melden, dass alle Schüler sich in der Frensdorfer und in der Marienschule, so wie sie bestellt waren, eingefunden haben.

Der Unterricht wird nicht mehr getrennt nach Konfessionen, sondern nach Schuljahrgängen getrennt, erteilt. Der Sitz des Schulleiters wird die Marienschule. Er darf das Konrektorzimmer mit benutzen. Hier stehen 3 Behelfsklassenräume und ein kleiner Lehrmittelraum, in der Frensdorfer Schule zwei Klassenräume für die 5 Klassen mit 112 Schülern zur Verfügung. Sie werden von 4 vollen und einer halben Lehrkraft (Herr Richter) unterrichtet. Ab 1958 erhält die Hilfsschule in Niedersachsen offiziell die Bezeichnung "Sonderschule".

1961 - Das Lehrerkollegium hatte schon 1959 bei der Stadt Nordhorn beantragt, der Sonderschule ein eigenes Gebäude zur Verfügung zu stellen. Aber erst im August 1961 wird in einer Ratssitzung darüber gesprochen. Die Stadt hat vor, die Gebäudefrage der Sonderschule erst nach dem Neubau der Berufsschule zu lösen. Der Schulleiter Ruwe weist auf die Gefahr hin, dass die Sonderschule sich nachteilig entwickeln könne
- zum Schaden der Kinder, die einer Sonderausbildung bedürfen
- zur Belastung der Volksschulen
- zum Nachteil der öffentlichen Hand

Hauptlehrer Ruwe erklärt: "Kinder, die in einer für sie nicht geeigneten Schule in acht langen Jahren täglich in drei bis fünf Stunden erleben, dass sie weniger leistungsbereit sein können zu schulischer Leistung als 30 bis 40 Mitschüler und die acht lange Jahre mehr oder weniger offen unter Nichtrespektierung seitens ihrer Altersgenossen leiden, müssen seelisch unfreie und charakterlich fehlgeleitete Jugendliche werden" (GN, 12.8.1961).

1962 - Die Schule hat 150 Schüler, die in 7 Klassen unterrichtet werden. Es stehen jedoch nur 6 Klassenräume zur Verfügung - ein Raum kommt in der Marienschule hinzu. Es mangelt weiter an Werk- und Sporträumen, Gruppen- und Nebenräumen. Musisches und körperliche Ertüchtigung kommen zu kurz. Auf einen Lehrer kommen 34 Schüler.

1965 - Am 1.4.1965 übernimmt Hans Hey, die Leitung der Sonderschule. Herr Hey legte 1952 sein Lehrerexamen an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg ab und war vorher Konrektor an der Sonderschule in Verden. Er wird Nachfolger von Herrn Ruwe, der seit 1949  in Nordhorn Sonderschüler unterrichtete, ab 1952 die Sonderschule Ost und ab 1958 die Sonderschule Nordhorn leitete. 

Die Stadt hat die Absicht, die Sonderschule im alten Mittelschulgebäude auf der Alten Maate unterzubringen. In einem Gutachten hierzu kommt Prof. Dr. Schomburg, der Leiter des Heilpädagogischen Instituts Hannover, zu dem Ergebnis, dass der erforderliche heilpädagogische Unterricht nur in einem entsprechend gestalteten Neubau erfolgreich durchgeführt werden kann. Bei einer voraussichtlichen Schülerzahl von 200 (5 % von 40000 Einwohnern) werden 10 bis 12 Klassenräume und eine Vielzahl von Nebenräumen benötigt (GN, 8.9.1965). Auch die Schulräte Thielke und Kollmann setzen sich für den Neubau einer Sonderschule ein (Thielke: GN, 21.8.1964; Kollmann: GN, 4.12.1965).

1966 - Der Rat der Stadt beschließt, dass die Sonderschulfrage endgültig nur durch einen Neubau gelöst werden kann. Der Verwaltungsausschuss wird beauftragt, die Verwirklichung und Finanzierung des Vorhabens zu prüfen und dem Rat entsprechende Empfehlungen vorzulegen (GN und GT, 25. 2. 1966).
Seit Schuljahresbeginn findet der Sonderschulunterricht für zwei Klassen im Gemeindesaal der reformierten Kirche an der Friedrich-Ebert-Straße statt (GN, Mai 1966).

Ein 14-jähriger Sonderschüler rettet einen 16-jährigen Jugendlichen vor dem Ertrinken aus dem Nordhorn-Almelo-Kanal, als dieser den Kanal durchschwimmen wollte (GN, 11.5.1966).

1967 - Die Sonderschule zieht in das alte Schulgebäude der Mittelschule auf der Alten Maate um, das jedoch schon wieder zu klein ist. Vor allem fehlen die erforderlichen Spezialräume (GT, 7.7.1967).

Der erste Nordhorner Sonderschullehrer, der Sonderschulhauptlehrer i. R. Gustav Richter, der 1937 seine Arbeit in einer Sonderschulklasse begann, 1958 offiziell pensioniert wurde und 9 Jahre noch weiter mit halber Stundenzahl an der Sonderschule unterrichtete, wird von Schulrat Kollmann endgültig in den Ruhestand verabschiedet (GT, 14.9.1967).

1973 - Am 31.10.1973 wird an der von-Behring-Straße die neue Anne-Frank-Schule eingeweiht. Das Schulgebäude entspricht den Anforderungen, die für einen erfolgreichen sonderpädagogischen Unterricht Voraussetzung sind.

Das Bild zeigt den Eingangsbereich der neuen Anne-Frank-Schule. - Bild: H. Ragnitz

1978 - Die Anne-Frank-Schule führt einen "Tag der offenen Tür" durch und bietet zahlreiche Schülerarbeiten zum Verkauf an. Dadurch bemühen sich der "Verein zur gemeinnützigen Förderung der Sonderschüler e.V." in Nordhorn und die Anne-Frank-Schule, die in der Öffentlichkeit vielfach vorhandenen negativen Urteile gegenüber lernbehinderten Kindern abzubauen (GN,22.6.1978).

Prof. Dr. Ernst Westphal, Universität Oldenburg, spricht zur Eröffnung über das Thema: "Lernbehinderung - eine Herausforderung öffentlicher und privater Verantwortlichkeit" (GN, 26.6.1978).

1980 - Das "Berufsvorbereitungsjahr" (BVJ), das ab 1980 an den Berufsbildenden Schulen durchgeführt wird, gibt den Sonderschülern laut Grafschafter Nachrichten eine gute Chance, auf diesem Wege den Grundstein für eine berufliche Ausbildung zu legen. Nach dem Besuch des BVJ sind die Chancen wesentlich größer, das Berufsbildungsjahr erfolgreich abzuschließen und eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden (GN, 25.10.1978).

1987 - Ein neuer Erlass regelt den Einsatz von Sonderschullehrern an Grundschulen mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Schulkindern zu erkennen und durch entsprechende Fördermaßnahmen zu mildern oder ganz zu beheben (GN, 22.6.1987).

1989 - Nach 24 Jahren in Nordhorn wird der Sonderschulrektor Hans Hey mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet (GN, 20.7.1989).

Herr Hans Hey wurde am 1.4.1965 Schulleiter der damaligen Sonderschule Nordhorn, an der er erfolgreiche Arbeit leistete. 1967 zieht die Schule in das alte Schulgebäude der Mittelschule auf der Alten Maate um, das jedoch zu klein ist und keine Spezialräume besitzt. Durch seinen Einsatz wird das Schulgebäude an der van-Behring-Straße errichtet, das alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen sonderpädagogischen Unterricht besitzt. 1973 kann das Gebäude bezogen werden. Die Schule erhält den Namen "Anne-Frank-Schule".
Neben dem Aufbau und der inhaltlichen Gestaltung der Schule ist Herr Hey auch kommunalpolitisch aktiv. Von 1968 bis 1991 war er Mitglied des Rates der Stadt Nordhorn, von 1972 bis 1991 im Verwaltungsausschuss der Stadt. Von 1972 bis 1974 und von 1986 bis 1991 war er Stellvertretender Bürgermeister.  Anschließend wurde er  zum Ehrenbeigeordneten der Stadt ernannt.
Herr Hey gehörte von 1976 bis 1991 dem Kreistag des Landkreises Grafschaft Bentheim an und war Mitglied zahlreicher Kreistagsausschüsse. Er bekleidete ab 1968 viele kirchliche Ehrenämter und war viele Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes der ev.-luth. Kreuzkirchengemeinde und der Synode der Ev. luth. Landeskirche. Er gehörte dem Kuratorium des Klosters Frenswegen an. Herr Hey ist Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland und Träger des Ehrenringes der Stadt Nordhorn. Herr Hans Hey stirbt am 25. Dezember 2009.

Sein Nachfolger wird der bisherige Konrektor der Schule, Ludwig Hofmann, der im November 1989 zum Sonderschulrektor ernannt und in sein neues Amt eingeführt wird (GN, 28.11.1989).

1994 - Im Schuljahr 1993/94 hat die Schule 130 Schüler in 14 Klassen. Es stehen 16 Klassenräume, 9 Fachräume und eine dreiteilige Turnhalle zur Verfügung.

1998 - Durch die Initiative "PC in die Schulen" der Grafschafter Sparkassenstiftung erhalten fünf Schulen einen Klassensatz mit je 11 neuen Computern. Ziel der Aktion ist es, die Schüler besser auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten, wo Computeranwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. An der Anne-Frank-Schule sollen nach der Einrichtung eines neuen Computerraumes Fortbildungen für Lehrer angeboten werden. (GN,22.7.1998).

1999 - Gemeinsam mit der Burgschule in Neuenhaus beantragt die Anne-Frank-Schule die Teilnahme am sonderpädagogischen Projekt "Lernen unter einem Dach". In diesem Schulversuch werden teilnehmende Grundschulen mit einem festen Kontingent an Förderschullehrerstunden versorgt. Im Rahmen dieser "Sonderpädagogischen Grundversorgung" sollen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der zuständigen Grundschule bleiben und hier sonderpädagogisch gefördert werden. Eine Umschulung an die Förderschule soll erst nach der Grundschulzeit erfolgen. Teilnehmende Grundschulen sind: Grundschule Blumensiedlung, Grundschule Pestalozzischule, Grundschule Klausheide.

2005 - Die Sonderpädagogische Grundversorgung wird auf weitere Grundschulen ausgedehnt: Grundschule Marienschule, Grundschule Brandlecht, Grundschule Burgschule.

2006 - Unter der Leitung von Fußball-Lehrwart Helmut Loeks treten 50 Schülerinnen und Schüler der Schule an, um das DFB-Abzeichen zu erwerben. Die zehn- bis sechzehnjährigen Schüler müssen sieben Übungsstationen bewältigen. Alle absolvieren die Übungen mit Begeisterung und Engagement und erhalten zur Belohnung neben einer Urkunde Sachpreise. Die Schule bietet nun schon zum fünften Mal den Erwerb des DFB-Abzeichens an (GN, 18.10.2006).

2007 - Zum Schuljahresende 2006/07  tritt der Schulleiter der Schule, Ludwig Hofmann, in den Ruhestand. Er wird von Herrn Regierungsschuldirektor Heinrich Gerdes in einer Feierstunde verabschiedet. Konrektor Georg Nau charakterisiert ihn als einen Vorgesetzten, der "sich die Zeit nahm, mit den Kollegen Probleme zu besprechen oder bei Entscheidungen zu helfen". Ludwig Hofmann trat seinen Dienst 1969 an der Anne-Frank-Schule an, wurde 1975 Konrektor und war seit 1989 Schulleiter der Schule. Er hat maßgeblich am Aufbau und an der Entwicklung der Schule mitgearbeitet. In seinen letzten Amtsjahren setzte er sich besonders für den Schulversuch "Regionales Integrationskonzept" ein, der zum neuen Schuljahr in einen unbefristeten Regelzustand umgewandelt wird. Am 1. August tritt Josef Lakeberg, derzeit Schulleiter der Förderschule Meppen, die Nachfolge von Herrn Hofmann an (GN, 21.7.2007).

Förderschulrektor Josef Lakeberg wird dann am 23.11.2007 offiziell in sein Amt eingeführt. Er hat schon seit 1981 fast 20 Jahre lang an der Schule unterrichtet, bevor er 2000 nach Meppen ging. Die zuständige Dezernentin der Landesschulbehörde, Frau Ursula Hertrampf-Müller, würdigt ihn als innovativen und qualifizierten Pädagogen. Als engagierter Lehrer habe er wesentlichen Anteil an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Sonderschulpädagogik. Sein bisheriges Wirken lasse viele neue wertvolle Ideen zur Weiterentwicklung der Schule erwarten (GN, 24.11.2007).

2008 - Die Anne-Frank-Schule wird auf Antrag zum Schuljahr 2008/2009 Ganztagsschule. Nach langer Vorbereitung und intensiver Diskussion wurde der Antrag im November 2007 gestellt. Die Genehmigung erfolgte im Frühjahr 2008. Die Schule erhält von der Landesregierung zusätzliche Lehrerstunden. Mit diesem Geld für diese Stunden müssen Kooperationspartner bezahlt werden, die im Rahmen der Ganztagsbetreuung Freizeitaktivitäten anbieten. Zusätzlich bietet die Schule eine Mittagsverpflegung und eine Hausaufgabenbetreuung an. Der Landkreis unterstützt die Schule durch bauliche Maßnahmen und Zuschüsse für die Ausstattung.

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wird die Sonderpädagogische Grundversorgung ausgeweitet: Die Grundschule Lohne, die Sünte-Marien-Schule in Wietmarschen und die Grundschule Stadtflur nehmen auf Antrag an dem Vorhaben teil. Im Einzugsbereich der Anne-Frank-Schule nehmen bis auf eine Schule inzwischen alle Grundschulen teil.

2009 - Die Kreissparkasse Grafschaft Bentheim zu Nordhorn hat erneut die Förderung heimischer Schüler übernommen. Dadurch kann die Anne-Frank-Schule die Keyboard-Klasse mit zehn Schüler- und einem Lehrer-Keyboard ausstatten. Noch in diesem Jahr soll es die ersten gemeinsamen Aufführungen zu verschiedenen Anlässen wie Schulentlassungs-, Einschulungs- oder Weihnachtsfeiern geben (GN, 5.5.2009).

Die Schule hat für die Computerarbeit im Unterricht neue Notebooks als kompletten Klassensatz aus Mitteln des Konjunkturpaketes II der Bundesregrung angeschafft. Die Geräte können im Unterricht zum Beispiel für das übende Lernen oder zur Textverarbeitung eingesetzt werden. Die Schüler können auch vom Klassenzimmer aus auf das Internet zugreifen (GN, 1.10.2009).

Fünfzehn namhafte Nordhorner Betriebe spendeten insgesamt 2500 Euro, um den Sportunterricht der Schule durch neue Sportgeräte zu fördern. Die Schüler der Klasse 6 b versammelten sich in der Nordhorner Innenstadt, um Herrn Paul Scholand, der als Stellvertreter der 15 Sponsoren die Geräte übergab, für die großzügige Spende zu danken. Der Sportobmann der Schule Manfred Schneider schließt sich dem Dank im Namen der Schule an (GW, 7.10.2009).

83 Schüler von drei Nordhorner Schulen, der Frensdorfer Schule, der Elisabethschule und der Anne-Frank-Schule, nehmen an einer vertieften Berufsorientierung für zwei Wochen in den Werkstätten des BTZ (Berufsbildungs- und Technologiezentrrum des Handwerks) teil.
Während einer theoretischen Eignungsfeststellung an den ersten beiden Tagen werden vorhandene soziale Fähigkeiten und Kompetenzen von qualifizierten Sozialpädagogen getestet und beurteilt. Danach geht es in drei ausgewählte  Werkstätten, die jeweils an zwei bzw. zweieinhalb Tagen durchlaufen werden. So müssen die Schüler in der BTZ-Metallwerkstatt mit Metall, Feile und Hammer, in der Bauhalle mit Steinen und Mörtel und bei den Malern und Lackierern mit Pinsel und Farbe arbeiten. Weiterhin können sie sich als Friseure, Elektroniker, Tischler ausprobieren oder als Anlagenmechaniker mit dem Bereich Sanitär - Heizung - Klima auseinandersetzen.

BTZ- Geschätsführer Tilman Stürmer zeigt sich überzeugt, dass das Handwerk auf diese Weise guten Nachwuchs bekommen kann. Durch die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Stadt Nordhorn geförderten Maßnahme würden "bei den Schülern die realistischen Vorstellungen von der Arbeitswelt sowie von den eigenen Fähigkeiten und Interessen gefördert", erläutert Projektmanager Rainer Spiekmann. Ein weiteres Ziel liege darin, die Motivation für einen guten Schulabschluss zu steigern und damit die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen.(GN,24.11.2009)

2010 - Niederländisch-Unterricht
Schüler der Anne-Frank-Schule bekommen jetzt die Möglichkeit, Niederländisch zu lernen. Sprachtrainer, die das erfolgreiche Sprachenkonzept von "Englandhouse Sprachschulen" ansonsten in der Freien Wirtschaft unterrichten, bekommen jetzt eine Schulung, damit sie ein speziell für Schüler entwickeltes Konzept umsetzen können. Die Schüler können jetzt professionell mit Spaß und viel Geduld die niederländische Sprache erlernen. (SZ, 14.2.2010)

DFB- Sportabzeichen-Wettbewerb
40 Schüler der Schule beteiligen sich am DFB- Sportabzeichen-Wettbewerb. Bei der Siegerehrung werden alle Schüler mit Urkunden geehrt. Acht Schüler erringen die Bronzemedaille des DFB. (SZ, 13.6.2010)

2011 -  "Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2010"
Rund 60000 Schüler der 5. bis 11. Jahrgangsstufen nahmen am "Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2010" teil. Als einzige Klasse der Grafschaft konnte sich die 8 a der Anne-Frank-Schule  einen Preis nach Ausschreibung sichern und erhielt einen der 4. Preise für die 5. bis 8. Klassen. (GN, 25.3.2011)

Berufsorientierung im BTZ
Zwei Wochen lang hatten 99 Schüler achter und neunter Klassen aus Nordhorn Zeit, intensiv in drei Berufsfelder im BTZ "zu schnuppern" und so ihre Möglichkeiten für die Berufswahl zu verbessern. Acht Bereiche und Werkstätten standen den Jugendlichen aus der H/R Nordhorn-Süd, der Anne-Frank-Schule und der Frensdorfer Schule für ihre praktischen Erfahrungen zur Verfügung. Sie konnten wählen zwischen den Bereichen Bau, Metall, Holz, Maler und Lackierer, Friseur, Elektroinstallation, Büromanagement sowie Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik. Die Ausbilder des BTZ verschafften den Schülern in jeweils rund drei Tagen intensive Erfahrungen in den ausgewählten Berufsfeldern. Die Jugendlichen arbeiteten an Projekten und kamen dabei ausgiebig mit den Werkstoffen und Werkzeugen in Kontakt und arbeiteten unter direkter Anleitung der Ausbilder. Weitere Durchgänge finden laufend im BTZ statt.(GN, 6.12.2011)

2012 - 2. Preis für Jugendkultur
"Hand in Hand" lautete das Thema des diesjährigen Jugendkulturpreises. Den 1. Preis bekam das Jugend- und Kulturzentrum "Gleis 1" in Neuenhaus. Den zweiten Platz erreichte die Anne-Frank-Schule mit einem Videofilm über ein Musikprojekt, das im Zeitraum von sechs Wochen realisiert worden ist. Nach und nach wurden verschiedene Instrumente eingespielt und auf Video aufgenommen. (GN, 21.4.; GW,25.4.2012)

Quellen:

  • Hermann Ruwe, Auszüge aus der Schulchronik der Sonderschule Nordhorn, 1962 

  • Informationen des Schulleiters Lakeberg, 2008                  

  • Artikel aus der örtlichen Presse, Fundstellen im Text angegeben